Politik

Regierung plant Finanzspritze für Deutsch- und Französisch-Studien

Veröffentlicht Geändert
Christina Egelund meint, die Politik habe die humanistischen Fächer schlechtgeredet.

Seit 25 Jahren sinkt die Anzahl der jungen Menschen, die Deutsch oder Französisch studieren. Jetzt möchte Bildungs- und Forschungsministerin Christina Egelund gegensteuern. Im Haushalt für das kommende Jahr will sie 68 Millionen Kronen für die Studiengänge bereitstellen.

„Erneut Rückgang bei den Studiengängen in Deutsch und Französisch.“ Diese Nachricht wiederholt sich seit Jahren, wenn das Bildungsministerium Ende Juli die Zahlen für Neuzugänge an den Hochschulen und Universitäten veröffentlicht.

In diesem Jahr haben sich 8 Prozent weniger für die Studiengänge gemeldet, im Vergleich zum Vorjahr. Im Vergleich zu 2011 beträgt der Rückgang ganze 60 Prozent.

Ministerin: Englisch reicht nicht aus

Jetzt möchte Bildungs- und Forschungsministerin Christina Egelund (Moderate) die Sprachfächer attraktiver machen. Dafür möchte sie Im Haushalt für 2026 68 Millionen Kronen locker machen.

„Es reicht nicht, dass wir Englisch sprechen, wenn wir eine gebildete Gesellschaft sein wollen“, sagt sie laut einer Pressemitteilung.

Für den Wirtschaftsverband Dansk Industri (DI) ist der Rückgang der Deutschkenntnisse bereits seit Jahren eine „besorgniserregende Entwicklung“. Schließlich ist Deutschland, nach den USA, Dänemarks zweitgrößter Exportmarkt. Und wenn man als dänischer Betrieb in Deutschland Erfolg haben möchte, reiche Englisch nicht aus, so DI-Vizedirektorin Mette Fjord Sørensen bereits 2020 gegenüber dem „Nordschleswiger“.

Jahrelang hat man die humanistischen Studiengänge schlechtgeredet. Das schlägt sich jetzt im Rückgang bei den Sprachfächern Deutsch und Französisch nieder.

„Wir befürchten, dass uns zukünftig die Deutschlehrerinnen und -lehrer für das Gymnasium fehlen werden. Dann gehen der kommenden Generation die Deutschkenntnisse noch stärker verloren”, sagte sie.

Egelund sieht Verantwortung bei der Politik

Seither hat die Anzahl der Germanistikstudierenden weiter abgenommen. Deutliche politische Initiativen, um der Entwicklung gegenzusteuern, sind bislang ausgeblieben. Ministerin Egelund meint, dass ihre Kolleginnen und Kollegen auf Christiansborg sogar zum Rückgang beigetragen haben.

„Jahrelang hat man die humanistischen Studiengänge schlechtgeredet. Das schlägt sich jetzt im Rückgang bei den Sprachfächern Deutsch und Französisch nieder”, sagt sie.

Unis bekommen Mitspracherecht

Während die Anzahl der Studierenden in Deutsch und Französisch gesunken ist, ist die Anzahl an höheren Bildungsanstalten insgesamt gestiegen. Die jungen Menschen haben sich verstärkt für die technischen und naturwissenschaftlichen Studien beworben. Für Egelund ein weiteres Zeichen dafür, dass ein großer Teil der Verantwortung auf der politischen Ebene zu suchen ist.

Die 68 Millionen Kronen möchte sie dafür einsetzen, die Qualität des Unterrichts zu stärken und die Studiengänge weiterzuentwickeln. Sie erhofft sich, dass sie dadurch attraktiver werden.

„Es kostet viel Geld, gute Ausbildungen zu schaffen“, sagt die zuständige Ministerin.

Christina Egelund will die konkrete Verwendung der Mittel mit den Universitäten erörtern.