Sportpolitik

Apenraderin konnte im zweiten Anlauf Männerdominanz brechen

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Jette Kragh ist in den DBU-Vorstand gewählt worden.

Die 50-Jährige hat am Weltfrauentag den Sprung in den Vorstand des dänischen Fußball-Verbandes geschafft und freut sich, dass das Geschlecht kein Hindernis ist.

Im zweiten Anlauf hat es geklappt. Jette Kragh scheiterte im Vorjahr, ist aber bei der Delegiertenversammlung des dänischen Fußball-Verbands (DBU) am Sonnabend in Horsens in den Vorstand gewählt worden.

Die 50-Jährige hat somit die jahrelange Männerdominanz im DBU-Vorstand brechen können – und das am Weltfrauentag.

Die gebürtige Apenraderin, die schon seit drei Jahrzehnten in Kopenhagen lebt, unterstreicht, dass die Geschlechterdebatte wichtig sei, würde aber bei ihrer Wahl viel lieber über Fachkompetenz reden.

Zerstrittener Fußball-Verband

„Fußball bedeutet mir sehr viel, schon seit meiner Kindheit. Ich habe mir oft bei dummen Kommentaren die Ohren zuhalten müssen, sowohl im Apenrader Stadion als auch hier in Kopenhagen. Es ist schön, dass das Geschlecht für eine Führungsrolle im Fußball kein Hindernis ist“, sagt Jette Kragh zum „Nordschleswiger“.

Die 50-Jährige hofft, dass sie ihren Beitrag dazu leisten kann, dass in dem zerstrittenen Fußball-Verband wieder an einem Strang gezogen wird. Die Vertreterin von „DBU København“ hatte im Vorjahr die Schattenseiten der Sportpolitik kennengelernt und war mit ihrer Kandidatur gescheitert, weil es „DBU Jylland“ gelang, die Mehrzahl der regionalen Verbände hinter sich zu bringen.

„Ja, ich bin klüger geworden. Wir sind klüger geworden“, antwortet Jette Kragh auf die Frage, ob sie in Sachen Sportpolitik dazugelernt habe: „Im Vorjahr habe ich für das Amt des zweiten Vorsitzenden kandidiert. Dies ist nun Ole Jacobsen geworden und ich bin mir sicher, dass wir mit Ole Jacobsen, Peter Tornbo und mir drei Breitemandate haben, die dazu beitragen werden, die großen Konflikte der vergangenen Jahre hinter uns zu lassen und ,DBU Bredde' wieder zu vereinen“, so Jette Kragh.

Bent Clausen aus Hadersleben (Haderslev) war in den vergangenen zehn Jahren zweiter Vorsitzender von DBU gewesen, konnte aber diesmal die regionalen Verbände nicht hinter sich bringen und sah im Vorfeld von einer Kandidatur ab.

Der Haderslebener Bent Clausen kandidierte nicht mehr für den Posten des zweiten DBU-Vorsitzenden, ist aber weiterhin Vorsitzender von „DBU Jylland“.

„Ich möchte Bent Clausen herzlich für seine zehnjährige Tätigkeit als zweiter Vorsitzender von DBU danken. Im Laufe seiner Amtszeit hat er enorm viel Arbeit in diese Funktion gesteckt, und sowohl der DBU-Vorstand als auch der gesamte dänische Fußball haben wirklich davon profitiert. Glücklicherweise wird er als Vorsitzender von ,DBU Jylland' weiterhin eine bedeutende Rolle im dänischen Fußball spielen“, sagte DBU-Vorsitzender Jesper Møller bei der Delegiertenversammlung am Sonnabend.

Bent Clausen wurde hier mit der goldenen Ehrennadel von DBU ausgezeichnet.

Die erste Frau im DBU-Vorstand ist Jette Kragh nicht. Dies war Gyrithe Kjær 1996.

Jette Kragh ist Tochter der Apenrader Fußball-Legende Erik Kragh, der in den 1970er-Jahren für den AaBK in der zweitbesten Spielklasse kickte und nach seinem Karriereende viele Jahre für „Jydsk Boldspil-Union“ (JBU), das heutige „DBU Jylland“, ehrenamtlich tätig war. Auch Mutter Dorthe Kragh war jahrelang bei der Turnabteilung von AAIG in Apenrade ehrenamtlich aktiv.

Die 50-Jährige sitzt seit 2016 im DBU-Ausschuss für Kinder und Jugendliche und ist seit Februar 2022 Vorstandsmitglied von „DBU København“.

Sie hat einen Master der Organisationspsychologie, hat als HR-Managerin bei „Adecco“, „Forsvaret“ und „Kold+Parter“ gearbeitet und ist seit September 2023 mit „Ledelsesinstituttet“ selbstständig.