Sportpolitik

Apenraderin konnte Männerdominanz nicht brechen

Apenraderin konnte Männerdominanz nicht brechen

Apenraderin konnte Männerdominanz nicht brechen

Apenrade/Aabenraa
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Jette Kragh versuchte vergeblich, Mitglied des DBU-Vorstandes zu werden. Foto: DBU

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DBU-Vorsitzender Jesper Møller hatte mehr Frauen in den Führungsgremien von Dansk Boldspil-Union gefordert, doch die Krawattenträger blieben an der Macht. Jette Kragh zeigt sich über den Verlauf der Wahl enttäuscht, will aber einen neuen Anlauf nehmen.

Jette Kragh hat den Sprung in den Vorstand des dänischen Fußball-Verbandes nicht geschafft. Die 49-Jährige war als Kandidatin von „DBU København“ ins Rennen geschickt worden, doch die gebürtige Apenraderin verlor bei der Jahreshauptversammlung von Dansk Boldspil-Union (DBU) in Kopenhagen die Kampfwahl gegen Peter Tornborg von „DBU Jylland“.

„Das war nicht überraschend“, sagt Jette Kragh zum „Nordschleswiger“, nachdem sie ausgerechnet am Weltfrauentag die Abstimmung verlor.

Verhärtete Fronten

Die Frage stellt sich, ob sie als Frau, als Vertreter(in) von „DBU København“ oder als Person nicht die Gunst der Stimmberechtigten hatte.

„Das ist eine gute Frage. Ich denke, dass ich in erster Linie abgelehnt worden bin, weil ich von ,DBU København‘ komme“, meint die 49-Jährige.

Die Fronten sind in den Führungsgremien des dänischen Fußballs schon seit geraumer Zeit verhärtet. Die Lage hat sich bei der Jahreshauptversammlung noch weiter zugespitzt. Der Vorsitzende von „DBU København“, Flemming Jensen, schimpfte, dass man zwei Jahre lang komplett außen vor gehalten worden ist, und kündigte an, man werde künftig nicht mehr an den Sitzungen des Zusammenarbeitsausschusses teilnehmen, da das Zusammenarbeitsklima nicht existent sei.

Die Großen sitzen an der Macht

„Meiner Ansicht nach ist ein Eigentor erzielt worden, und ich habe vom Rednerpult aus auch deutliche Worte gefunden“, so Jette Kragh: „,DBU Jylland‘, ,DBU Fyn‘ und ,DBU Sjælland‘ sitzen auf der Macht und sind nicht dazu bereit, irgendetwas zu teilen. Es hat mich getroffen, wie alles abgelaufen ist und wie groß die Gleichgültigkeit ist. Die haben keine Lust, dass wir von ,DBU København‘, ,DBU Lolland-Falster‘ und ,DBU Bornholm‘ mit am Tisch sitzen, um den besten Breitenfußball für Dänemark zu schaffen.“

Aus dem Breitenfußball sitzen Bent Clausen und Peter Tornborg von „DBU Jylland“ sowie Ole Jacobsen von „DBU Sjælland“ im DBU-Vorstand.

Der Haderslebener Bent Clausen ist als Vorsitzender von „DBU Bredde“ zurückgetreten, ist aber weiterhin zweiter Vorsitzender von DBU sowie Vorsitzender von „DBU Jylland“.

Keine Stimme im dänischen Fußball

„Die sind gewählt, um sich um den gesamten Breitenfußball in Dänemark zu kümmern, aber das ist leider nicht der Fall. Die Zahl der Stimmberechtigten wird durch die Zahl der Mitglieder in den Verbänden entschieden, und so wie es jetzt aussieht, werden wir bei ,DBU København‘ nie eine Stimme im dänischen Fußball haben“, sagt eine frustrierte Jette Kragh.

„Wir haben für die Herausforderungen gekämpft, die wir in Kopenhagen und im gesamten dänischen Fußball haben. Wir haben zum Tanz aufgefordert, aber keiner wollte mit uns tanzen“, so die Tochter der Apenrader Fußballlegende Erik Kragh.

Aufgeben will sie trotz der Enttäuschung nicht.

„Heute fällt mir die Antwort schwer, aber wenn ich etwas Abstand gewinne, denke ich schon, dass der Kampf gekämpft werden muss. Wir brauchen einen guten Breitenfußball für ganz Dänemark. Ich denke, dass ich nächstes Jahr einen neuen Anlauf machen werde“, sagt Jette Kragh. 

 

 

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