Schulwesen

Mit neuer Grundlage in die Zukunft

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Mit neuer Grundlage in die Zukunft

Tingleff/Tinglev
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Die Generalversammlung der Deutschen Schule Tingleff fand coronabedingt in der Aula statt. Foto: kjt

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An der Deutschen Schule Tingleff stand im vergangenen Jahr unter anderem die Überarbeitung der Wertegrundlage im Mittelpunkt. Was sonst so an der Schule los war, wurde Dienstagabend bei der Generalversammlung berichtet.

Schulvereinsvorsitzender Christoph Andresen und Schulleiterin Johanne Knutz hätten auf der Generalversammlung der Deutschen Schule Tingleff am Dienstagabend allzu gern die Corona-Krise in ihren Berichten ausgeklammert.

Sie kamen aber erneut nicht darum herum, die Pandemie zu erwähnen, war doch auch das vergangene Jahr von Beeinträchtigungen und Veranstaltungsabsagen geprägt.

„Beim Schuljahresbeginn haben wir noch normal anfangen können, zur Weihnachtszeit nahm der Alltag aber ein jähes Ende“, so Andresen vor den rund 25 Anwesenden bei der Generalversammlung, die – wie sollte es bei der aktuellen Corona-Lage auch anders sein – in der Aula stattfand, um einen gebotenen Abstand halten zu können.

Es musste im zurückliegenden Jahr wieder vieles ausfallen, darunter das Lottospiel und die Weihnachtsfeier.

„Zum Glück konnte in diesem Jahr das Lottospiel stattfinden“, erwähnte der Vorsitzende.

Werte und Ziele formuliert

Der Vorstand und auch der Mitarbeiterstab hatten bei Seminaren an der Wertegrundlage der Schule gearbeitet. Man lehne sich an die Ausrichtung des Deutschen Schul- und Sprachvereins für Nordschleswig an, „wir haben aber auch eigene neue Ansätze und Ziele formuliert. Aus meiner Sicht sind wir bislang zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gelangt“.

Schulvereinsvorsitzender Christoph Andresen berichtet über das vergangene Jahr. Foto: kjt

Man hoffe, dass die Ausarbeitung der neuen Wertegrundlage noch vor den Sommerferien fertig ist, so Andresen.

In seinem Bericht zeigte er sich erfreut darüber, dass die Mehrzweckbahn (Multibahn) zwischen Schule und Nachschule in Zusammenarbeit mit Vereinen und Einrichtungen und dank Mitteln von Stiftungen errichtet werden konnte.

„Es ist ein schönes Projekt, und die Bahn ist sehr umworben. Es ist eine Bereicherung für unser kleines Dreieck“, so Andresen, der damit das Areal zwischen Nachschule, Schule und Sporthalle meinte.

Nachfolge

In nächster Zeit werde man sich mit der Neubesetzung der Schulleiterstelle befassen, so der Vorsitzende vor dem Hintergrund, dass Johanne Knutz auf eigenen Wunsch im Frühjahr ausscheidet.

„Ein Wahlausschuss ist gebildet, und es folgen demnächst Bewerbungsgespräche“, erwähnte Christoph Andresen, der sich abschließend bei den Vorstandskollegen für gute Zusammenarbeit und beim Mitarbeiterstab für einen guten und gerade in der Corona-Krise flexiblen Einsatz bedankte.

Diesen Dank sprach auch Johanne Knutz in ihrem letzten Tätigkeitsbericht aus und hob noch einmal das Wirken von Hausmeister Bent Schrøder, von Busfahrer Jan Petersen und von Reinigungskraft Marianne Christensen hervor, die verabschiedet wurden.

Schrøder hat neue berufliche Herausforderungen gesucht, Marianne Christensen und Jan Petersen haben den Vorruhestand eingeläutet.

Schulleiterin Johanne Knutz trug zum letzten Mal einen Tätigkeitsbericht vor. Sie scheidet im Frühjahr auf eigenen Wunsch aus. Foto: kjt

Mit einer kleinen Powerpoint-Präsentation ließ Johanne Knutz das Jahr, untermalt mit Bildern, Revue passieren. Eingeblendet wurde unter anderem ein Foto vom Kollegium.

„Wie man sieht, haben wir an unserer Schule relativ viele Männer. Die Mischung stimmt. Das ist an Volksschulen ja oft nicht so“, erwähnte Knutz.

Das leidige Thema

Auch sie konnte im Bericht die Auswirkungen der allgegenwärtigen Pandemie nicht ausklammern. Bedauerlich lang war die eingeblendete Liste mit ausgefallenen Schulveranstaltungen.

Weit über zehn größere Veranstaltungen und Projekte, die das Schuljahr normalerweise in hohem Maße bereichern, fielen der Corona-Krise zum Opfer.

„Auch außerschulische Veranstaltungen, die Vereine und Organisationen bei uns durchführen, mussten ausfallen“, bedauerte Knutz.

Als wieder strenge Vorgaben galten, musste man zum Online-Unterricht über die Kommunikationsplattform „Teams“ übergehen.

„Das hat gut geklappt, und die Lehrkräfte haben dabei einen großen Einsatz geleistet. Viele mussten zu Hause neben dem Online-Unterricht auch die eigenen Kinder betreuen und ihnen bei den Schulaufgaben helfen“, so Knutz mit Lob an die Belegschaft.

Beim Online-Unterricht gab es sogar Fitnesstraining (Archivfoto). Foto: Privat

Positiv sieht die Schülerentwicklung an der Schule aus. In den vergangenen Jahren ist die Zahl von 121 auf aktuell 160 gestiegen. 13 Kinder bildeten die neue Vorklasse.

In Tingleff hat es auch eine zehnte Klasse gegeben. „Wir hoffen, dass wir wieder eine 10. Klasse bekommen“, sagte Knutz.

Nach einem satten Plus von über 400.000 Kronen im Geschäftsjahr davor steht diesmal ein Minus in Höhe von 681.000 Kronen zu Buche. Das geht aus der Bilanz hervor, die Vorstandsmitglied Uwe David vortrug.

Ins Auge stach dabei der Posten „Sonderzuwendungen“, der erheblich geringer ausfiel.

„Unser Finanzrahmen ist stramm. Wir müssen gut planen und auf die Ausgaben achten“, merkte Christoph Andresen an.

Stabiles Orchester

Ein optimales Timing bei der Generalversammlung hatte Orchesterleiter Dieter Søndergaard, seines Zeichens auch Leiter der Schulfreizeitordnung (SFO).

Wenige Sekunden, bevor sein Tätigkeitsbericht gefragt war, betrat er die Aula. Er hatte die parallel stattfindende Orchesterprobe im Gemeinschaftsraum zum richtigen Zeitpunkt verlassen.

„Du brauchst dich gar nicht erst hinzusetzen. Du bist dran“, scherzte Versammlungsleiter Peter Blume. Der ehemalige Lehrer der Schule führte routiniert und sicher durch den Abend, an dem auch die Hauptversammlung des Förder- und Ehemaligenvereins durchgeführt wurde.

Dieter Søndergaard berichtete von einer stabilen Mitgliederzahl von etwas über 30. Dem Orchester gehören dabei viele Ehemalige an, was erfreulich sei.

„Es wäre aber auch gut, wenn jüngere Musiker dazustoßen. Zum Glück sind gerade fünf Anfänger hinzugekommen“, so Søndergaard.

Orchesterleiter Dieter Søndergaard pendelte zwischen Generalversammlung und Orchesterprobe hin und her. Foto: kjt

Die Corona-Krise sei auch für das Schulorchester Gift gewesen, da es schwer war, Nachwuchskräfte bei der Stange zu halten.

„Die Proben fielen aus, Auftritte konnten nicht stattfinden, und auch das Knivsberg-Übungswochenende, das ein ganz wichtiger Faktor ist, war nicht möglich“, erwähnte der Orchesterleiter.

Es gab aber auch Lichtblicke.

Dazu gehörte der Auftritt beim Staatsbesuch deutscher und dänischer Oberhäupter.

„Wir spielten am Deutschen Gymnasium in Apenrade. Als der Tross mit den Staatsgästen angekommen war und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier vorbeiging, wandte er uns zu und rief ‚Bravo‘. Das war für die Musiker ein besonderes Erlebnis“, so Søndergaard.

Präsent zum Abschied

Der Punkt „Wahlen“ konnte auf der Generalversammlung relativ schnell abgehandelt werden. Den Vorstandsposten von Gert Andresen, der keine Wiederwahl wünschte, übernimmt Marion Köstlin, die zuvor Vertreterin war. Für diesen Posten stellte sich Kjeld Hansen zur Verfügung.

Als Dank für seinen langjährigen Einsatz überreichte Johanne Knutz im Namen der Schule und des Vorstandes einen Präsentkorb an Gert Andresen.

Johanne Knutz überreichte dem scheidenden Vorstandsmitglied Gert Andresen einen Präsentkorb. Im Hintergrund Schulvereinsvorsitzender Christoph Andresen Foto: kjt

Auch Christoph Andresen dankte dem Tingleffer noch einmal ausdrücklich:

„Du bist seit fünf Jahren im Vorstand und warst zuvor lange Zeit Vertreter. Du hast immer deine Meinung gesagt und sie auf konstruktive Weise vorgebracht. Es war angenehm, mit dir im Vorstand zu arbeiten.“

Eine schnelle Angelegenheit wurde die Hauptversammlung des Förder- und Ehemaligenvereins, konnten coronabedingt doch kaum Aktionen durchgeführt werden.

Beitrag erhöht

Man habe sich auf die Multibahn konzentriert, zu dessen Realisierung man unter anderem 20.000 Kronen beigesteuert hatte, so Christoph Andresen, der als Schulvereinsvorsitzender auch dem Förderverein vorsteht.

Dem Vorschlag, den Jahresbeitrag von 150 auf 200 Kronen zu erhöhen, stimmte die Versammlung zu.

Man verständigte sich zudem darauf, die Mitgliederwerbung zu optimieren und sie schwerpunktmäßig nicht nur auf das Ehemaligenfest zu konzentrieren. Das nächste Fest ist im Mai kommenden Jahres geplant.

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Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
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