Deutscher Tag

Daniel Günther: „Ihr könnt euch auf uns als Landesregierung verlassen“

Daniel Günther: „Ihr könnt euch auf uns als Landesregierung verlassen“

Günther: „Könnt euch auf Landesregierung verlassen“

Tingleff/Tinglev
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Daniel Günther
Beifall für die deutsche Minderheit von Ministerpräsident Daniel Günther Foto: Karin Riggelsen

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident sprach als Festredner in Tingleff und versicherte, dass sein Land und Dänemark ihre Zusammenarbeit weiter ausbauen werden. Er lobte die Initiative, sich für die Rolle der Minderheit im Dritten Reich zu entschuldigen.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat die Minderheiten in der deutsch-dänischen Grenzregion auf dem Deutschen Tag 2021 in Tingleff als historische Brückenbauer gewürdigt. „Die Minderheiten haben als Vordenker und als Impulsgeber für die Annäherung von Deutschen und Dänen beiderseits der Grenze eine überragende Bedeutung. Ich bin sehr froh, dass wir heute so entspannt, friedlich und freundschaftlich zusammenleben“, sagte er am Sonnabend.

Daniel Günther
Daniel Günther am Sonnabend in Tingleff Foto: Karin Riggelsen

Günther hielt die Festansprache beim Deutschen Tag, zu dem der Dachverband der deutschen Minderheit, der Bund Deutscher Nordschleswiger (BDN), jährlich nach Tingleff lädt.

„Strahlkraft der Region“

Günther sagte weiter, sollte dieses „außergewöhnliche Zusammenleben“ als Immaterielles Welterbe anerkannt werden, werde dies die Strahlkraft der Region nochmals erhöhen. „Das hätte ihre einzigartige Geschichte mehr als verdient.“

Der Ministerpräsident versicherte, dass Schleswig-Holstein und Dänemark ihre Zusammenarbeit weiter vertiefen und intensivieren werden: „Unser gemeinsames Ziel ist es, Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung in der Region nachhaltig zu sichern.“ Dabei würden auch die Minderheiten eine zentrale Rolle spielen.

Da könnt ihr euch schlicht und ergreifend auf uns als Landesregierung verlassen.

Daniel Günther

„Dass wir heute so sichtbar Kultur, Sprache, Tradition und Brauchtum leben, wollen wir aus Schleswig-Holstein auch in Zukunft unterstützen“, so Günther. Das gelte nicht nur – aber auch – finanziell. Zum im vergangenen Jahr unterzeichneten Zuwendungsvertrag sagte er: „Wir geben bis ins Jahr 2024 Planungssicherheit in der Minderheit. Da könnt ihr euch schlicht und ergreifend auf uns als Landesregierung verlassen.“

Daniel Günther
Daniel Günther (Bildmitte) im Gespräch mit Johannes Callsen und Bernd Fabritius (ganz rechts). Links im Bild: Hinrich Jürgensen Foto: Karin Riggelsen

Lob für Umgang mit der Vergangenheit

Der Kieler Regierungschef begrüßte die Aussagen des BDN-Hauptvorsitzenden Hinrich Jürgensen zur Verantwortung des BDN in der Zeit des Nationalsozialismus. „Sie haben im Sommer für die Rolle der Minderheit in der NS-Zeit um Entschuldigung gebeten. So klare Worte hat es zuvor noch von keinem Hauptvorsitzenden des Bundes Deutscher Nordschleswiger gegeben.

Dafür verdienen Sie höchsten Respekt und Anerkennung“, sagte Günther. Das beweise das hohe Verantwortungsbewusstsein der deutschen Minderheit im Umgang mit der Geschichte: „Ich freue mich auf eine weiter enge, vertrauensvolle und konstruktive Zusammenarbeit mit Ihnen.“

Daniel Günther
Hinrich Jürgensen (links) führt Daniel Günther in die Sporthalle in Tingleff. Foto: Karin Riggelsen

Das Zusammenleben im deutsch-dänischen Grenzland sei „keine Selbstverständlichkeit in Europa“. Auch deshalb habe er EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) angesprochen, mit den Minderheiten in den Dialog zu treten.

Die EU-Kommission hatte die Forderungen der erfolgreichen europäischen Bürgerinitiative MSPI rundweg abgewiesen. Letztere hatte zum Ziel, die Rechte von nationalen Minderheiten auf EU-Ebene zu verankern.

Er wünsche sich just dies, anstatt es „den Nationalstaaten zu überlassen“. Während es in deutsch-dänischen Grenzland auch so funktioniere, wäre es „ein unschätzbarer Wert in anderen Regionen Europas“.

Deshalb, so Günther, „werden wir weiter darauf drängen, dass Europa sich der Verantwortung für die Minderheiten stellt und die Initiative, die millionenfach unterschrieben worden ist, unterstützen“.

Anmerkung der Redaktion: Der Artikel wurde um 16:03 Uhr um die unteren vier Absätze ergänzt.

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