Gesundheit

Keine Brustkrebs-OPs in Flensburg: Region lässt Plan fallen

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Brustkrebspatientinnen aus Nordschleswig müssen sich in Vejle oder Esbjerg operieren lassen (Archivfoto).

Brustkrebspatientinnen in Nordschleswig haben nur ein geringes Interesse daran, am Krankenhaus in Flensburg operiert zu werden. Daher hat der Regionsrat für Süddänemark entschieden, diese Möglichkeit nicht anzubieten.

Patientinnen aus Nordschleswig können nicht das Krankenhaus in Flensburg (Flensborg) wählen, wenn sie sich einer Brustkrebsoperation unterziehen müssen. Das hat der Regionsrat für Süddänemark bei seiner Sitzung am Montag beschlossen.

Daher müssen die Betroffenen weiterhin nach Esbjerg oder Vejle fahren, um operiert zu werden. Wie „Der Nordschleswiger“ berichtete, hat eine Umfrage unter Brustkrebspatientinnen in Nordschleswig gezeigt, dass das Interesse an einer Operation in Flensburg gering ist.

Deutliche Mehrheit gegen OPs in Flensburg

Von 120 gefragten Frauen haben sich 71 an der Umfrage beteiligt. 65 Prozent von ihnen möchten nicht lieber in Flensburg als in Vejle oder Esbjerg operiert werden. Nur 17 Prozent würden am liebsten nach Flensburg fahren.

„Wir haben jetzt das Interesse der Frauen an einer Operation in Flensburg untersucht, und die Umfrage zeigt, dass es keine große Nachfrage oder einen eindeutigen Wunsch für diese Lösung gibt“, sagt die Vorsitzende des Gesundheitsausschusses der Region, Mette With Hagensen (Soz.) laut einer Pressemitteilung.

Vorschlag kam von den Minderheiten

Es waren die Parteien der Grenzland-Minderheiten, die Schleswigsche Partei (SP) und der Südschleswigsche Wählerverband (SSW), die die Möglichkeit einer Operation in Flensburg vorgeschlagen hatten. Der Auslöser war, dass die Region im vergangenen Jahr beschloss, die Brustkrebsoperationen am Krankenhaus in Apenrade (Aabenraa) einzustellen. Die Patientinnen müssen stattdessen nach Vejle oder Esbjerg fahren.

Die Anregung der SP und des SSW veranlasste die Region dazu, das Interesse unter den Patientinnen zu untersuchen. Eine deutliche Mehrheit unter ihnen antwortet auch, dass sie es als ein Problem empfindet, wenn Deutsch die Arbeitssprache in einem Krankenhaus ist.

Mette With Hagensen meint, dass das Interesse an einer OP in Flensburg zu gering ist.

„Wir arbeiten weiterhin sehr gerne über die Grenze hinweg zusammen, wenn es für Patientinnen und Patienten Sinn ergibt. Aber wir haben die Frauen selbst gefragt, und ihre Rückmeldung ist eindeutig, dass eine klare Mehrheit von ihnen keine Operationen in Deutschland wünscht“, so With Hagensen.