Gleichberechtigung

Deutsche Botschaft in Kopenhagen ist bei der Copenhagen Pride dabei

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Der Gesandte der Deutschen Botschaft, Markus Bollmohr (r.), hat beim Folkemøde auf Bornholm an einer Diskussion über LGBT+-Rechte teilgenommen. Neben ihm: der belgische Botschafter Michiel Maertens

Die Sicherung der Rechte von sexuellen Minderheiten gehört zu den Aufgaben der deutschen Diplomatie. Gemeinsam mit anderen Botschaften habe sie eine Allianz zur Gleichstellung von LGBT+-Personen gebildet.

Wenn am 16. August ungefähr 250.000 Menschen mit Regenbogenfahnen durch Kopenhagen ziehen, ist auch eine kleine Schar aus der deutschen Botschaft in Kopenhagen dabei.

„Es ist bereits ziemlich lange ein Bestandteil der deutschen Außenpolitik, dass wir uns für die Rechte von LGBT+-Personen einsetzen“, sagt der Gesandte der deutschen Botschaft in Kopenhagen, Markus Bollmohr, der ebenfalls Delegierter für die deutsche Minderheit ist.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Botschaft nehmen gemeinsam mit jenen von anderen Botschaften an der „Copenhagen Pride“ teil. Diese Allianz mit dem Namen „Diplomats for Equality“ hat beim Umzug einen eigenen Wagen.

Gesandter sieht LGBT+-Rechte als Menschenrechte

Die Veranstaltenden der „Pride“ sehen darin ein Zeichen der internationalen Solidarität. „Sie signalisieren, dass ihre jeweiligen Länder die Notwendigkeit der Gleichstellung und Menschenrechte von LGBTQIA+-Personen erkennen und respektieren“, sagt Benjamin Hav, vorsitzende Person (forperson) der „Copenhagen Pride“ dem „Nordschleswiger“.

Die Teilnahme an der „Pride“ ist ein sehr sichtbares Zeichen für den Einsatz der deutschen Botschaft für die Rechte von sexuellen Minoritäten. Bereits zwei Monate zuvor hat sich Bollmohr gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Frankreich, Belgien und Kanada an einem Podium zu dem Thema beteiligt.

„Deutschland ist ein entschiedener Verfechter der Menschenrechte und der globalen, regelbasierten Ordnung. Die Unterstützung der LGBT+-Agenda gehört da fest dazu“, so der Gesandte am Rande der Veranstaltung.

Erfolg in Polen

Die kanadische Botschafterin Carolyn Bennet hatte sich für die Veranstaltung auf Bornholm regenbogenfarbene Schuhe angezogen. Persönlich hat sie nie verstanden, dass gleichgeschlechtliche Beziehungen etwas Unnatürliches sein sollen: „Liebe ist Liebe.“

„Es ist wichtig, dass wir uns gemeinsam an der Pride beteiligen. Denn dies ermöglicht Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus Ländern, die weniger LGBT+-freundlich sind, mit uns gemeinsam zu marschieren. So können wir Menschen helfen zu verstehen, dass das nicht gefährlich ist“, sagt Bennet.

Nach Einschätzung von Pride-Chef Benjamin Hav hat der diplomatische und politische Einsatz bereits Früchte getragen: „Nach sieben Jahren des internationalen Drucks auf Regierung und lokale Behörden hat Polen endlich die letzten der sogenannten LGBT+-freien Zonen abgeschafft.“

Internationale Rückschläge

Doch insgesamt, da sind er und die Diplomatinnen und Diplomaten auf Bornholm sich einig, hat es in den vergangenen Jahren eher Rückschläge gegeben.

„Es besteht kein Zweifel daran, dass die LGBTQIA+-Gemeinschaft international unter erheblichem Druck steht“, so Hav.

Man müsse vermitteln, dass es um einen breiteren Einsatz gegen Diskriminierung geht, meint der belgische Botschafter Michiel Maertens bei der Diskussion auf Bornholm: „Mir ist noch nie jemand begegnet, der sagt: Diskriminierung ist toll. Und wenn wir darüber sprechen, dann geht es um Menschenrechte, um Rechte für LGBT+-Personen.“

Bollmohr möchte gemeinsame Strategien entwickeln

Bollmohr meint, „der Kreis derjenigen, die sich unverändert stark für LGBT+-Rechte einsetzen“, müsse noch enger zusammenarbeiten, um mit einer Stimme zu sprechen.

„Wichtig ist, dass man gut koordiniert und gemeinsam mit der Zivilgesellschaft und den Organisationen Strategien bespricht, um Antworten zu entwickeln.“

Für Benjamin Hav steht fest: „Die internationalen Gegenwinde müssen mit internationaler Solidarität und internationalem Zusammenhalt bekämpft werden. Hier spielt die Diplomatie eine entscheidende Rolle.“

Die „Copenhagen Pride“ läuft vom 9. bis 17. August. Der große Umzug ist am Sonnabend, 16. August.