Deutsches Gymnasium

Schulleiter Jens Mittag zur besonderen Rolle der Amrumer am DGN

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Schulleiter Jens Mittag betont, dass Amrum und Nordschleswig durch eine gemeinsame Minderheitenidentität miteinander verbunden sind.

Von Nordfriesland nach Nordschleswig: Jugendliche von Amrum kommen seit mehr als 25 Jahren nach Apenrade, um das deutsche Gymnasium der Minderheit zu besuchen. Das sei nach den Worten des Schulleiters inzwischen eine Tradition, die das DGN pflegen möchte – auch wenn das Gymnasium in erster Linie für Menschen aus Nordschleswig ist.

Zwölf Schülerinnen und Schüler von der nordfriesischen Insel Amrum leben derzeit in den Unterkünften des Deutschen Gymnasiums für Nordschleswig. Einer von ihnen heißt Johannes Müller. Im Interview erklärte der 18-Jährige diese Woche, warum es auf Amrum gang und gäbe ist, dass Jugendliche die Insel verlassen, um ihr Abitur zu machen: „Wir haben kein Gymnasium“, lautet die kurze Erklärung.

Die Jugendlichen müssen auf die Nachbarinsel Föhr oder aufs Festland gehen, um die Oberstufe bis zum Abitur zu besuchen. „Oder man geht nach Nordschleswig“, wie Johannes es getan hat. Der Insulaner sagt, er kenne die offiziellen Aufnahmekriterien nicht im Detail, meint aber zu wissen, dass Jugendliche von Amrum eine Sonderstellung einnehmen, wenn es um die Vergabe der Plätze geht.

Einer, der die Aufnahmekriterien im Detail kennt, ist Jens Mittag. Er leitet das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig und betont auf Nachfrage das Wort „für“ im Namen des DGN. „Schülerinnen und Schüler aus Nordschleswig sind unsere erste Zielgruppe.“ Er bestätigt aber, dass Jugendliche der Insel Amrum eine besondere Rolle an dem Gymnasium einnehmen.

Als Minderheitler identifiziert sich Johannes Müller nicht. Aber in Nordschleswig ist ihm klar geworden, dass die Menschen auf den nordfriesischen Inseln ihre ganz eigene Kultur haben.

Inselmentalität passt zu Nordschleswig

Dass Jugendliche von Amrum nach Nordschleswig ans Gymnasium kommen, habe inzwischen eine mehr als 25 Jahre alte Tradition. „Dieser Tradition sind wir uns bewusst, und wir wollen sie pflegen.“ Für Schüler Johannes Müller steht vor allem die Tatsache, dass er und andere Jugendliche von der Insel weniger Möglichkeiten haben, eine Oberstufe zu besuchen, im Vordergrund. Für Jens Mittag spielt auch die gemeinsame Minderheitenidentität eine Rolle, die das Nordschleswigsche und das Friesische verbindet.

„Und wir finden, dass die Inselmentalität gut zu Nordschleswig passt“, teilt der Schulleiter mit. Schülerinnen und Schüler aus Amrum stünden daher bei der Vergabe der Plätze weit vorn in der Reihenfolge der Aufnahme. Man reserviere zunächst immer Plätze für Bewerberinnen und Bewerber aus Nordschleswig, und „für die verbleibenden Plätze treffen wir Einzelfallentscheidungen, bei denen die Herkunft aus Amrum ein gewichtiges Argument ist.“