Bildung

Weniger Bewerbungen für Pflegeberufe: Ministerin ist überrascht

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Schlechte Perspektive: Die Pflegeausbildungen sind in Dänemark zunehmend unbeliebter.

Soziale Studiengänge unter Druck: Besonders Pflege und Sozialarbeit verlieren weiter Bewerber. Politik und Hochschulen wollen mit neuen Maßnahmen gegensteuern.

Die vier großen dänischen Sozial- und Gesundheitsstudiengänge – Pädagogik, Pflege, Lehramt und Sozialarbeit – verzeichnen im Jahr 2025 weniger Bewerbungen. Laut der Organisation Danske Professionshøjskoler sind die Bewerberzahlen im Vergleich zum Vorjahr um rund zwei Prozent zurückgegangen.

Besonders deutlich fällt der Rückgang bei der Pflegeausbildung aus: Hier sank die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber um acht Prozent. Auch die Sozialarbeitsausbildung verzeichnet ein Minus von zwei Prozent. Dagegen stiegen die Bewerbungen für das Lehramtsstudium um vier Prozent, bei der Pädagogikausbildung um ein Prozent an.

Egelund: „Junge Menschen schauen auf das spätere Berufsleben“

Bildungs- und Forschungsministerin Christina Egelund (Moderate) zeigt sich überrascht über den Rückgang in der Pflegeausbildung. Sie vermutet, dass Studieninteressierte bei ihrer Wahl auf verschiedene Aspekte achten – etwa auf das akademische Niveau, das Studienumfeld und nicht zuletzt auf die Arbeitsbedingungen im späteren Berufsleben.

„Mein Eindruck ist, dass junge Menschen bei der Studienwahl verschiedene Parameter abwägen – etwa das akademische Niveau oder das Studienumfeld. Aber natürlich schauen sie auch darauf, wie das spätere Berufsleben aussieht“, so Egelund. Sie zeigt sich dennoch optimistisch: „Ich gehe davon aus, dass sich der Trend in den kommenden Jahren wieder umkehren wird – auch bei der Pflegeausbildung.“

Bildungsreform bringt neue Investitionen

Camilla Wang, Vorsitzende der Danske Professionshøjskoler, spricht von einer langfristigen Herausforderung: „Es ist besorgniserregend, aber nicht überraschend“, erklärt sie. Gleichzeitig verweist sie auf die im Frühjahr beschlossene Bildungsreform, die bis 2032 knapp zwei Milliarden Kronen in die Berufsausbildung investieren will.

Zu den geplanten Maßnahmen gehören:

  • kleinere Lerngruppen,
  • mehr wöchentlicher Unterricht,
  • intensivere Betreuung und Feedback,
  • eine Verkürzung einzelner Studiengänge um drei Monate.

„Es braucht Zeit, aber wir glauben, dass diese Maßnahmen Wirkung zeigen – sowohl für die Studierenden als auch für die Gesellschaft, die dringend qualifizierte Fachkräfte im Sozial- und Gesundheitsbereich benötigt“, sagt Wang. Sie warnt aber auch: „Es wird ein langer, harter Weg, diesen Trend umzukehren – zumal wir gleichzeitig mit sinkenden Schülerzahlen an den weiterführenden Schulen konfrontiert sind.“