Schule

Ausbildungsreform: Fast alle Jugendliche sollen ins Gymnasium gehen können

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Unterrichtsminister Mattias Tesfaye hat am Dienstag gemeinsam mit seinen Ministerkolleginnnen Christina Egelund (l.) und Stephanie Lose den Vorschlag zu einer Ausbildungsreform präsentiert.

Ein neuer praktischer und gewerbeorientierter Gymnasialzweig soll ein Angebot für Jugendliche sein, die eine mittellange Ausbildung oder eine Lehre anstreben. Das sieht ein Reformvorschlag der Regierung vor. Dagegen soll es schwerer werden, an das allgemeine Gymnasium zu kommen.

Jugendliche, die die Abschlussprüfung der Volksschule schaffen, sollen ab 2030 die Möglichkeit haben, einen gymnasialen Abschluss zu machen. Das ist Ziel einer Reform, die Unterrichtsminister Mattias Tesfaye (Soz.) am Dienstag gemeinsam mit Forschungs- und Bildungsministerin Christina Egelund (Moderate) und Gewerbeministerin Stephanie Lose (Venstre) am Dienstag vorgestellt hat.

„Wir müssen die Tür zum Gymnasium für alle Jugendlichen öffnen. Wenn sie ins Gymnasium hineingehen, wird es mehrere gymnasiale Ausbildungen geben“, so Tesfaye bei der Vorstellung.

Neues Gymnasium mit leichtem Zugang

Um dies Ziel zu erreichen, möchte die SVM-Regierung eine neue Form des Gymnasiums, Epx, schaffen. Im Gegensatz zum allgemeinen Gymnasium (Stx) und Handelsgymnasium (Hhx) sollen praktische und berufsvorbereitende Fächer im Vordergrund stehen.

„Die Tür zum Epx kann sowohl zu einer Fachausbildung, einer Gewerbe- oder Professionsausbildung, als auch, sollte man auf den Geschmack gekommen sein, zu einer Hochschulausbildung führen“, so Innenministerin Lose.

Höhere Zensur für das allgemeine Gymnasium

Während eine 2 bei der Abschlussprüfung an der Volksschule für das Epx reicht, wird der erforderliche Zensurenschnitt für das allgemeine und das Handelsgymnasium angehoben. Wo derzeit eine 5 reicht, wird man künftig eine 6 benötigen.

Die Gymnasialrektoren haben die Befürchtung geäußert, dass dies zu einer Aufteilung in eine A-Mannschaft und eine B-Mannschaft führen kann. Unterrichtsminister Tesfaye teilt diese Befürchtung nicht.

„Es ist das jetzige System, das eine A- und eine B-Mannschaft hervorbringt. Es ist das derzeitige System, das den Zugang zu attraktiven Ausbildungen versperrt“, sagt er.

Flächendeckendes Angebot

Die Epx-Ausbildung soll die bisherige gymnasiale Ausbildung Hf sowie das Fachabitur Eux ersetzen. Auch die 10. Klasse wird an den Volksschulen abgeschafft. Sie soll jedoch weiter an den Nachschulen angeboten werden.

Epx soll bei den derzeitigen Gymnasien angesiedelt werden. 2035 soll die Ausbildung in 35 Städten möglich sein.

„Wir streben eine geografische Verteilung wie bei den derzeitigen Gymnasien an. Die jungen Menschen sollen einen kürzeren Schulweg haben“, sagt Lose.

Die SVM-Regierung wird Verhandlungen über den Reformvorschlag mit den Parteien des Folketings einleiten.