Wirtschaft

Zuwanderung stützt den Arbeitsmarkt in Nordschleswig

Veröffentlicht Geändert
Besonders in der Landwirtschaft sind viele Menschen aus nicht westlichen Ländern beschäftigt (Archivbild).

Die Zahl der Arbeitskräfte in Nordschleswig geht seit Jahren zurück. Ohne nicht westliche Zuwanderung wäre dieser Rückgang jedoch noch drastischer. Besonders in der Landwirtschaft und anderen zentralen Branchen sind Einwandernde aus Ländern wie der Ukraine oder Syrien unverzichtbar geworden.

Viele Betriebe stehen in ländlichen Regionen vor der Herausforderung, offene Stellen zu besetzen – besonders in Bereichen, in denen sich zu wenige Bewerberinnen und Bewerber finden. In Molkereien, der Landwirtschaft oder der Pflege übernehmen zunehmend Zuwandernde Aufgaben, die sonst unbesetzt blieben. Ihr Beitrag hilft, wirtschaftliche Engpässe zu vermeiden.

Das belegt eine Analyse der Wirtschaftsorganisation SMVdanmark, der zufolge sich die Zahl der nicht westlichen Beschäftigten in Dänemark seit 2008 mehr als verdoppelt hat: Waren es damals 85.400, so lag die Zahl im dritten Quartal 2024 bereits bei 192.400.

Insgesamt gab es 2024 in Dänemark knapp 214.000 Beschäftigte mehr als 2008. 104.000 davon waren Einwanderinnen und Einwanderer aus nicht westlichen Ländern, die besonders in kleineren Kommunen fern der großen Städte eine entscheidende Rolle spielen.

Auch in den Kommunen Nordschleswigs zeigt sich diese Entwicklung deutlich:

Unterscheidung zwischen westlichen und nicht westlichen Ländern

SMVdanmark folgt der Definition der dänischen Statistikbehörde zur Unterscheidung zwischen westlichen und nicht westlichen Ländern:

  • Sonderburg (Sønderborg): 937 nicht westliche Arbeitskräfte mehr seit 2008. Gesamtzahl der Beschäftigten sank um 3.172.
  • Apenrade (Aabenraa): 575 nicht westliche Arbeitskräfte mehr. Gesamtzahl der Beschäftigten sank um 2.374.
  • Tondern (Tønder): 510 nicht westliche Arbeitskräfte mehr. Gesamtzahl der Beschäftigten sank um 2.440.
  • Hadersleben (Haderslev): 566 nicht westliche Arbeitskräfte mehr. Gesamtzahl der Beschäftigten sank um 1.863.

Ohne Zuwanderung wäre der Rückgang noch größer

Laut der Studie wäre der Arbeitskräftemangel ohne die nicht westlichen Beschäftigten noch gravierender. Dänemarkweit hätten ländliche Kommunen wie jene in Nordschleswig statt 40.000 verlorener Stellen rund 53.800 verzeichnen müssen.

Besonders stark ist die Abhängigkeit in der Landwirtschaft, doch auch in der Logistik und im Dienstleistungssektor sind ausländische Arbeitskräfte inzwischen unverzichtbar. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, fordert SMVdanmark, bürokratische Hürden für die Rekrutierung internationaler Beschäftigter abzubauen.

„Politik muss handeln“

Trotz des Anstiegs der Beschäftigungsquote nicht westlicher Zuwandernder von 36 auf 52,3 Prozent in den vergangenen zehn Jahren gibt es der Studie zufolge weiterhin eine Lücke zu dänischen Arbeitskräften. Besonders für Migrantinnen und Migranten aus dem Nahen Osten bleibt der Zugang zum Arbeitsmarkt schwierig.

Die Zukunft des Arbeitsmarktes in Nordschleswig hängt laut SMVdanmark entscheidend davon ab, ob es gelingt, weitere qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen und langfristig in die Gesellschaft zu integrieren.