Mobilität

Hadersleben: Der Minibus soll das Leben auf dem Land erleichtern

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flextrafik
Die Freiwilligenbusse sollen das bestehende Angebot flexibler Lösungen, wie Flextrafik, erweitern – umweltfreundlich mit E-Antrieb.

Kein Supermarkt um die Ecke und kein Auto vor der Tür – auf dem Land ist man dann schnell abgehängt und sucht sich womöglich ein anderes Zuhause, gerade im Alter. Ein neues Projekt soll in der Woyenser Gegend und in Fjelstrup Abhilfe schaffen – und das mit elektrischem Antrieb.

Die Kommune Hadersleben testet einen neuen Weg im öffentlichen Personennahverkehr: Zwei elektrische Minibusse sollen im ländlichen Raum der Kommune dabei helfen, mehr Mobilität und mehr Gemeinschaft zu erreichen. Wie die Kommune meldet, hat das Transportministerium Gelder für sogenannte Freiwilligenbusse in zwei der ländlichen Distrikte bewilligt – insgesamt 899.373 Kronen, was laut Kommune 75 Prozent der Ausgaben deckt.

Wie aus der Projektbeschreibung hervorgeht, sollen die kleinen Busse, angedacht sind zwei geleaste elektrische Minibusse der Marke VW, ab Frühjahr 2026 die Straßen der Kommune befahren – in und um Woyens (Vojens) und Fjelstrup. Die Idee: Freiwillige aus der Umgebung sitzen hinter dem Steuer. Insgesamt erhalten elf Kommunen in Dänemark eine derartige Förderung. Die Minibusse sollen die vorhandenen Nahverkehrsoptionen ergänzen.

Angemessenes Nutzungsentgelt

Umsonst wird die Fahrt nicht sein, die Kommune spricht von „angemessenem Nutzungsentgelt (rimelig brugerbetaling)“. Ihr zufolge ist es schwer, den öffentlichen Transport in einer befriedigenden Art und Weise zu leisten, gerade in dünn besiedelten Gegenden. So sei außerhalb von Hadersleben und Woyens der öffentliche Personennahverkehr stark begrenzt und bestehe fast nur aus Schulfahrten.

Die Minibusse sollen ab dem kommenden Jahr dabei helfen, dass ältere Menschen dort bleiben können, wo sie wohnen, und den Zusammenhalt in den ländlichen Gebieten stärken. In Woyens soll der Minibus auf Wunsch der Initiative „Forum Vojens“ den Menschen das Leben erleichtern, die in den nahegelegenen Orten ohne Einkaufsmöglichkeiten leben und kein Auto besitzen.

Feste Einkaufstouren

Geplant sind feste Einkaufstouren mit dem Bus. Wenn diese Touren angelaufen sind, könnten, so der Gedanke, gemeinschaftliche Touren zu Veranstaltungen kultureller oder sportlicher Art angeboten werden. Auch spontane Touren sind denkbar; das Teilnehmen an den spontanen Touren soll dann per App abgemacht werden. Angedacht ist, den Minibus in Jägerup (Jegerup) unterzubringen.

In Fjelstrup geht es sowohl ums Einkaufen als auch um den Transport zur Kirche, zum Konfirmandenunterricht, zum Besuch der Bibliothek oder zu Sportveranstaltungen. Auch hier können dann, so der Gedanke, spontane Touren per App angeboten werden.

Die Kommune plant, alle Vereine und Institutionen in den Gebieten zu einem Infotreffen einzuladen. Ein Termin steht laut Projektleiterin Maiken Henningsen von der Kommune Hadersleben noch nicht fest. Die Planungen sollen nach den Sommerferien beginnen.