Ländlicher Raum

Busverkehr läuft ins Leere: Teure Tickets ohne Nachfrage

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Der Vorsitzende des Ausschusses für Technik und Klima, Carsten Leth Schmidt (r.), hat Bedarfsmodelle für den öffentlichen Personennahverkehr vorgeschlagen. Bislang fand das kein Gehör (Archivbild).

Leere Busse auf vielen Strecken: Das ist Alltag in ländlich gelegenen Kommunen. Mit einem Pilotprojekt hatte die Kommune Hadersleben im Vorjahr versucht, gegenzusteuern – mit Bedarfsverkehr. Es war eine kostspielige Maßnahme, die wenige genutzt haben. In diesem Sommer startet Hadersleben einen letzten Versuch.

Eine Busverbindung am Wochenende unter anderem zwischen Hadersleben und Aarösund (Aarøsund) sollte dem Tourismus Impulse geben. Doch weit gefehlt: Nur wenige Menschen haben diesen Service genutzt. Im Sommer startet die Kommunalverwaltung einen letzten Versuch.

SP: Zahlen müssen sich dramatisch ändern

„Doch die Passagierzahlen müssten sich schon dramatisch ändern, damit die Verbindung rentabel ist“, sagt der Vorsitzende des Ausschusses für Technik und Klima, Carsten Leth Schmidt von der Schleswigschen Partei (SP).

Ein teurer Versuch

Die Kommune hat das Pilotprojekt im Vorjahr bezuschusst – und draufgezahlt: Im Durchschnitt hat ein Busfahrschein umgerechnet etwa 1.000 Kronen je Passagier gekostet. Etwa zwei Menschen hatten im Durchschnitt den Bus pro Fahrt genutzt.

Zum Vergleich: Eine Fahrt mit dem Bedarfsverkehr (Flextrafik) für acht Personen in einem kleinen Flex-Bus kostet die Kommune 137 Zuschuss-Kronen; 37 Kronen sind es im Durchschnitt für eine reguläre Busfahrt.

In ländlichen Kommunen wie Hadersleben sind die Busfahrplan-Stunden in den vergangenen Jahren um fast ein Viertel zurückgegangen. Kritische Stimmen wurden laut – der Technische Ausschuss hatte mit diesem Pilotversuch reagiert.

Leth: Neue Flex-Modelle braucht das Land

„Wir müssen neue Flex-Modelle testen“, sagt Leth Schmidt. Diese gebe es bereits in den Kommunen Tondern (Tønder) und Apenrade (Aabenraa). Dort buchen Menschen bei Bedarf ein Flex-Taxi und werden damit zur nächsten Haltestelle gefahren. Von dort aus können sie dann den Bus nehmen.

„Ich habe solche – durchaus komplexen – Modelle mehrfach in meinem Ausschuss vorgeschlagen“, sagt der Vorsitzende. Bislang hat er damit kein Gehör gefunden.

Neueste Trends im flexiblen Verkehr

Am Dienstag, 4. März, lädt das Café im Gesundheitshaus in Hadersleben zu einer Veranstaltung rund um das Thema „Busfahrten auf Bestellung“ ein. Von 18.30 bis 20.30 Uhr informiert die Transportgesellschaft „Sydtrafik“ über die Möglichkeiten des Bedarfsverkehrs und die neuesten Trends. Der Eintritt beträgt 25 Kronen, inklusive Kaffee und Tee. Anmeldungen und weitere Informationen sind bei Toke Prisak Jakobsen erhältlich unter Mail toke@haderslev.dk.