Wetter

Trockenheit in Nordschleswig kratzt an Rekordmarke

Veröffentlicht Geändert
Die Trockenheit hat Nordschleswig fest im Griff: In der Kommune Tondern können Landwirtinnen und Landwirte bereits Anträge stellen, um mehr bewässern zu dürfen.

Die ersten landesweiten Dürretage sind registriert. Auch in Nordschleswig hat die Trockenheit fast das Ende der zehnstufigen Skala erreicht. Bis endlich mehr Regen fällt, dauert es noch etwas. Das hat Folgen.

Die andauernde Trockenheit in Dänemark und in Nordschleswig hält an. Laut Dänemarks Meteorologischem Institut (DMI) besteht das Risiko von Dürretagen im ganzen Land.

Freitag, 16. Mai, und Sonnabend, 17. Mai, sind bereits nationale Dürretage. Definitionsgemäß ist ein Dürretag durch einen Trockenheitsindex von mehr als 8,9 definiert. Dieser wurde landesweit erreicht.

Hohes Dürreniveau bereits früh im Jahr

Es ist das erste Mal seit 21 Jahren, dass der Wetterdienst landesweite Dürre so früh im Jahr registriert. In einigen Gebieten auf Lolland-Falster liegt der Trockenheitsindex bereits bei 9,9 bis 10, auf Langeland bei 9,8. In Nordschleswig ist die Dürre ebenfalls extrem.

Die Skala reicht von 0 bis 10. Der Index ist ein Ausdruck dafür, wie viel Wasser die Pflanzen und Bäume im Boden zur Verfügung haben. Bei 0 haben Pflanzen in der obersten Bodenschicht genügend Wasser, bei 10 ist die Bodenschicht trocken.

„Blickt man auf die Saisonprognose vom 23. April für die kommenden zwei Monate, so bleibt die Niederschlagsmenge insgesamt betrachtet unter dem Normalwert. Gleichzeitig kann es zeitweise warm und sonnig sein, weshalb wir ein hohes Dürreniveau erreichen“, beurteilte DMI-Klimatologe Mikael Scharling schon vor knapp zwei Wochen.

Bis zum kommenden Wochenende, wo mit Regen gerechnet wird, könnte es noch einige Dürretage geben. Langfristig sieht es bisher danach aus, dass es im Juni und Juli nasser werden könnte.

Kaum Regen in den vergangenen Monaten

Das Risiko für Dürre ist deshalb so hoch, weil in den vergangenen Monaten weniger Niederschlag gefallen ist, als es normalerweise der Fall ist. Im Februar, März und April sind zusammen weniger als 63 Millimeter Niederschlag gefallen. Im Durchschnitt der vergangenen drei Jahrzehnte fielen im April allein 38,5 Millimeter Niederschlag.

Dennoch geht das DMI momentan nicht davon aus, dass 2025 das Dürrejahr 2018 überbieten kann. Es sei aber noch zu früh zu sagen, ob die Dürre das Niveau von 2018 erreicht. Damals gab es insgesamt 59 Dürretage.

Probleme auch für die Tierwelt

Nicht nur für Pflanzen ist die Trockenheit ein Problem, auch für Tiere hat die Trockenheit Folgen. Trocknen Wasserläufe und kleine Bäche aus oder führen nur noch wenig Wasser, hat dies Auswirkungen auf die Fischbestände und weitere Kleintiere. Auch der Sauerstoffmangel in den Gewässern kann sich dann verstärken.

Besondere Vorsicht geboten

Die Bürgerinnen und Bürger sollten in diesen Tagen vorsichtig sein, wenn es um den Gebrauch von offenem Feuer geht. Das Risiko für Naturbrände ist derzeit extrem hoch. Der Brandgefahrindex (Brandfareindex) der Bereitschaft liegt für Nordschleswig aktuell zwischen „moderat“ an den Küsten und „hoch“ im Binnenland.

Doch die Bereitschaftsbehörde sieht derzeit keinen Grund zu besonderer Sorge. Es gelten dieselben Regeln, denen man immer folgen sollte, wenn man grillt, heißt es in einer Pressemitteilung am Sonnabend. So sollte ein Grill etwa auf einer nichtbrennbaren Unterlage stehen und Abstand zu Dingen gehalten werden, die leicht brennbar sind – etwa zu Buschwerk oder Sommerhäusern aus Holz. Etwas Wasser sollte ebenfalls daneben stehen, wenn man einen Grill oder ein Feuer entzündet.

Auch beim Wasserverbrauch sollten die Menschen besonders hinschauen. Zwar ist laut Wasserverband (Danske Vandværker) die Wasserversorgung auch in Dürreperioden meist im ganzen Land gesichert, dennoch lohne es sich, Ratschläge der lokalen Wasserwerke zu befolgen. So sollte Wasser am besten mit Umsicht genutzt und Pflanzen im Garten nur gegossen werden, wenn es unbedingt notwendig ist – vorzugsweise am frühen Morgen oder späten Abend. Auch Swimmingpools sind große Wasserfresser.