Küstenverunreinigung

Strandreinigung in Lakolk: Badeverbot nach Ölverschmutzung aufgehoben

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Zwei Trecker mit speziellen Säuberungsmaschinen nahmen ihre Arbeit am Donnerstag um 19.30 Uhr auf und fuhren die ganze Nacht hindurch am Strand von Lakolk.

Nach nächtlichem Einsatz zweier Spezialmaschinen ist der Strand von Lakolk seit Freitagmorgen wieder geöffnet. Zuvor hatte eine Ölverschmutzung zur Sperrung geführt. Die Ursache wird noch ermittelt – im Visier steht ein Schiff in Hamburg.

„Die zwei Strandreinigungsmaschinen haben die ganze Nacht durchgearbeitet und um 8 Uhr heute Morgen konnte ich die Sperrung aufheben“, sagt Christian Kjær-Andersen, kommunaler Abteilungsleiter für Grünanlagen und Wege in der Kommune Tondern (Tønder) am Freitag.

Ölvorkommnisse am Strand von Lakolk und am Süderstrand der Ferieninsel hatten am Donnerstag dazu geführt, dass ein Badeverbot verhängt und die Strände gesperrt wurden.

Seit Freitagmorgen können sich Badebegeisterte jedoch am Strand von Lakolk wieder in der Nordsee tummeln. Es wurde der Abschnitt gereinigt, an dem die Autos fahren dürfen und die blaue Flagge weht, die einwandfreies Badewasser signalisiert.

Die kleinen Perlen aus Öl, die sich mit Algen vermischen, wurden am Lakolker Strand auf der Strecke vom Rettungspunkt bis zur südlichen Pfahlreihe angespült. Indes ziehen sich die maschinellen Aufräumarbeiten weiter in südlicher Richtung.

Kein nächtlicher Einsatz mehr

„Die Maschinen werden jedoch nur tagsüber im Einsatz sein, da die Arbeit in der Dunkelheit wegen der begrenzten Sichtweite schwierig ist“, so Kjær-Andersen. Er erwartet, dass die Arbeiten noch in der kommenden Woche andauern werden.

„Es kommt darauf an, wie viel es weht, da der verschmutzte Sand wegtransportiert werden muss. Wir drücken die Daumen, dass es schnell geht“, sagt der Abteilungsleiter.

Das verunreinigte Material wird in ein Bodenhotel transportiert. Dabei handelt es sich um eine zugelassene Annahmestelle, die den Umweltvorschriften entspricht. Kjær-Andersen geht davon aus, dass die Ölfunde verbrannt werden.

Das aufgesammelte Material wird in einer zugelassenen Annahmestelle entsorgt.

Die zwei von Treckern gezogenen speziellen Maschinen, die aus Vejen kommen, werden zum Beispiel auch eingesetzt, um nach großen Festivals Grünflächen von Zigarettenkippen zu befreien.

Mögliche Quelle für Verschmutzung eingekreist

Die angespülten Ölklümpchen haben in etwa die Größe von Erbsen.

Die Polizei für Südjütland und Nordschleswig hat die Ermittlungen aufgenommen, um den Verursachern auf die Spur zu kommen, und war auch mit den deutschen Behörden in Kontakt.

Der Verdacht richtet sich gegen ein Schiff, das in Hamburg liegt, wie der Abteilungsleiter erklärt. Die Ölklümpchen haben in etwa die Größe von Erbsen. Dabei soll es sich um einen Stoff handeln, der dem Öl zugesetzt wird, damit es schwerer als Wasser wird.

„Die Ölfunde haben eine DNA. Dieser Fingerabdruck kann mit dem Öl des Schiffes in Hamburg verglichen werden. Gibt es eine Übereinstimmung, dann kann eine Entschädigung aktuell werden“, so der Abteilungsleiter.

Strandsperrungen kein Thema auf Sylt

Ein Militärflieger aus Aalborg hatte am Donnerstag das Küstengebiet und das Meer überflogen. Demzufolge soll auch Sylt von der Verschmutzung betroffen sein, teilte die Polizei nach einer Kontaktaufnahme zu den deutschen Behörden mit.

Dennis Schaper, Leiter der Schutzstation Wattenmeer in Hörnum, berichtet dem „SHZ“, dass sowohl am Strand von Hörnum als auch auf Höhe des Schullandheims Puan Klent Ölklumpen gefunden wurden. Man müsse sich aber erst einmal einen Überblick über die Situation verschaffen. Wenn es sich jeweils nur um kleinteilige Funde handele, könnten diese durch den Tourismus-Service entfernt werden. Strandsperrungen sind derzeit aber kein Thema auf Sylt.