Natur und Umwelt

Storchenfrust am Saxburger Krug – Clyde unter Verdacht

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Die Störche von Saxburg fühlen sich auf der Viehweide pudelwohl. In den Fußspuren der Rinder finden sie ihr Futter.

Eigentlich sollte es auch dieses Jahr wieder süßen Nachwuchs im Nest von Cathrine und Jes geben. Doch das Storchenpaar am Saxburger Krug ging leer aus – und daran könnte ein Nachbar schuld sein.

Cathrine und Jes haben sich in diesem Jahr alle Mühe gegeben. Liebevoll wurde gebrütet, abwechselnd gewacht, mit dem langen Schnabel Eier gedreht. Alles schien bereit für den Nachwuchs im Nest auf dem Pfahl am Saxburger Krug. Doch dann kam alles anders bei dem Storchenpaar.

Ein kaputtes Ei unter dem Nest ließ bei Storchenwirtin Laila Andresen die Alarmglocken läuten. „Zuerst dachten wir, die Störche hätten es vielleicht selbst rausgeworfen – unsere Vermutung: womöglich war es nicht befruchtet“, erzählt sie. Und obwohl weiterhin fleißig im Nest gewacht und gewendet wurde, wartete die Familie Andresen vergeblich auf das erste Piepsen eines kleinen Schnabels. Benannt wurde das Storchenpaar im vergangenen Jahr übrigens nach den Eltern von Andreas Andresen, die viele Jahre den Saxburger Krug betrieben, bevor sie ihn an Sohn und Schwiegertochter übergaben.

Die traurige Gewissheit

Mit den Wochen wich die Hoffnung der Gewissheit: In diesem Jahr wird’s nichts mit dem Storchennachwuchs am Saxburger Krug.

„Sehr schade“, sagt Laila Andresen seufzend – und man merkt ihr an, wie sehr sie das Vogelpaar ins Herz geschlossen hat. Dabei war die Sache mit den Störchen ursprünglich gar nicht ihr Projekt. Ehemann Andreas hatte die Idee zum Nest, doch nach einer Operation konnte er sich nicht wie geplant kümmern. Tochter Christina wäre bestimmt eingesprungen – wenn da nicht ihre ausgeprägte Federvieh-Phobie (offiziell: Ornithophobie) wäre.

Also griff Laila kurzerhand selbst zum Spaten. Dass zu den Leibspeisen der Störche ausgerechnet zerhackte Küken gehören, machte die Aufgabe nicht gerade angenehmer – „aber irgendwann wächst man da rein“, sagt sie schmunzelnd. Mittlerweile erkennen „ihre“ Störche sie sogar an einem charakteristischen Pfiff. „Der Nordschleswiger“ drehte dazu vor einigen Wochen ein kleines Video.

Und jetzt? Keine Küken, aber ein Verdacht

In der Storchen-Community macht nämlich ein Gerücht die Runde: Das Jeisinger Storchenmännchen Clyde soll fremde Nester sabotieren – und gelegentlich sogar Eier aus benachbarten Horsten befördern. Ob das wirklich stimmt? „Wir wissen es natürlich nicht. Aber uns wurde erzählt, dass Clyde schon in der Nachbarschaft für leere Nester gesorgt haben soll“, so Laila Andresen.

Fest steht: Auch wenn die Kinderstube dieses Jahr leer bleibt, wird man am Saxburger Krug nicht die Flügel hängen lassen. Nächstes Jahr gibt’s schließlich eine neue Chance auf Nachwuchs – vorausgesetzt, Clyde hält sich dann raus.