Natur und Umwelt

Neue Wasserzähler „hören mit“ – und das spart bares Geld

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Die intelligenten Wasseruhren sehen unspektakulär aus, aber ihr Innenleben macht es möglich, Wasservergeudung zu vermeiden.

Die Versorgungsgesellschaft der Kommune Tondern, Tønder Forsyning, ersetzt derzeit Schritt für Schritt die alten Wasseruhren durch moderne, intelligente Modelle – und das bringt sowohl den Kundinnen und Kunden als auch der Umwelt deutliche Vorteile.

Sie sehen aus wie ganz normale Wasseruhren, doch sie können mehr, als man ihnen ansieht: Die neuen „Smart-Meter“, die derzeit im Versorgungsgebiet von Tønder Forsyning installiert werden, sind kleine Hightech-Helfer im Alltag – sie erkennen Wasserverluste frühzeitig und tragen dazu bei, bares Geld zu sparen.

Lecks schneller entdecken – und schneller beheben

Die neuen Zähler messen nicht nur den Wasserverbrauch, sondern „lauschen“ auch auf verdächtige Geräusche im Leitungssystem, wie der technische Leiter der Versorgungsbetriebe in der Kommune Tondern, John Pies Christiansen, erklärt: „Die Geräte registrieren Geräusche im Netz, die auf Leckagen oder Rohrbrüche hinweisen können. Damit werden sie zu einem wichtigen Werkzeug im Kampf gegen Wasserverluste.“

Bisher war es oft schwierig, undichte Stellen in den rund 550 Kilometern Leitung genau zu lokalisieren. Das führte nicht nur zu Wasserverlusten, sondern auch zu kosten- und zeitintensivem Such- und Grabungsaufwand.
Mit der neuen Technik wird das anders: Die Zähler geben eine präzise Rückmeldung, in welchem Bereich eine Störung vorliegt. So können Reparaturen gezielter und schneller durchgeführt werden – zum Vorteil für die Versorgungssicherheit, die Umwelt und die Portemonnaies der Verbrauchenden.

Langfristiger Nutzen für Umwelt und Geldbeutel

Projektleiter Christian Møller (l.) und der technische Chef der Versorgungsgesellschaft, John Pies Christiansen, sind fasziniert davon, welche Entwicklung die Wasseruhren gemacht haben. Früher konnten sie nur die durchlaufenden Wassermengen zählen. Die neue Generation kann nicht feststellen, dass es ein Leck gibt, sondern es auch gut eingrenzen, wo es zu finden ist.

„Es spart Wasser, Arbeitszeit und letztlich auch Geld“, bringt es Projektleiter Christian Møller auf den Punkt. Und nicht nur das: Wer Wasserverluste früh erkennt, muss im Zweifel auch keine hohen Nachzahlungen für unbemerkten Dauerverbrauch fürchten.

Das Ziel ist ambitioniert: Rund 10.000 Haushalte im Versorgungsgebiet sollen innerhalb der nächsten fünf bis sieben Jahre mit den neuen Zählern ausgestattet werden. Bisher wurden etwa 300 Geräte installiert.
Doch für die Verantwortlichen der Versorgungsgesellschaft ist klar: „Es ergibt einfach Sinn – sowohl ökonomisch als auch ökologisch“, betont John Pies Christiansen. „Wir möchten unser Trinkwasser verantwortungsvoll nutzen und für kommende Generationen bewahren.“

Benachrichtigung per SMS bei hohem Verbrauch

Solche Serviceinformationen kann die aktuelle Version der Wasseruhren schon heute verschicken. In diesem Fall war der hohe Wasserverbrauch jedoch keinem Leck geschuldet. Die Familie hatte sich einen Gartenpool angeschafft und der wurde an jenem Nachmittag gefüllt.

Einige technologische Fortschritte sind bereits umgesetzt: Seit 2015 müssen Kundinnen und Kunden ihre Wasseruhren nicht mehr selbst ablesen – die Daten werden digital übermittelt. Und: Wer plötzlich einen stark erhöhten Wasserverbrauch hat, bekommt eine automatische SMS-Benachrichtigung.

Mit den neuen Geräten geht das Versorgungsunternehmen nun einen Schritt weiter in Richtung digitaler Wassersicherheit. Die leisen Hörer im Untergrund könnten damit zu wahren Wasserschützern werden – ohne dass man sie überhaupt bemerkt.

So geht der flächendeckende Austausch vonstatten

Der flächendeckende Austausch der Wasserzähler fängt nach den Sommerferien an: Mitarbeitende von Tønder Forsyning gehen dann wahrscheinlich systematisch von Haus zu Haus, kündigt Technikchef John Pies Christiansen an. „Wir klingeln an den Türen und tauschen die Wasseruhren direkt aus. Ist niemand zu Hause, vereinbaren wir telefonisch einen neuen Termin“, sagt er. So sei es zumindest bei früheren Aktionen erfolgreich gehandhabt worden – und werde vermutlich auch diesmal ähnlich ablaufen.

Möglich sei zudem, dass die betroffenen Haushalte vorab schriftlich informiert werden, damit sie etwa Zugang zu den Wasserzählern schaffen können. „Manche Zähler stehen in Schränken oder hinter Kisten – da wäre es hilfreich, wenn die Anwohner vorher ein bisschen Platz schaffen könnten. Ansonsten müssen die Haushalte nichts tun. Wir erledigen das“, so Christiansen.

Warum das wichtig ist – auf einen Blick: