Kanalisationsprojekt

Großprojekt in Warnitz: Kanalsanierung bringt Verkehrseinschränkungen mit sich

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Der Verkehr wird derzeit weiträumig um Warnitz umgeleitet.

Voraussichtlich Anfang 2027 wird die umfassende Erneuerung und Umstrukturierung des Kanalisationsnetzes des Küstenortes südöstlich von Apenrade abgeschlossen sein. Dabei werden nicht nur neue Abwasserrohre verlegt.

Im April 2025 startete in Warnitz eines der umfangreichsten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahre in der Kommune Apenrade (Aabenraa): Das marode Kanalisationsnetz wird nicht nur saniert, sondern auch „separiert“, wodurch Regen- und Schmutzwasser zukünftig getrennt voneinander abgeleitet werden.

Die Maßnahme wird durch die Versorgungsgesellschaft Arwos in enger Abstimmung mit der Kommune Apenrade durchgeführt und soll voraussichtlich im März 2027 abgeschlossen sein. Die Anwohnerinnen und Anwohner, aber auch Pendelnde und der öffentliche Nahverkehr müssen sich in den kommenden Monaten auf deutliche Beeinträchtigungen einstellen.

Deshalb wird gebaut

Laut Arwos steht das bestehende Kanalisationssystem in Warnitz vor einer größeren Inspektion. Viele Abschnitte des Netzes weisen erhebliche Mängel auf.

„Ein großes Problem ist der Zustand des alten Systems – Rattenplagen, hohe Grundwasserzuflüsse und ein enormer Stromverbrauch durch das notwendige Abpumpen“, erklärt Projektleiter Rune Fredsgaard Nielsen im Gespräch mit dem „Nordschleswiger“. Die Arbeiten seien eine Herausforderung, doch der Zeitplan könne voraussichtlich eingehalten werden, da mehrere Bautrupps koordiniert arbeiten.

Synergien mit der Fernwärme

Über ihre Homepage hält die Versorgungsgesellschaft Interessierte auf dem Laufenden.

Die Baustelle eröffnet aber auch Chancen: In enger Zusammenarbeit mit der Fernwärmegesellschaft „Aabenraa Rødekro Fjernvarme“ werden gleichzeitig neue Fernwärmerohre verlegt. „Wenn wir schon einmal den Boden öffnen, ist es sinnvoll, auch gleich andere Infrastrukturen zu erneuern“, so Nielsen. So kann vermieden werden, dass Anwohnerinnen und Anwohner sowie der Verkehr später erneut beeinträchtigt werden.

Verkehrsbehinderungen auf dem Varnæsvej

Eine der sichtbarsten Folgen der Bauarbeiten ist die zeitweise Sperrung der Hauptstraße, dem Varnæsvej. Diese ist in bestimmten Abschnitten vorübergehend für den Durchgangsverkehr gesperrt - eine Umleitung wird eingerichtet. In manchen Bereichen kann durch ein unterirdisches „Durchschießen“ der Rohre auf eine vollständige Sperrung verzichtet werden. Trotzdem wird um verstärkte Aufmerksamkeit und Rücksichtnahme gebeten.

Baustellenplatz am östlichen Ortsrand

Im östlichen Teil von Warnitz wurde auf einer landwirtschaftlich genutzten Fläche ein temporärer Platz für Erdaushub und Baumaschinen eingerichtet. Hier wird überschüssiger Aushub zwischengelagert, sortiert und geprüft, bevor er entweder wiederverwendet oder fachgerecht entsorgt wird. Der Untergrund des Platzes wurde mit Schotter verdichtet.

Beeinträchtigungen im Busverkehr

Die einzelnen Etappenpläne sehen wie komplizierte Schnittmusterbögen aus.

Auch der öffentliche Nahverkehr ist vom Bauprojekt betroffen. Die Buslinie 113 zwischen Apenrade, Warnitz und Sonderburg (Sønderborg) muss aufgrund der Sperrungen momentan Umleitungen fahren. Bis einschließlich 18. Juli entfallen folgende Haltestellen auf der Varnæsvej:

  • Varnæsvej am Blåkrogvej
  • Varnæsvej am Vestermark
  • Varnæsvej am Stenneskærvej
  • Varnæsvej am Frudom
  • Varnæsvej 552
  • Varnæsvej am Møllevej (nur Richtung Westen)

Reisende werden gebeten, auf die Haltestellen am Varnæsvej an der Strandgade oder den temporären Ersatzhaltepunkt am Blåkrogvej beim Gl. Skolevej auszuweichen. Es muss mit verlängerten Fahrzeiten gerechnet werden. Die Verkehrsgesellschaft „Sydtrafik“ weist darauf hin, dass die sogenannte Reisegarantie in dieser Zeit für die Strecke nicht gilt.

Bedeutender Schritt in die Zukunft

Die Sanierung des Kanalisationssystems in Warnitz ist ein bedeutender Schritt in Richtung zukunftssicherer Infrastruktur – bringt aber in den kommenden Jahren auch Einschränkungen mit sich. Die Kommune und Arwos setzen auf Transparenz, Koordination und Zusammenarbeit mit anderen Versorgern, um die Belastung für Bürgerinnen und Bürger möglichst gering zu halten.

Aktuelle Informationen sind den Homepages der Kommune Apenrade und Arwos zu entnehmen.