Verschmutzung

Die Staatskasse bezahlt die Säuberung der Strände von Röm

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Am 12. Juni wurde nach dem Fund der Ölkügelchen sofort mit der Reinigung begonnen (Archivfoto).

Hochwasser verhinderte den Abschluss der Arbeiten und könnte Ölpartikel ins Meer getragen haben, die am 12. Juni auf Röm und der Nachbarinsel Sylt entdeckt wurden.

Mit der Säuberung der Strände auf Röm ist nach zwei Wochen immer noch nicht Schluss. Dort wurden am 12. Juni erbsengroße Ölperlen gefunden. Es folgten, sehr zum Leidwesen der Badegäste, die Verhängung eines vorübergehenden Badeverbots und einer Strandsperrung.

Die Kommune Tondern begann noch am selben Tag mit der Säuberung. Die Ölklümpchen lagen in Flecken entlang der Wasserkante auf einem 20 Kilometer langen Strandabschnitt bis zur Südspitze der Insel.

„Wir sind noch nicht ganz fertig. Anfang der Woche stand das Hochwasser sehr hoch. Der Strand stand unter Wasser, sodass wir dort zwei Tage nicht fahren konnten. Daher ist auch fraglich, wie viele Ölkügelchen noch am Strand liegen, oder ob sie vom Wasser ins Meer getragen worden sind. Das müssen wir zeitnah untersuchen“, erklärt Christian Kjær-Andersen, zuständig für Parks und Straßen in der Kommune Tondern. Eine Ölverschmutzung in dieser Form habe er noch nie gesehen, erzählt er.

Der Staat bezahlt Aufwandsentschädigung zu 100 Prozent

Zur Erleichterung der Steuerzahlenden in der Kommune müssen sie nicht für die aufwendige Säuberung aufkommen. „Der Strand gehört zwar der staatlichen Wald- und Naturbehörde. Bei einer Verunreinigung muss aber eigentlich die Kommune zur Säuberung schreiten. Die Rechnungen werden aber an die staatliche Umweltbehörde geschickt, die in entsprechend gelagerten Fällen mit Kompensationen zu 100 Prozent die Kosten übernimmt“, versichert Kjær-Andersen.

Es sei denn, der Schuldige wird gefunden. Die Polizei in Hamburg hat im Zuge der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit ein niederländisches Schiff im Verdacht. Über den Stand der Dinge wisse er nichts.

Paraffin am Strand

„Wir mussten vor etwa zehn Jahren auch eingreifen, als die Strände auf Röm mit Paraffin verunreinigt waren. Der Staat bezahlte auch damals. Aber letztendlich bezahlen wir ja alle über unsere Steuern an den Staat.“ Paraffin ist ein langsam abbaubares Erdölprodukt und gelangt bei Schiffsreinigungen illegal ins Meer. Es kann Giftstoffe enthalten.

Auch auf Sylt wurden auf einem Abschnitt von 26 Kilometern die Ölperlen gefunden. Dort wurde das Baden nicht verboten und die Strände nicht gesperrt.