Bodenverunreinigungen

Altlasten bremsen Bauprojekt „Tømmergården“ in Tondern aus

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Das Baugrundstück neben der Polizeiwache ist verriegelt. Betreten ist strengstens verboten.

Auf dem Gelände des Wohnungsbauprojekts in der Nørregade wurde kontaminierter Boden entdeckt. Die Sanierung beginnt nach der Sommerpause – laut Unternehmen besteht für die Bevölkerung keine Gefahr. Das Interesse an den Wohnungen ist groß.

Auf dem Gelände des geplanten Wohnbauprojekts „Tømmergården“ im Zentrum von Tondern sind bei Erdarbeiten gesundheitsgefährdende Altlasten entdeckt worden. Wie Immobilienentwickler Hans Schmidt am Montag auf dem Facebook-Account des Projekts mitteilte, wurden „mehr Verschmutzungen gefunden als erhofft und erwartet“. Der Baustart verzögert sich – vorerst jedoch ohne Auswirkungen auf den Gesamtzeitplan, wie die Projektverantwortlichen betonen. Bauherr ist die Wohnungsbaugenossenschaft „Tønder Andelsboligforening“.

Cyanid und Altöltanks im Boden entdeckt

Laut einer Pressemitteilung der verantwortlichen Baufirma CJ A/S vom 14. Juli wurden bei Vorbereitungsarbeiten cyanidbelastete Füllerde sowie vier veraltete Erdtanks mit Ölresten entdeckt. Auch Spuren von Gasöl (Diesel) wurden nachgewiesen. Die Behörden – darunter die Kommune Tønder und die Region Süddänemark – sind informiert, die notwendigen Untersuchungen laufen bereits.

Die Funde seien ernst zu nehmen, betont Troels Andersen von CJ A/S gegenüber „JydskeVestkysten“: „Wir arbeiten mit Hochdruck an einer verantwortungsvollen und gründlichen Lösung – in enger Abstimmung mit der Kommune.“

Bodensanierung ab Woche 31

Den Giebelhäusern der Stadt wurde das Bauvorhaben an der Nørregade angepasst.

Die Bodensanierung soll nach der Sommerpause, voraussichtlich in der Kalenderwoche 31 (28. Juli bis 1. August), beginnen. Begleitet wird der Prozess von einer fachlichen Umweltaufsicht der Firma Miljøteknik ApS. Die Arbeiten umfassen die Entfernung der belasteten Erde, die Bergung der Altöltanks sowie zusätzliche Bohrungen zur Überprüfung von Boden- und Wasserproben. Das Gelände bleibt abgesperrt – für die Bevölkerung besteht laut Unternehmen keine Gesundheitsgefahr, da die Stoffe nur bei direktem Kontakt während der Arbeiten gefährlich sind.

Personen in Schutzanzügen werden dennoch zum Alltag auf der Baustelle gehören – zum Schutz der Beschäftigten.

Interesse an Luxuswohnungen bleibt groß

Trotz des Rückschlags ist das Interesse am Bauprojekt ungebrochen: Vier der fünf geplanten Penthousewohnungen sind bereits reserviert, bestätigt Hans Schmidt. Der Bau von insgesamt 57 modernen Wohnungen auf dem ehemaligen Grundstück der Baustoffhandlung „P. C. Trælast“ (sowie der benachbarten Einfamilienhausgrundstücke) wurde in der Juni-Sitzung des Stadtrats genehmigt (sogenannte Skema B-Genehmigung).

Das Projekt umfasst konkret 52 gemeinnützige Familienwohnungen und die erwähnten fünf Luxuswohnungen unter dem Dachfirst. Das Bauprojekt „Tømmergården“ befindet sich in der Nørregade 5–9. Der nächste Nachbar zur Linken ist die Polizeiwache.

„Die Verzögerung betrifft lediglich den Baustart, nicht aber das Projekt selbst“, betont Schmidt. Die eigentlichen Bauarbeiten sollen beginnen, sobald das Gelände vollständig saniert und freigegeben ist. Die Bauzeit wird etwa 18 Monate betragen.

Warum das die Menschen in Tondern betrifft

Voraussichtlich werden die Sanierungsarbeiten schon Ende Juli beginnen.

Die Bauverzögerung betrifft nicht nur potenzielle Käuferinnen und Käufer. Die Bodenverunreinigungen im Stadtgebiet werfen auch Fragen zur Altlastenproblematik auf, denn das betroffene Areal liegt zentral in Tondern – in einem Gebiet, das über Jahrzehnte gewerblich genutzt wurde.

Die Verantwortlichen setzen nun auf Transparenz und strenge Umweltstandards, damit die Fläche künftig nicht nur wohnlich, sondern auch dauerhaft sicher ist. Für Tondern ist „Tømmergården“ ein Vorzeigeprojekt – und die aktuelle Verzögerung zeigt, wie komplex das Bauen auf ehemals genutztem Grund sein kann.