Militär

Kommune Tondern moniert neue Flugkorridore für den Fliegerhorst Skrydstrup

Die Probeflüge zwischen Skrydstrup und Röm werden in niedriger Höhe durchgeführt.

In Tondern meint man, dass der vorgelegte Vorschlag nicht dem entspricht, was man mit der Verteidigungs- und Staatsbehörde für Planung und den ländlichen Raum vereinbart hatte. Der Entwurf kommt einer indirekten Enteignung gleich, meint die Kommune.

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Zusammenfassung

  • Die Kommune Tondern kritisiert neue Flugkorridore zwischen Skrydstrup und Röm als Abkehr von früheren Absprachen.
  • Durch strengere Beschränkungen sieht die Kommune Windkraftprojekte und andere Entwicklungen im Norden des Gebiets blockiert.
  • Der Entwurf wird von der Kommune als indirekte Enteignung bewertet.

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Die Flugkorridore behindern die Entwicklungsmöglichkeiten, meint die Kommune Tondern. Zwar sehe man sich auch weiter als wichtiger und lokaler Partner der dänischen Verteidigung, wenn es um die Korridore zwischen dem Fliegerhorst Skrydstrup und dem militärischen Übungsgelände auf Röm geht. Die Kampfpilotinnen und -piloten nutzen diese für Probeflüge in geringer Höhe. Gebäude und Windräder innerhalb dieser Korridore dürfen daher nicht höher als 80 Meter sein. Moderne Windkraftanlagen sind heute bis zu 180 Meter hoch.

Der vorgelegte Vorschlag der Planungs- und Landdistriktbehörde entspreche nicht dem, was man 2024 mit den Kommunen Tondern, Hadersleben (Haderslev) und Esbjerg vereinbart hatte. Damals hieß es, dass stellenweise Räume für Entwicklungsmöglichkeiten, beispielsweise auch für Windparks, freigehalten werden sollten. 

Daher hat die Kommune Tondern im Rahmen der öffentlichen Anhörungsphase auf diese Unterschiede und die damit verbundenen Konsequenzen aufmerksam gemacht.

Bedeutende Konsequenzen

Die Kommune sieht durch die neue Linienführung eine „Lahmlegung“ des Bereiches Frifelt und Bröns (Brøns) im Norden der Kommune. Dabei habe man als Kommune auch die Verantwortung für die lokalen und kommunalen Entwicklungsmöglichkeiten. Doch die Korridore hätten einen bedeutenden Einfluss auf den Spielraum für die kommunale Planung.

Wir wollen nicht so einfach von der Bahn gefegt werden.

Jørgen Popp Petersen

Bürgermeister Jørgen Popp Petersen (Schleswigsche Partei) erklärt, dass die Korridore, die seit April 2025 mit einem vorläufigen Zusatz in Kraft traten, unter anderem Einfluss auf Windräderprojekte und die Kartoffelmehlfabrik in Toftlund haben könnten.

 „Wir wünschen weiter den Dialog, da es große Konsequenzen haben wird. Und wir erwarten, dass unsere Kommentare gut aufgenommen werden, denn dies entspricht nicht dem, was wir vereinbart haben. Wir wollen nicht so einfach von der Bahn gefegt werden.“

Es sei eine ernstzunehmende Angelegenheit. „Darüber waren wir uns im Finanzausschuss einig“, erklärt Popp Petersen weiter. Im Ernstfall müsse ein Gespräch mit dem Verteidigungsminister geführt werden.

Gespräche mit der Verteidigung und Staatsbehörde

Die Kommune hatte im Jahr 2024 an Treffen mit der Verteidigung, der Planungsbehörde und den Kommunen Esbjerg und Hadersleben (Haderslev) teilgenommen, um eine neue Praxis für die Festlegung von Flugkorridoren zu erarbeiten. Der Prozess sei gut vorbereitet und konstruktiv verlaufen, um eine Einigung zu erzielen, meint die Kommune.

Die Abgrenzung der Flugkorridore sollte im Rahmen nationaler Interessen vorgenommen werden. Der vorliegende Vorschlag einer neuen nationalen Planungsrichtlinie (Landsplandirektiv) gehe aber über das Diskutierte hinaus, bedauert die Kommune. 

Versteckte Enteignung

Die Korridore und die zusätzlichen Restriktionen seien für die Planung der Kommunen, unter anderem bei Zulassungen im ländlichen Raum, eine wesentliche Verschärfung im Vergleich zu dem Vereinbarten. Der Vorschlag werde daher Konsequenzen auf die Entwicklung des ländlichen Raums und für die langfristigen, planungsmäßigen Dispositionen der Kommune bekommen. 

Der Vorschlag beeinträchtige das Eigentumsrecht und sei einer indirekten Enteignung gleichzusetzen. Daher sei es nach Ansicht der Kommune notwendig, auch auf die Entschädigungsfrage einzugehen. 

Klare Ansage gefordert

Auch würden administrative Richtlinien zur Verwaltung der Pläne durch die Kommune gefordert. „Daher müssen wir eine klare Ansage haben, ob die Landwirtschaft und agrarrelatierte Unternehmen weiter innerhalb der Korridore wirtschaften können – und dass künftige Investitionen und Entwicklungsmöglichkeiten nicht untergraben werden.“ Die Kommune wünscht sich einen weiteren direkten Dialog zur Verteidigung, bei dem sie gerne die aktuelle Situation vertieft.