Nachruf

Lehrer, Segler, Menschenfreund: Thomas Thomsen mit 70 Jahren gestorben

Thomas Thomsen teilte seine Leidenschaft zum Drechseln auch nach seiner Pensionierung mit den Kindern der Förde-Schule.

Thomas Thomsen aus Gravenstein ist im Alter von 70 Jahren im Hospiz in Hadersleben gestorben, vier Monate nach seiner Krebsdiagnose. Als Lehrer, Segler, Vater und Opa entdeckte und prägte er die Welt.

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Thomas Thomsen aus Gravenstein (Gråsten) prägte als Lehrer Generationen von Kindern an den deutschen Schulen in Nordschleswig. Vier Monate nach seiner Krebsdiagnose starb er am 26. Februar im Hospiz in Hadersleben (Haderslev) – dankbar, neugierig und den Menschen zugewandt bis zuletzt.

„Er war bis zuletzt ein sehr dankbarer Mensch und hat oft gesagt, wie gut es uns mit dem Gesundheitssystem in Dänemark geht. Er sprach etwa über die Menschen in der Ukraine, wie schlecht es denen geht“, sagt Sohn Sean Thomsen. „Er war auch sehr dankbar für all die Hilfe, die er bekommen hat. Aber auch für all die Besuche und die Nachrichten, die er erhalten hat. Das hat ihm viel gegeben und viel bedeutet.“

Zusammenfassung

  • Der pensionierte Lehrer Thomas Thomsen ist vier Monate nach seiner Krebsdiagnose im Alter von 70 Jahren im Hospiz in Hadersleben gestorben.
  • Thomsen prägte als engagierter Lehrer und leidenschaftlicher Segler viele Kinder in den deutschen Schulen Nordschleswigs und wird bei einer Trauerfeier in Gravenstein verabschiedet.
  • Geboren in Itzehoe zog er mit seiner Familie als Baby nach Hadersleben und kehrte nach seinem Studium in Kiel als Lehrer nach Nordschleswig zurück.

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Studium in Kiel, erste Stelle in Lügumkloster

Thomas Thomsen kam am 25. Februar 1956 in Itzehoe zur Welt. Als Baby zog er mit seiner Familie nach Hadersleben, wo sein Vater als Lehrer an der deutschen Schule arbeitete. Die Familie zog später nach Hoyer (Højer). Thomas Thomsen besuchte die deutschen Schulen in Hoyer und Tondern (Tønder) sowie das deutsche Gymnasium in Apenrade (Aabenraa), bevor er selbst sein Studium zum Lehrer in Kiel aufnahm. 

Nach einem Jahr an der Deutschen Schule Hadersleben absolvierte er sein Referendariat an der Käthe-Lassen-Schule in Flensburg (Flensborg), bevor er seine erste Lehrerstelle an der Deutschen Schule in Lügumkloster antrat. An der Deutschen Schule Hoyer verbeamtete ihn der Schulträger.

Egal in welchem Hafen wir angekommen sind, mein Vater hat sofort Kontakte geknüpft. Und das war bis zuletzt so. Solange er im Hospiz mobil war, suchte er das Gespräch mit den anderen Menschen.

Sean Thomsen

Während seiner Zeit in Kiel lernte er die Austauschstudentin Pamela Naylor aus Schottland kennen. Die beiden wurden ein Paar und pendelten zwischen Kiel, Straßburg, Bad Segeberg und Flensburg hin und her, bevor sie 1986 heirateten und 1987 gemeinsam mit Sohn Darran nach Hoyer zogen. Sohn Sean kam 1990 zur Welt. 2001 zog die Familie nach Buhrkall (Burkal), nachdem Thomas Thomsen eine Stelle als Lehrer an der Förde-Schule angetreten hatte.

Thomas Thomsen in den 1980er Jahren. Er studierte in Kiel und arbeitete anschließend als Lehrer.

Er unterrichtete unter anderem Geschichte, Dänisch und Englisch und engagierte sich nach einer Fortbildung zum Werklehrer in der Werkarbeit. Vor allem seine Passion für das Drechseln gab er an die Kinder weiter. Nach seiner Pensionierung 2020 bot er eine Drechsel-AG an der Förde-Schule an. „Er war Lehrer mit Leib und Seele und ist immer ganz doll auf die Kinder eingegangen“, sagt Pamela Naylor über den Lehrer Thomas Thomsen. „Er hatte seinen eigenen Kopf und seine eigenen Ideen und vor allem ein Herz für die kleinen Schulkinder.“

Sprachreisen und Interrail-Urlaube

In der Freizeit reiste Thomas Thomsen gern: eine Rundreise durch die Sowjetunion 1985, Reisen nach Australien, Kanada, die USA und durch Europa. In den vergangenen Jahren nahm er an mehreren Spanischkursen in Spanien teil. „Zuletzt konnte er recht gut Spanisch sprechen“, sagt Pamela Naylor. Thomas Thomsen war bis zuletzt neugierig auf die Welt und auf andere Menschen. In den vergangenen drei Sommern reisten Thomas Thomsen und Pamela Naylor per Interrail durch Europa.

Seit 2010 lebten sie in ihrem neu gebauten Haus in Gravenstein.

Thomas Thomsen am Tag seiner Pensionierung 2020 an der Förde-Schule zusammen mit anderen scheidenden Lehrkärften

Als Opa begegnete Thomas Thomsen seinen Enkelkindern Philippa und Albert immer auf Augenhöhe und nahm sich Zeit für lange Spiele in der Sandkiste. Er fuhr mit ihnen im „Fantasiebus“ bis nach Spanien, unternahm Ausflüge in den Zoo, ins Freilichtmuseum, zum Alnor Strandbad oder auf dem Wasser, spielte und las mit ihnen unter anderem „Petterson und Findus“ und sprach dabei meist Deutsch, um gemeinsam zu üben.

Zusammen mit seinem Sohn Sean spielte er regelmäßig Badminton, und auch auf dem Wasser bewegte sich Thomas Thomsen gerne – seit seiner Studentenzeit als leidenschaftlicher Segler. Er segelte im Mittelmeer, im Atlantik und auf der Ostsee. Er erinnerte sich mit großer Freude an die gemeinsamen Segeltouren mit Darran und Sean. 

Thomas Thomsen war seit seiner Studentenzeit ein leidenschafticher Segler.

Ob beim Segeln oder Reisen, eine Eigenschaft war für Thomas Thomsen charakteristisch: seine Offenheit gegenüber anderen Menschen. „Ihm fiel es unglaublich leicht, mit Menschen ins Gespräch zu kommen, er war gut darin, andere anzusprechen“, sagt sein Sohn Sean. „Egal in welchem Hafen, mein Vater hat sofort Kontakte geknüpft. Und das war bis zuletzt so. Solange er im Hospiz mobil war, suchte er das Gespräch mit den anderen Menschen.“

Die Trauerfeier findet am Sonnabend, 7. März, um 11 Uhr in der Kapelle in Gravenstein statt, anschließend trifft sich die Trauergemeinde zu Kaffee im Hotel Sivgaarden. Anstelle von Blumen und Kränzen bittet die Familie um eine Spende an das Hospiz Sønderjylland, Reg.-Nr. 7915, Konto-Nr. 1005109.