Gesellschaft

In Apenrade wohnen die meisten Hochbetagten Nordschleswigs

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In der Kommune Apenrade leben hochgerechnet auf ihre Einwohnerzahl mehr Menschen, die bereits ihren 100. Geburtstag feiern konnten als in Sonderburg, Hadersleben und Tondern (Symbolfoto).

Laut Statistik leben in der Kommune Apenrade mehr über 100-Jährige pro 100.000 Einwohner als in den anderen drei nordschleswigschen Kommunen.

Auf Grundlage des neuesten Zahlenmaterials der zentralen Statistikstelle Dänemarks, „Danmarks Statistik“, hat das dänische Bestattungsunternehmen Lavendla analysieren lassen, wo die ältesten Einwohnerinnen und Einwohner des Landes zu finden sind. „Die Analyse zeigt doch eindeutig, dass Apenrade ein schönes Fleckchen Erde ist, wo man gut leben und gut alt werden kann“, sagt der Vorsitzende des Sozialausschusses der Kommune Apenrade, Michael Christensen, Sozialistische Volkspartei (SF), mit einem gewissen Augenzwinkern. Denn er weiß, dass die Zahlen auch eine Kehrseite haben.

Die Kommune Apenrade liegt mit 31 Personen (pro 100.000 Einwohnenden), die 100 Jahre oder älter sind, auf einem geteilten 18. Platz in der Rangliste der 98 Kommunen in Dänemark.

Apenrade ist damit die nordschleswigsche Kommune mit dem besten Wert. Es folgen Sonderburg (Sønderborg) mit 26 Personen (pro 100.000 Einwohnenden) auf einem geteilten 28. Rang. Apenrade und Sonderburg liegen über dem Landesdurchschnitt, geht aus der Analyse hervor. Die beiden anderen nordschleswigschen Kommunen sind dagegen in dieser Statistikerhebung eher unterdurchschnittlich. Hadersleben (Haderslev) liegt mit 23 Hochbetagten (pro 100.000 Einwohnenden) auf einem geteilten 44. Platz. Und Tondern (Tønder) befindet sich mit 14 Personen (pro 100.000 Einwohnenden) sogar im unteren Drittel.

Zur interaktiven Karte: Je dunkler das Grün, umso höher ist der Anteil von hochbetagten Einwohnerinnen und Einwohnern. Klickt man die verschiedenen Kommunen an, werden einem die registrierten Werte angezeigt.

Überalterung der Gesellschaft ist ein Thema

Tabellenführer und Tabellenschlusslicht sind übrigens zwei Inseln. Stand Oktober 2024 waren vier der 5.924 Menschen auf Ærø 100 Jahre oder älter. Auf 100.000 Personen hochgerechnet, kommt dort der statistische Wert 68 heraus. Die einzige Kommune, wo im Oktober 2024 keine einzige Person das 100. Lebensjahr erreicht oder gar überschritten hatte, war dagegen die Insel Læsø, die deshalb mit dem Wert 0 die Liste der 98 Kommunen abschließt.

„Es ist einerseits erfreulich, dass die Menschen immer älter werden. Andererseits würde ich mir für Apenrade wünschen, dass wir einen Bevölkerungszuwachs durch steigende Geburtenzahlen oder den Zuzug von Familien erzielen“, sagt Michael Christensen. Das Stichwort „Überalterung“ hängt wie ein Damoklesschwert über den Kommunen in der oberen Tabellenhälfte.

„Die Zahlen sind tatsächlich auch ein Beleg dafür, dass eine Aufgabe auf uns zukommt. Je älter die Einwohnenden Apenrades werden, desto mehr Hilfe wird auf Sicht benötigt. Da geht es nicht nur um praktische Hilfe fürs Putzen oder Einkaufen, sondern vor allem um Pflegedienstleistungen“, gibt der Sozialausschussvorsitzende zu bedenken. Die zunehmende Hilfsbedürftigkeit fängt nicht erst mit dem Erreichen des 100. Lebensjahres an. In das Ressort des Apenrader Sozialausschusses fällt auch der gesamte Seniorenbereich. Um den künftigen Pflegebedarf einschätzen zu können, liegt die kritische Schallmauer der hiesigen Kommunalpolitikerinnen und -politiker bei 80 Jahren.