Street-Art

Wikinger und Kicker in XXL: Casper sprüht das Grenzland bunt

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Casper Søndermark Petersen ist gebürtiger Jelser und in der Tradition der Jelser Wikingerspiele aufgewachsen.

Wikinger in Jels, Kicker-Legenden in Hadersleben – und mittendrin Casper Søndermark Petersen, der mit seiner Spraydose das Grenzland bunter macht.

Casper Søndermark Petersen ist kein gewöhnlicher junger Mann. Der 22-jährige Street-Art-Künstler verbindet Tradition und Moderne – und das im XXL-Format.

In Jels, wo die Wikingertradition auf der Freilichtbühne fast so alt ist wie der beschauliche Ort am Nedersø, kennt man Casper und seinen grimmigen Wikinger aus der Spraydose seit dem diesjährigen Wikingerspiel „Der Scheinkönig“.

Groß geworden in der Wikingertradition

Der riesige Street-Art-Wikinger thront im Wald des Freilichttheaters, eines der schönsten in Dänemark. Ein zweites Gebilde mit Wikinger-Ornamentik im Jelling-Stil steht wenige Meter entfernt. Schon nimmt ein drittes Wikinger-Mural in seinem Kopf Gestalt an – für das Spiel im nächsten Jahr.

„Ich bin mit der Wikingertradition groß geworden“, sagt der gebürtige Jelser, der gelernter Zimmermann ist. Anderthalb Jahre hat er sich Urlaub von seinem Job genehmigt, statt eines Sabbatjahres. Es war ein Jahr, in dem er sich vollends seiner Street-Art gewidmet hat. In dieser Woche beginnt erneut der Ernst des Lebens als Zimmerer an einem neuen Arbeitsplatz.

Zum diesjährigen Wikingerspiel in Jels hat Casper Petersen ein riesiges Mural geschaffen, wie derlei Gebilde in der Street-Art genannt werden.

Superligisten statt Donald Duck

Früher malte Casper Donald Duck als Autodidakt, heute hantiert er immer noch mit Spraydosen – und bannt Legenden an die Wand. Und dies nicht nur in Jels. Seit Mai prangt eines seiner Riesenwerke im Fußballstadion Sydbank Park in Hadersleben.

Gesprayte Kickerlegenden

Street-Art im Jelling-Stil

Seit Casper in Hadersleben wohnt, hat er sich einen Kindheitstraum erfüllt: ein riesiges Wandgemälde im Sydbank Park, dem Stadion von „SønderjyskE Fodbold“.

Als Fan stand er dort oft mit einem Hotdog in der Hand vor einer gähnend leeren Wand, dachte sich: „Da fehlt was.“

Die Idee hatte ihn nicht losgelassen. Der Club war begeistert. So kam es, dass die Superligisten Anfang Mai ein 16 Meter langes und fünf Meter hohes Wandbild unter der Davidsen-Tribüne feierlich enthüllen konnten. Fünf Klublegenden – Johan Absalonsen, Simon Poulsen, Kenneth Fabricius, Henrik Hansen und Sölvi Ottesen – blicken seither von der Wand auf die Fans herab.

„Es ist das größte Bild, das ich je gemalt habe“, sagt der Fußballfan.

Mehr als Street-Art

Das Street-Art-Bild der fünf Superligisten im Sydbank Park

Für Casper ist das Projekt mehr als Kunst. „Ich wollte dem Club etwas zurückgeben“, sagt er. Dass er dabei die Legenden „seines“ Vereins verewigen durfte, erfüllt ihn mit Stolz.

Casper Søndermark Petersen pendelt weiter zwischen zwei Welten: den Wikingern und dem Fußball, zwischen seinem Elternhaus in Jels und Hadersleben – und macht dabei mit jedem Sprühstoß aus der Dose das Grenzland ein wenig bunter.


Street-Art im Tunnel vom Sydbank Park