Politik

Venstres „Vorzeigefrau“ aus Tondern verlässt die Kommunalpolitik

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Noch wusste Mette Bossen Linnet nichts vom Abschneiden ihrer Partei bei der Kommunalwahl 2021. Den Wahlabend verbrachte sie wie ihr Vater Preben (Mitte) im Tonderner Rathaus (Archivfoto).

Mette Bossen Linnet will sich auf die Regionsarbeit konzentrieren und peilt einen einflussreichen Posten an. Sie wird wieder die „Speerspitze“ ihrer Partei in der Kommune Tondern bei der Regionswahl am 18. November 2025 sein.

Die Stadträtin Mette Bossen Linnet erlebte im November 2021 den Niedergang der Partei Venstre in der Kommune Tondern mit, als die Liste V nach internen Differenzen und der Gründung der Tønder Listen von 16 auf sechs Mandate reduziert wurde. Mit fünf Männern war sie die einzige Frau in der V-Fraktion.

Mit 202 persönlichen Stimmen schnitt sie nach Martin Iversen (498 Stimmen), Jan Fogh (228) und Morten Gaarde Gad (224) am viertbesten aller Kandidatinnen und Kandidaten auf der Liste V ab. Sie wurde Mitglied im Kinder- und Schulausschuss sowie im Gesundheitsausschuss.

Nun hat sie bekannt gegeben, dass sie bei der Wahl am 18. November 2025 nicht mehr für den Stadtrat kandidieren wird. Scheinbar nicht aus Frust, vielmehr will sich die alleinerziehende Mutter einer zweijährigen Tochter auf die Regionspolitik konzentrieren, wo die 31-Jährige zurzeit noch Fraktionssprecherin und Vorsitzende des Psychiatrie-Ausschusses ist.

Mette Bossen Linnet erlebte das Debakel ihrer Partei im Tonderner Rathaus mit (Archivfoto).

Bei der Regionswahl setzten 3.439 Wählerinnen und Wähler ihr Kreuz bei Mette Bossen Linnet. Damit war ihre Wiederwahl perfekt.

Regionsrat: Von 41 auf 31 Plätze

In der vergangenen Woche wurde sie von ihrer Partei als Regionskandidatin in der Kommune Tondern erneut nominiert. In der regionalpolitischen Vertretung wird der Kampf um die Stimmen verschärft, da die Anzahl der Abgeordneten von 41 auf 31 Plätze reduziert wird.

„Die neue Legislaturperiode wird den Mitgliedern des Regionsrates das Maximale an Einsatz abverlangen. Die Gesundheitsreform der Regierung baut auf einem Gesundheitswesen näher am Bürger. Ich brenne für die Gesundheitspolitik, die nun vor ihrer größten Reform seit 20 Jahren steht. Stellt man es richtig an, dann kann das eine markante Verbesserung mit sich ziehen“, erklärt sie.

Daher werde ich dank meiner politischen Erfahrung zielgerichtet eine einflussreiche Position anstreben.

Mette Bossen Linnet

„Daher will ich mich darauf konzentrieren. Das Ziel meines Wahlkampfes wird die Unterstützung in der gesamten Kommune sein, sodass wir eine starke Stimme im Regionsrat haben“, sagt die Berufspolitikerin, die schon drei Wahlperioden in der Region und acht Jahre im Stadtrat hinter sich hat.

Die Menschen in Bröns (Brøns), Branderup oder Bredebro könnten mehr Angebote beanspruchen. Jedem Pflegeheim werde eine Ärztin oder ein Arzt zugeteilt und es werde weniger Menschen geben, denen eine Krankenhauseinweisung verwehrt wird, nur weil sie nicht krank genug sind, erläutert die Politikerin. „Daher werde ich dank meiner politischen Erfahrung zielgerichtet eine einflussreiche Position anstreben.“

Der Regionsratsvorsitzende Bo Libergren (Venstre) gratuliert einer Parteikollegin Mette Bossen Linnet zu ihrer Wiederwahl.

Der Bürgermeisterkandidat von Venstre, Martin Iversen, ist sich sicher, dass die Kommune Tondern mit Mette Bossen Linnet stark vertreten sein wird. Der Kreisvorsitzende Hans Schmidt Lindholm hebt die Bedeutung der zu bildenden regionalen Gesundheitsräte hervor. „Für die Kommune Tondern ist es wichtig, eine erfahrene Vertreterin dort zu haben, die sich nahe am Entscheidungsprozess befindet.“