Kultur

Tønder Festival 2024 mit Rekordverkauf und Millionen-Minus

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Kristina Lehmann Schjøtt: Ihr erstes Tønder Festival als Direktorin hatte es in sich (Archivfoto).

Regen und Sturm mit Orkanböen verhagelten dem Festival das Geschäft. Im Jubiläumsjahr wurde ein Minus von fast 1,6 Millionen Kronen gemacht. Die Leitung wird sich mit unvermeidlichen Änderungen befassen müssen, die auch wehtun werden. Hoffnung gibt der gute Kartenvorverkauf für 2025.

Dabei fing alles so gut an: Noch nie hatte das Tønder Festival so viele Armbänder verkauft wie 2024, als der 50. Geburtstag gefeiert wurde. Regen und ein Unwetter am Abschlussabend mit lang anhaltenden Regengüssen, enormen Sturmböen, Blitz und Donner verursachten jedoch ein Minus von fast 1,6 Millionen Kronen. Ein Defizit, das es in dieser Größenordnung noch nicht gegeben hat und das größer als befürchtet ausfiel.

Probleme ergaben sich schon früh auf dem Campingplatz des Festivals. Aufgrund des Dauerregens im Juli waren größere Abschnitte der Fläche aufgeweicht und unbrauchbar. Am Morgen des Festivalsonnabends mussten sogar innerhalb kürzester Zeit 200 neue Plätze zum Übernachten andernorts geschaffen und ein Shuttle-Transport zum Festivalplatz aus dem Boden gestampft werden.

Regen legte Festivalbetrieb zwei Tage lahm

Die Leitung räumt ein, dass das Festivalmodell nicht gegen unvorhersehbare Ereignisse gewappnet und zu anfällig sei. Sie kündigt daher Änderungen im Geschäftsmodell an, die zum Teil auch wehtun werden, ohne dabei aber die Festival-DNA oder das Erlebnis fürs Publikum zu verlieren, unterstreicht Festivaldirektorin Kristina Lehmann Schjøtt.

Im vergangenen Jahr habe es eine Kettenreaktion mit sich anhäufenden Mehrausgaben gegeben. „Das Wetter legte den Festivalbetrieb so gut wie zwei Tage lahm“, erläutert sie.

„Im Gegensatz zur Wirtschaft müssen wir schon ein Jahr im Voraus die Eintrittspreise festlegen. Wir können entstandene Mehrausgaben nicht auf den Festivalgast abwälzen, in dem wir höhere Preise erheben. Wir werden mit leitenden Festivalhelferinnen und -helfern überlegen, was wir ändern können“, erläutert sie das weitere Vorgehen. Befürchtungen, dass das Festival auf vielleicht nur zwei Tage zusammengestampft wird, teile sie nicht. „So weit sind wir noch gar nicht. Wir stehen erst am Anfang unserer Überlegungen“, versichert Lehmann Schjøtt.

Vielversprechend sieht der Armbandvorverkauf für das Festival 2025 aus. Es seien zum jetzigen Zeitpunkt im Vergleich zu 2024 mehr verkauft worden. „Das zeugt davon, dass das Wetter die Festivalgäste nicht davongejagt hat“, freut sich die Festivaldirektorin.

Am Festivalsonnabend zog abends ein Unwetter über den Platz. Konzerte wurden abgesagt, Verkaufsbuden geschlossen (Archivfoto).

„Wir haben das Festival viele Jahre mit dem Herzen gewuppt. Das wollen wir auch weiterhin. Wir müssen aber auch einen kritischen Blick darauf werfen, wie wir Dinge anpacken. Das Festival muss nachhaltig verwaltet werden, sowohl finanziell als auch organisatorisch, ohne dass wir unsere DNA verlieren“, erklärt auch Mette Bossen Linnet, Vorsitzende von Tønder Festival Forening. Der Verein ist für die praktische Durchführung des Festivals verantwortlich.

„Wir haben 50 Jahre überlebt und haben uns gedacht, dass auch die nächsten 50 Jahre zu tun. Das erfordert sofortiges Handeln, und das werden wir gemeinsam tun“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Noch nie hatte das Festival so viele Armbänder wie 2024 verkauft (Archivfoto).

Konzertveranstalter für Sparkasse

Das Festival könne sich über sehr gute Partnerschaften freuen. Eine davon ist die Sparkasse Bredebro. Anlässlich des 150-jährigen Bestehens hat sie das Festival um die Ausrichtung eines großen musikalischen Volksfests auf dem Festivalplatz gebeten.

Alle Einnahmen (Eintritt, Essen und Getränke) fließen in die Kasse des Tønder Festival Fonds. Für etwa 10.000 Menschen (Publikum, Freiwillige, Musikerinnen und Musiker sowie technisches Personal) soll am Sonnabend, 24. Mai, Platz geschaffen werden. Von 12 bis 23.59 Uhr wird mit viel Musik gefeiert. Die 8.000 Karten sind ausverkauft.

„Das ist für uns ein gutes Beispiel, wie wir neue Erfahrungen sammeln können“, freut sich Lehmann Schjøtt auf die neue Herausforderung.