Veranstaltungstipp

Neue Oper feiert Franciska Clausen: Kunst als ewige Bewegung

Veröffentlicht Geändert
Das Plakat zur Oper

Am 6. März feiert die Oper „Franciska – Nachbilder für die Zukunft“ Urpremiere in Apenrade, der Heimatstadt der dänischen Avantgarde-Künstlerin Franciska Clausen (1899–1986). Die Produktion ist nicht nur eine Hommage an die visionäre Malerin, sondern auch ein künstlerisches Experiment, das Musik, Bildende Kunst, Performance und Installation vereint.

Im vergangenen Jahr jährte sich der Geburtstag der Künstlerin Franciska Clausen zum 125. Mal. Ihr zu Ehren wurde eine Oper mit dem Titel „Franciska – Nachbilder für die Zukunft“ (Franciska – Efterbilleder til fremtiden“) komponiert. Das Werk wird am Donnerstag, 6. März, ab 19 Uhr, im Folkehjem uraufgeführt.

Franciska Clausen war eine Pionierin der frühen Avantgarde und Mitglied der internationalen Künstlergruppe Cercle et Carré. Sie entstammte einer wohlhabenden Apenrader Familie. Der Einfluss der am 7. Januar 1899 geborenen Kaufmannstochter auf die dänische und internationale Kunstwelt ist erst nach ihrem Tod im Jahr 1986 wirklich deutlich geworden. Anlässlich ihres 125. Geburtstags hatte ihre Heimatkommune das Jahr 2024 zum Franciska-Clausen-Jahr ausgerufen. In vielen Ausstellungen und weiteren Veranstaltungen haben die heutigen Generationen die Künstlerin kennenlernen können. Ihr Schaffen war geprägt von geometrischer Abstraktion, Experimentierfreude und der ständigen Suche nach neuen Ausdrucksformen.

Die Oper greift diese Elemente auf und lädt das Publikum ein, sich in einem Universum aus Nachbildern und Kreisen zu verlieren.

Ein interdisziplinäres Kunstprojekt

Die Sopranistin Clara Gunge

Das Werk entstand in Zusammenarbeit des Ensembles „Lydenskab“, des Komponisten Bo Gunge, der Autorin und Librettistin Gerd Laugesen, des Regisseurs Johan Klint Sandberg und der bildenden Künstlerin Sophie Hjerl. Dabei verschmelzen verschiedene Kunstformen zu einer einzigartigen Opernerfahrung. Auch musikalisch überschreiten die Beteiligten Grenzen: Neben klassischen Opernsängerinnen und -sängern wie Sophie Haagen, Clara Gunge und Jakob Bloch Jespersen steht die bekannte Rocksängerin Kira Skov auf der Bühne.

Inspiration durch Franciska Clausen

Für Rocksängerin Kira Skov ist die Mitwirkung in einer Oper etwas Besonderes.

Die zentrale Frage, die die Künstlerinnen und Künstler sich stellten, lautet: Wie kann Franciska Clausens Schaffen heute noch inspirieren? Librettistin Gerd Laugesen reiste zu den Wirkungsstätten Clausens in Berlin, München und Paris, um Skizzen, Briefe und Erinnerungen zu sammeln. „Ich schrieb aus dem Gedächtnis, in flüchtigen Bildern und poetischen Fragmenten“, sagt Laugesen. Die geometrischen Formen in den Werken Franciska Clausen hätten förmlich vor ihren Augen getanzt und ließen Nachbilder entstehen, beschreibt es die Librettistin.

Komponist Bo Gunge ließ sich direkt von Clausens Werken inspirieren: „Ihre Bilder, die Zeit und ihre Gedanken haben meine Musik geformt. Ich habe Klänge geschaffen, die ich ohne sie nie hätte entdecken können.“

Sophie Hjerl, die für die visuelle Gestaltung verantwortlich ist, beschreibt Clausens Kunst als „magische, poetische und monumentale Zeugnisse einer Frau, die als Forscherin des Sehens“ agierte.

Tournee durch Dänemark

Mezzosopranistin Sophie Haagen

Nach der Premiere in Apenrade geht die Oper auf Tournee durch Dänemark und wird an verschiedenen Kunstmuseen und Kulturinstitutionen gezeigt (Tickets sind über das Portal billetto.dk erhältlich):

• 7. März: Kunstmuseum Frederikshavn
• 8. März: Kunstmuseum Randers
• 13. März: Sonderburger Schloss
• 14. März: Brandts Kunstmuseum, Odense
• 15. März: Fuglsang Kunstmuseum, Lolland
• 16. März: Königliche Oper, Kopenhagen (Takkelloftet)

Ein Werk mit aktuellem Bezug

Bass-Bariton Jakob Bloch Jespersen

Die Oper ist nicht nur eine Auseinandersetzung mit Clausens Kunst, sondern auch eine Reflexion über unsere Gegenwart. Sie fragt, wie wir uns in einer zunehmend polarisierten Welt gegenseitig inspirieren können. Ihre Werke entstanden in einer Zeit großer Umbrüche, zwischen Avantgarde und Krieg. Ihre Kunst war stets offen für neue Ideen – eine Haltung, die auch heute von großer Bedeutung ist.

Das Publikum ist eingeladen, sich auf eine außergewöhnliche künstlerische Reise zu begeben. „Lasst die Augäpfel rollen!“, heißt es in der Ankündigung – eine Anspielung auf Clausens Faszination für visuelle Wahrnehmung.

Die Produktion wird von zahlreichen Stiftungen unterstützt, darunter die A. P. Møller Stiftung, die Augustinus Stiftung und Statens Kunstfond.