Pädagogik

Mehr Freude am Lesen: Geld für den Kauf neuer Bücher

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In der Schule und in ihrer Freizeit sollen die Kinder mehr lesen.

In Dänemark können die Schülerinnen und Schüler generell immer schlechter lesen. Tondern ist dafür ein Beispiel: Die aktuellen Zahlen von MentorDanmark zeigen, dass der Notendurchschnitt von 4,7 auf 4,3 abgerutscht ist. An der Deutschen Schule Lügumkoster gibt es jeden Morgen Lesezeit.

„Dass Kinder nicht mehr viel und dabei schlechter lesen, weiß man schon seit Jahren. Deswegen haben wir vor vielen Jahren schon eine Lesezeit eingeführt, bei der die Schülerinnen und Schüler morgens 20 Minuten lesen“, erklärt die Leiterin der Deutschen Schule Lügumkloster, Connie Meyhoff Thaysen.

Die Schule hat den Aufbau des Leseunterrichts dahingehend geändert, dass die Kinder, die Probleme mit dem Dänischlesen haben, in einer kleinen Gruppe von einer Lehrkraft betreut werden. Entsprechend werde beim Deutschlesen verfahren. „Wir wollen mit dieser Maßnahme gegensteuern, denn Lesen ist für alle Fächer wichtig“, so die Schulleiterin.

300.000 Kronen für neue Bücher

In Tondern soll die Leselust dank eines Zuschusses der staatlichen Kulturbehörde gefördert werden. 300.000 Kronen gab es für das Projekt „Tusind Bøger til Tønder Kommunes PLC“ (PLC = Pädagogisches Lernzentrum).

So sollen neue Bücher gekauft und spannende Aktivitäten ausgearbeitet werden. Die Neuanschaffungen landen in den Regalen der Schulbibliotheken, der Schulverwaltung und in den dänischen Bibliotheken der gesamten Kommune. Eine größere und neue Auswahl soll die Freude am Lesen wecken.

Der Einsatz gilt den Schülerinnen und Schülern der Mittelstufe, für die das Lesen in der Schule und in ihrer Freizeit einen größeren Stellenwert einnehmen soll. Das Projekt beginnt in diesem Jahr.

Das Ziel ist eine bessere Lesefertigkeit der Kinder. In Tondern und in 63 der insgesamt 98 anderen Kommunen Dänemarks lesen die Jugendlichen der 9. Klassen generell schlechter als in den Vorjahren, zeigen die neuesten Zahlen des Unterrichtsministeriums.

Der Notendurchschnitt im Lesen in der Kommune Tondern ist von 4,7 auf 4,3 gefallen ist, was 8,6 Prozent entspricht. Der landesweite Durchschnitt liegt bei der Note 5,4. Dieser ist nur um 0,1 Prozentpunkte gefallen.

Lesen soll Spaß machen.

Nur Hadersleben mit besseren Noten

Der dänische Notenschlüssel

In Dänemark werden die Zensuren nach folgendem Notenschlüssel vergeben: Die schlechteste Note ist die 02, die aber zum Bestehen reicht. Die beste Zensur ist eine 12. Von der Bestnote geht es weiter auf der 7-Stufen-Skala mit 10, 7 und der 4. Bei den Noten 00 und -3 ist die Schülerin oder der Schüler durchgefallen.

Verglichen mit den drei anderen nordschleswigschen Kommunen schneidet nur Hadersleben (Haderslev) mit einem Plus von 2,8 Prozentpunkten besser ab als im vorherigen Schuljahr. In Sonderburg (Sønderborg) wurde ein Notenminus von 0,7 Prozent verzeichnet, während Apenrade (Aabenraa) mit einem Minus von 6,0 Prozent den größten Rückschritt erlebt hat.

Auffällig sind die großen Unterschiede in den Kommunen, schreibt die Organisation MentorDanmark in einer Mitteilung. Sie vermittelt Nachhilfeunterricht online. In einigen Kommunen wurde eine Verbesserung von 15 Prozent erzielt, während andere mit einem Rückgang von 25 Prozent das schlechteste Ergebnis erzielten.

Die größten Verbesserungen wurden in Kalundborg, Læsø, Vordingborg, Lolland und Billund erzielt. Den größten Fall im Notenschnitt erlebten Samsø, Glostrup, Langeland, Fanø und Struer.

In Dänemark lesen die Kinder schlechter.

Als Grundlage für diese Berechnung dienen die Abgangsnoten für Schülerinnen und Schüler der 9. Klassen für das Schuljahr 2023/2024, verglichen mit dem Schuljahr 2022/2023.