Landwirtschaft

LHN-Vorsitzender zur Maul- und Klauenseuche in Deutschland: Das ist sehr ernst zu nehmen

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Die Maul- und Klauenseuche ist sehr ansteckend und befällt unter anderem Rinder, Schafe, Schweine und auch Wildtiere.

In Deutschland gibt es Fälle der hochansteckenden Maul- und Klauenseuche. Der Ausbruch wird in Dänemark aufmerksam verfolgt. Ein Anruf bei Christian Kock, LHN-Vorsitzender und Milchbauer.

Der Landwirtschaftliche Hauptverein für Nordschleswig (LHN) weist in seinem jüngsten Newsletter auf die Maul- und Klauenseuche hin, die in Deutschland ausgebrochen ist. Die hochansteckende Viruskrankheit befällt unter anderem Rinder, Schweine und Schafe – auch Wildtiere sind betroffen.

Christian Kock, LHN-Vorsitzender und selbst Bio-Milchbauer mit einem großen Betrieb in Sommerstedt (Sommersted), sagt dazu: „Das ist sehr ernst zu nehmen.“

Er erinnert sich, in den frühen 1980er-Jahren gab es den letzten größeren Fall in Dänemark. Damals war laut Nahrungsmittelbehörde ein Betrieb auf Fünen betroffen. „Das war eine Katastrophe“, so Kock.

Hoffnung auf schnelle Eindämmung

Das Friedrich-Loeffler-Institut in Deutschland hat als Referenzlabor die Infektion von Wasserbüffeln im Osten des Bundeslandes Brandenburg nahe der Berliner Stadtgrenze mit dem Virus bestätigt. Ein weiterer Ausbruch in Brandenburg bestätigte sich am Freitag nicht.

„Wir hoffen, dass die deutschen Behörden die Lage schnell in den Griff bekommen. Die Frage ist, wie lange blieb die Krankheit unentdeckt, wie lange hatte das Virus Zeit, sich zu verbreiten? Wir leben in herausfordernden Zeiten“, sagt Kock und nennt die Afrikanische Schweinepest und die Blauzungenkrankheit, die die Landwirte landauf, landab beunruhigen. Christian Kock jedoch bleibt ruhig, er weiß aber auch, dass die Krankheit gar nicht ausbrechen muss, um Schaden anzurichten.

„Selbst wenn kein Tier krank wird, trifft es den Export, und das kostet Geld.“ Der Deutsche Raiffeisenverband ging bereits am 16. Januar von einem Umsatzverlust innerhalb der Wertschöpfungskette von 1 Milliarde Euro aus. Als Grund nennt der Verband Exportbeschränkungen.

Christian Kock ist LHN-Vorsitzender und betreibt einen milchwirtschaftlichen Betrieb in Sommerstedt.

Besuch abgesagt

Abseits von behördlich eingerichteten Sperrzonen werden die Landwirtinnen und Landwirte selbst aktiv. Christian Kock berichtet von seinem Herdenmanager, der einen Betrieb bei Bremen besichtigen wollte. „Das fällt jetzt aus, die Landwirte sind sehr vorsichtig und reagieren schnell auf die neue Lage.“

Christian Kock zeigt Verständnis für die Vorsicht, weist aber auch auf einen bedauerlichen Nebeneffekt hin: „Das ist schade, wir wollen ja ein offener Betrieb sein. Besucher sollen sich anschauen, wo die Milch herkommt.“

Schweinepest, Blauzungenkrankheit, Maul- und Klauenseuche – Christian Kock rätselt. „Wir werden immer tüchtiger und tüchtiger, was die Hygiene angeht, wir haben viele Regeln, und trotzdem nehmen die Gefahren zu. Es sollte umgekehrt sein.“