Verkehr

Knöllchengefahr auf dem Centerplatz – Jens Clausen bringt die Kommune zum Umdenken

Veröffentlicht Geändert
Jens Clausen hat schlechte Parkerfahrungen im Ortskern von Tingleff gemacht.

Ein Strafzettel für korrektes Parken auf dem Centerplatz in Tingleff? Der Klipleffer Jens Clausen staunte nicht schlecht, als der Bescheid kam – wegen einer kaum sichtbaren Regel. Jetzt sorgt die Kommune Apenrade für Klarheit.

Eine scheinbar ganz normale Parkbucht – auf beiden Seiten ausreichend Platz zum Ein- und Aussteigen. „Das passt doch“, dachte sich Jens Clausen im April vergangenen Jahres, als er sein Auto auf dem Centerplatz in Tingleff abstellte. Der Wagen stand am Ende der Parkreihe, wo sich ein Gehweg mit Betonplatten anschließt.

Dieser anders markierte Abschnitt sollte ein großes Ärgernis werden, denn beim Tingleffer trudelte ein Bußgeldbescheid wegen falschen Parkens ein. Begründung von der Abteilung „Parkering Syd“, die bei der Kommune Sonderburg (Sønderborg) angesiedelt ist und in Absprache auch in Nachbarkommunen wie Apenrade (Aabenraa) kontrolliert: „Parken außerhalb des markierten Feldes“.

Das muss ein Fehler sein, war sich Clausen sicher.

Unklare Lage

„Wir haben anfangs gar nicht verstanden, wie das alles zusammenhängt. Wir hatten keinen Strafzettel in der Windschutzscheibe gesehen, und wir parken auch immer ordentlich. Wieso wir dieses Schreiben aus Sonderburg erhalten haben, konnten wir nicht nachvollziehen“, so Jens Clausen.

„Es kann sich nur um ein Versehen handeln“, war sich der Klipleffer sicher und legte Widerspruch ein. Aus der Welt war die Sache damit aber nicht.

Jens Clausen am „Tatort“ auf dem Centerplatz. An dieser Stelle, wo gerade ein anderes Auto steht, hatte er für das Parken ein Bußgeld aufgebrummt bekommen.

„Am 10. Mai erhielten wir ein Schreiben mit allen Informationen. Hier sehen wir zum ersten Mal Bilder vom Auto auf dem Parkplatz. Doch auf den Bildern schien alles in Ordnung. Wir konnten keinen Fehler sehen und die Begründung nicht verstehen“, ergänzt Jens Clausen.

Verständnis, aber noch keine Lösung

Er wandte sich noch einmal an „Parkering Syd“ und auch an die Straßen- und Verkehrsabteilung „Trafik og Anlæg“ der Kommune Apenrade, um Licht ins Dunkle zu bringen. Bei beiden Stellen habe es einen konstruktiven Dialog gegeben. Die Mitarbeitenden hätten sich verständnisvoll gezeigt, der Bußgeldbescheid ließ sich aber nicht mehr zurücknehmen, so Clausen, der den Strafzettel dann lieber bezahlte.

„Es ist anscheinend so, dass eine Parkfläche nicht genutzt werden darf, wenn sie an einen anderen Abschnitt ohne Höhenunterschied, also ohne Kante, grenzt“, ärgert sich Clausen über solch eine Regel, die kaum jemand kennt.

Parkflächen auf dem Centerplatz gehen in geflieste Fußgängerwege über – und das scheint das Problem zu sein.

Parkbucht mit weißer Verbotsmarkierung. Rechts neben dem Fußgängerabschnitt ist kein Kreuz, obwohl das Parken dort offenbar auch unzulässig ist.
Kurioser Schnappschuss von Jens Clausen. Auch die Verkehrsbehörde (Færdselsstyrelsen) scheint nicht zu wissen, dass auf dem Centerplatz neben dem Fußgängerbereich eigentlich nicht geparkt werden darf.

Kurioserweise gibt es an einer solchen Stelle ein großes Kreuz aus weißen Linien, das unmissverständlich auf ein Parkverbot hinweist. An anderen, ähnlichen Stellen direkt am Gehweg gibt es solche Markierungen wiederum nicht. Die Situation ist unklar.

Es muss etwas passieren

Es bestehe daher Handlungsbedarf, meint Clausen. Sein Ansatz: Entweder müssen die besagten Parkbuchten an den Übergängen als zulässig gekennzeichnet oder von der zuständigen Abteilung „Trafik og Anlæg“ als Parkverbotszone deutlich gemacht werden, um dem Verwirrspiel ein Ende zu machen.

Es gehe ja auch darum, andere Verkehrsteilnehmende vor solchen unerwarteten Bußgeldbescheiden zu schützen, so der solidarische Gedanke von Jens Clausen.

Wir haben anfangs gar nicht verstanden, wie das alles zusammenhängt. Wir hatten keinen Strafzettel in der Windschutzscheibe gesehen, und wir parken auch immer ordentlich.

Jens Clausen

Es wird etwas passieren

Sein Appell wurde erhört. „Wir werden Markierungen vornehmen, durch die das Parken an den besagten Problemstellen eindeutig zulässig wird. Es ist uns als Kommune ein großes Anliegen, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht im Zweifel gelassen werden, ob sie ihren Wagen korrekt abstellen“, betont Lene Kjær Bramsen von der kommunalen Verwaltung „Trafik og Anlæg“.

„Wir ändern im Übrigen auch gleich die u-förmige Markierung der Parkbuchten, weil sie für Verwirrung gesorgt haben. So manche Autofahrende waren sich unsicher, ob man zwischen den Buchten parken darf, was ja der Fall ist. Es werden normale Linien gezogen“, erklärt Bramsen einen weiteren Lösungsansatz der Kommune.

Erleichterung trotz Bußgeldes

„Das ist doch eine tolle Nachricht. Das freut uns“, so die Reaktion von Jens Clausen auch im Namen seiner Frau Liselotte, die hin und wieder ebenfalls auf dem Centerplatz parkt.

„Es freut uns auch, dass diese u-förmigen Buchten geändert werden. Das hat uns und viele andere irritiert. Man war sich nicht im Klaren, ob man neben den eingerahmten Buchten halten darf. Jetzt wird es für alle klar.“

Jens Clausen freut sich auch für andere, dass die Unklarheiten beim Parken auf dem Centerplatz beseitigt werden.