Kommunalpolitik

Hoch hinaus? Nicht in Apenrade: Ausschuss beschränkt Neubauten an der Strandpromenade

Veröffentlicht Geändert
Das Hotel Østersø sollte abgerissen und von einem 15-stöckigen Hochhaus ersetzt werden. Das ist mit der jüngsten Entscheidung nicht mehr möglich.

Wie geht es mit der möglichen Bebauung an der Apenrader Strandpromenade weiter? Mit dieser Frage hat sich der zuständige Stadtratsausschuss jüngst beschäftigt. Die sieben Mitglieder sind zu einer Entscheidung gekommen, die knapper nicht hätte ausfallen können. Der SP-Politiker Kurst Asmussen ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden.

Die Entscheidung ist gefallen. Dort, wo heute das Hotel Østersø an der Apenrader Strandpromenade steht, darf nur ein Gebäude mit maximal sieben Stockwerken und einem sogenannten Bebauungsprozent von 100 gebaut werden. Diese Entscheidung wurde im Ausschuss für Planung, Technik und ländliche Räume (PTL) getroffen.

Knappe Entscheidung

Der stellvertretende Vorsitzende dieses Kommunalausschusses ist Kurt Asmussen von der Schleswigschen Partei. Während sich die Ausschussvorsitzende Dorte Soll (Soz.) sowie die Ausschussmitglieder Egon Madsen (Soz.), Søren Frederiksen (Venstre) und Thomas Andresen (Venstre) für diese Entscheidung starkgemacht haben, hatte sich Asmussen gemeinsam mit Anders Koch-Hørlyck (Kons.) und Susanne Provstgaard (Venstre) dagegen ausgesprochen. Eine knappe Entscheidung.

Mehr Möglichkeiten offen lassen

„Ich hätte mir gewünscht, dass wir noch keine Restriktionen für mögliche Bauvorhaben machen. Jetzt haben wir schon die ersten Einschränkungen“, sagt Kurt Asmussen.

Der Ausschuss hatte sich mit dem Lokalplan befasst, weil das lokale Bauunternehmen Horup Byg dort ein 15-stöckiges Gebäude mit Restaurants, Seniorenwohnungen und einem Hotel bauen wollte. Diese Pläne wurden sehr kontrovers diskutiert.

Mit dem Beschluss ist ein solches Projekt nicht mehr möglich. „Mit einer anderen Entscheidung hätten wir uns die Türen offen gelassen. Wenn wir schon einen lokalen Investor haben, von denen es nicht viele gibt, dann würden wir noch das Signal geben, dass wir offen sind“, so Asmussen. So schaffe man keine Entwicklung in der Stadt, meint er.

Kurt Asmussen (SP) hätte sich eine offenere Entscheidung gewünscht.

Per Horup, Inhaber von Horup Byg, hatte erst einen Tag vor dem PTL-Ausschuss-Treffen die Reißleine gezogen und sein Projekt zurückgezogen. Das hatte er auf Facebook bekannt gegeben.

Andere kontrovers diskutierte Pläne werden umgesetzt

Asmussen findet, dass die Stadtentwicklung hinterherhinke. „Wir schaffen Photovoltaikanlagen und schaffen dafür auch die notwendigen – oft bei den Bürgerinnen und Bürgern unpopulären – Voraussetzungen. Beim Wohnungsbau hinken wir allerdings hinterher“, so der SP-Politiker.

Wohnungen benötigt

„Wir könnten zwar gemeinnützigen Wohnungsbau unterstützen, der dann durch Steuergelder mitfinanziert wird, doch wenn ein privater Investor kommt, sollten wir auch den unterstützen“, sagt er. Für den Pepersmarker ist klar: Es werden neue Wohnungen benötigt. Und nicht nur das: Es werden auch andere Investitionen benötigt, um Apenrade voranzutreiben. Das hatte er schon früher gesagt.

Wegen vieler Faktoren zur Entscheidung gekommen

Die Ausschussvorsitzende Dorte Soll hat sich nach reiflicher Überlegung, wie sie schildert, gegen das 15-stöckige Projekt entschieden.

„Wir haben die Bürger befragt, wir haben ein unabhängiges Stadtplanungsbüro um eine Einschätzung gebeten und wir waren mit dem PTL-Ausschuss in Aarhus und Odense, um uns ein Bild zu machen, wie die Hochhausprojekte dort umgesetzt wurden. Aus allen diesen Informationen habe ich mich für diesen Alternativvorschlag entschieden“, so Dorte Soll. Solch ein niedrigerer Bau passe besser zum Stadtbild und würde auch der Meinungsmehrheit der Bürgerinnen und Bürger entsprechen.

Hoffen für die Zukunft

Sie meint, dass ein siebenstöckiges Gebäude mit einem Bebauungsprozent von 100 weiterhin genügend Platz bietet, um die nachgefragten Seniorenwohnungen zu bauen. Sie meint, dass sich ein solches Projekt weiterhin wirtschaftlich umsetzen lassen könnte.

Wie Per Horup jetzt weiterverfährt, ist abzuwarten. „Ich hoffe, dass sich die Wogen glätten und wir wieder in den Dialog kommen“, so Kurt Asmussen.