Wirtschaft und Natur

Felder nicht mehr nutzbar: Kommune muss Landwirt mehr Schadenersatz zahlen

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Laut Gericht hätte die Kommune Apenrade dem Landwirt Kurt Skelmose Hansen mehr Entschädigung in Aussicht stellen müssen.

Im Zuge eines Renaturierungsprojekts im Tingleffer Moor stieg der Wasserpegel und machte Felder des örtlichen Landwirts Kurt Skelmose Hansen unbrauchbar. Die Kommune hätte eine höhere Entschädigung anbieten müssen. Zu diesem Ergebnis gelangte jetzt das Gericht.

Landwirt Kurt Skelmose aus Tingleff hat einen jahrelangen Rechtsstreit gegen die Kommune Apenrade (Aabenraa) in erster Instanz gewonnen. Laut Entscheidung des Gerichts in Sonderburg (Sønderborg) hatte die Kommune dem Bauern bei der Renaturierung des Tingleffer Moores mit Anhebung des Wasserstandes keine ausreichende Entschädigung für die Felder in Aussicht gestellt, die durch den höheren Wasserpegel nicht mehr nutzbar sind.

Das Renaturierungsprojekt wurde vor über 20 Jahren in die Wege geleitet, der Rechtsstreit läuft seit 2017.

Laut Gerichtsbeschluss stehen Skelmose 532.400 Kronen zuzüglich Zinsen ab 2017 zu – insgesamt rund 800.000 Kronen. Die Kommune hatte ursprünglich 116.000 Kronen angeboten.

Freude und Zufriedenheit

Mit dem Ausgang des Prozesses zeigt sich der Landwirt zufrieden, wie aus einer Pressemitteilung des Branchenverbandes „Landbrug og Fødevarer“ hervorgeht. Die Organisation hatte Kurt Skelmose im Rechtsstreit zur Seite gestanden.

„Ich bin mit dem Urteil sehr zufrieden. Es gibt mir in allen Punkten recht. Ich wurde von ‚Landbrug og Fødevarer‘ und Rechtsanwalt Flemming Elbæk sehr gut unterstützt. Ohne ihre Hilfe wäre ich nicht so weit gekommen, denn als Privatperson ist es schwierig, allein gegen die Möglichkeiten einer Kommune zu bestehen“, so die Reaktion des Tingleffer Landwirts.

Bei aller Freude über den Gerichtsentscheid sei er immer noch verärgert, dass die Kommune so viele Hindernisse in den Weg gestellt und dafür so viele Steuergelder verschwendet hat.

„Wir hätten den Fall im Laufe der Jahre viele Male einvernehmlich abschließen können, wenn die Kommune eingelenkt hätte“, sagt Kurt Skelmose in der Pressemitteilung.

Berufung durch die Kommune noch offen

Ob die Kommune womöglich Einspruch gegen das Urteil einlegen wird, ist unklar. Kommunaldirektor Tom Ahmt wollte auf Nachfrage von „JydskeVestkysten“ nicht ins Detail gehen.

„Wir haben keinen Kommentar zu dem Fall, bis wir ihn mit unseren Anwälten geprüft und politisch bearbeitet haben“, so Ahmt gegenüber der Zeitung.

Der Finanzausschuss wird darüber entscheiden, ob die Kommune gegen das Urteil in Berufung gehen soll. Die Angelegenheit wird bei der kommenden Sitzung am 22. April auf der Tagesordnung stehen, allerdings unter Ausschluss der Öffentlichkeit behandelt.