Dorf des Jahres

Enttäuschung – aber auch ein verlorener Titel hat einen Wert

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Der Ort liegt wenige Kilometer nördlich von Krusau (Kruså) an der Landstraße 170.

Der Dorfrat hatte sich große Hoffnungen gemacht, „Dorf des Jahres“ zu werden. Demnächst übernimmt sogar ein Kaufmann den örtlichen Supermarkt, der so weiterhin am Leben gehalten werden kann. Den Titel hat sich jedoch ein anderer Ort geholt. Warum der Aufwand sich trotzdem gelohnt hat, erklärt die Vorsitzende des Lokalrates.

„Man kann gemeinschaftlich viel erreichen“, ist sich Mette Wrang sicher. Die Vorsitzende des Holebüller Lokalrates hatte sich mit den anderen Dorfbewohnerinnen und -bewohnern sehr darüber gefreut, für den Titel „Dorf des Jahres“ nominiert worden zu sein.

Mit zwei weiteren Kandidaten – Aggerschau (Agerskov) in der Kommune Tondern (Tønder) und Sennels in der Kommune Thisted – wurde um die prestigevolle Auszeichnung gekämpft.

Trotz Enttäuschung Blick nach vorn

Am Donnerstagmorgen kam dann jedoch die Nachricht: Der Titel ging nach Sennels. „Obwohl es ein sehr enges Rennen gewesen und die Entscheidung nicht leicht gefallen ist“, wie es vom Komitee heißt.

„Natürlich sind wir mega enttäuscht“, sagt Wrang wenige Stunden danach dem „Nordschleswiger“. „Wir sind toll von den Leuten im Ort unterstützt worden. Viele haben sich beteiligt, damit unser Ort ein guter Ort bleibt und ein noch besserer Ort wird“, berichtet die Vorsitzende. Der Zusammenhalt im Dorf sei großartig. „Wir helfen einander, man ist füreinander da.“

„Wir haben gezeigt, dass wir gemeinsam etwas bewegen können. Deshalb ist allein die Nominierung schon ein Mehrwert für uns.“

Bekannt ist, dass Auszeichnungen für Dörfer den Zusammenhalt stärken, Engagement sichtbar machen und zu neuen Projekten motivieren. Sie erhöhen die Aufmerksamkeit, bringen teils Fördergelder und können sogar den Tourismus fördern. Studien aus verschiedenen Ländern zeigen, dass Preise wie „Årets landsby“ nachhaltige Entwicklungen anstoßen und das Gemeinschaftsgefühl stärken.

Supermarkt gerettet – Zukunft fürs Dorfleben

Das ist der Neue im Holebüller Supermarkt: Jørgen Elgaard Nielsen.

Der Supermarkt im Ort konnte durch den gemeinschaftlichen Dorf-Einsatz ebenfalls am Leben gehalten werden. Der bis dato amtierende Inhaber Bjarne Nissen hatte einen neuen Posten in einer Supermarktfiliale in Gravenstein (Gråsten) übernommen. Kürzlich wurde dann bekannt, dass ein neuer Kaufmann gefunden wurde: Jørn Elgaard Nielsen tritt am 1. Oktober seine Stelle an.

Dass es weiterhin einen Supermarkt vor Ort gibt, hat große Bedeutung für ein Dorf wie Holebüll. Dorfsupermärkte sind oft mehr als nur Einkaufsorte: Sie sichern die Nahversorgung mit Lebensmitteln und Alltagsgütern, besonders für ältere Menschen ohne Auto. Gleichzeitig sind sie Treffpunkte, an denen Nachbarschaft gepflegt wird und soziale Kontakte entstehen. Viele Dörfer sehen im Supermarkt ein Stück Lebensqualität und Attraktivität – fehlt das, drohen Abwanderung und weniger Zusammenhalt im Ort. Das geht aus verschiedenen Studien und Untersuchungen hervor.

Mette Wrang ist trotz der Enttäuschung optimistisch und schaut mit großer Zuversicht in die nächsten Jahre. So weit plane man im Ort nämlich, wie sie berichtet. Und: „Wir haben eben vom Stadtrat ein Projekt zur Gebietserneuerung genehmigt bekommen.“

Der Supermarkt liegt mitten im Dorf (Archivfoto).