Polizeiermittlung

Drugging-Fälle in Sonderburg: Deshalb schließt die Polizei den Fall

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Offene Becher im Nachtleben: Die Polizei rät, das eigene Getränk gut im Auge zu behalten.

Nachdem beim Ringreiterfest in Sonderburg sowie in Broacker mutmaßliche Fälle von Drugging angezeigt wurden, liegen nun die Ermittlungsergebnisse vor. Laut Polizei gab es möglicherweise Missverständnisse durch Minzpastillen.

Nachdem beim Ringreiterfest in Sonderburg sowie in Broacker mehrere Personen mutmaßliche Fälle von Drugging gemeldet hatten, hat die Polizei für Südjütland und Nordschleswig die Anzeigen näher untersucht, unter anderem mit Blut- und Urinproben. Das Ergebnis: Man fand in den vorliegenden Proben keine Hinweise auf entsprechende Substanzen.

Insgesamt gingen bei der Polizei für Südjütland und Nordschleswig zwölf Anzeigen aus Sonderburg und eine aus Broacker (Broager) ein. Betroffene schilderten, dass es ihnen nach dem Konsum von Getränken sehr schlecht gegangen sei.

„In weder Blutproben noch Urinproben haben wir Spuren von Substanzen gefunden, die auf Drugging hindeuten könnten. Wir können daher nicht nachweisen, dass es stattgefunden hat“, sagte Polizeikommissar Martin Hess Pedersen von der Polizei für Südjütland und Nordschleswig.

Kleine Dosen mit Minzpastillen verteilt

Trotz der Ergebnisse weist die Polizei darauf hin, dass sich einzelne Vorfälle nicht völlig ausschließen lassen. Substanzen, die für Drugging eingesetzt werden, sind oft sehr flüchtig. Deshalb hängt die Aussagekraft der Proben stark vom zeitlichen Abstand zur möglichen Tat ab.

In mehreren Anzeigen berichteten Personen, eine Pille im Getränk gesehen zu haben. Zeuginnen und Zeugen erklärten dazu später, dass während der Festwoche kleine Dosen mit Minzpastillen verteilt worden seien. Personen hätten mit den Pastillen geworfen, die unter anderem in Getränken gelandet seien.

„Das kann der Grund für den Fall sein, in dem eine versuchte Drugging-Anzeige vorlag. Auch wenn es möglicherweise nur eine Minzpastille war, hat die betroffene Person genau richtig gehandelt. Wer etwas in einem Getränk entdeckt, das wie eine Pille oder Ähnliches aussieht, sollte es nicht mehr trinken“, sagte Martin Hess Pedersen.

Auf Grundlage aller Ergebnisse und Ermittlungen hat die Polizei für Südjütland und Nordschleswig die Untersuchungen nun abgeschlossen.