Treibstoffwerk in Woyens

Diplomat am Boden: Was Ukraines Botschafter in Woyens erlebt

Veröffentlicht Geändert
Der ukrainische Botschafter Andrii Yanevskyj (Mitte) und sein Team verfolgen die Debatte in Woyens. Sein Land und Dänemark haben seit dem Frühjahr an den Plänen gearbeitet.

Ein ukrainisches Raketentreibstoffwerk – und Ukraines Botschafter Andrii Yanevskyj auf dem Fußboden, gleich hinter dem Kuchenbüfett. In Woyens wurde der Diplomat Zeuge eines Lehrstücks über Bürgerdialog und findet: „Das ist typisch dänisch.“

Die Menschen in Woyens erleben turbulente Tage. Wo sonst Sportfeste für Gesprächsstoff sorgen, ging es am Sonnabend um ein geplantes ukrainisches Raketentreibstoffwerk und die vielen Fragen und Sorgen von 300 Menschen. Sie wollten von ihren Regierungsvertretern wissen: Sind unsere Häuser sicher? Bleibt unsere Region lebenswert?

Beobachtung am Rande

Der sozialdemokratische Abgeordnete Jesper Petersen im Gespräch mit dem Botschafter

Am Rande hat sich unerkannt und undiplomatisch Andrii Yanevskyj, Botschafter der Ukraine in Dänemark, auf dem Fußboden niedergelassen. Zur Halbzeit sagt er: „Dieser Dialog – das ist typisch dänisch.“

Der Diplomat findet die Art und Weise, mit der die Regierung im Gespräch mit ihrer Bevölkerung die Karten offen auf den Tisch lege, erstaunlich. „Auch wenn es natürlich Dinge gibt, die man nicht öffentlich machen kann“, wie er hinzufügt. In seiner Heimat sei dies undenkbar – aus gutem Grund. Nach dem Treffen werde er, so der Diplomat, seinen Verteidigungsminister über die Diskussion in Woyens informieren.

Der Botschafter ließ sich inkognito auf dem Hallenboden nieder.