Kommunalpolitik

Die Kommune greift dem Deichverband unter die Arme

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Die Hoyer-Schleuse steht unter Denkmalschutz (Archivfoto).

Die mehr als 160 Jahre alte Hoyer-Schleuse bekommt ein Makeover. Die Mauern des Kulturdenkmals werden aufgehübscht. Außerdem wird das Geländer erneuert.

Die Kommune Tondern hat schon mehrfach bekundet, dass sie dem Deichverband für die Tonderner Marsch nicht die mehr als 165 Jahre alte Hoyer-Schleuse abkaufen will. Nicht einmal für einen symbolischen Betrag von zwei Kronen.

Doch für die Wartung des unter Denkmalschutz stehenden Kulturdenkmals, das immer noch Teil des Hochwasser- und Sturmflutplans ist, möchte der Deichverband nicht mehr allein aufkommen.

Daher hat sich der Deichverband an die Kommune gewandt und einen Zuschuss für eine Instandsetzung beantragt. Dem Gesuch wurde stattgegeben. 320.000 Kronen wird die Kommune für ein neues, galvanisiertes Geländer und Arbeiten am Gemäuer oberhalb des Wassers zahlen.

Kostenintensives Projekt mit Tauchern

Für entsprechende Arbeiten unter Wasser hatte der Deichverband vor einigen Jahren bereits entsprechend viel Geld investiert. „Das Projekt war ziemlich kostenintensiv, da auch Taucher eingesetzt werden mussten“, erklärt der stellvertretende Deichgraf der Tonderner Marsch, Peter Sönnichsen. Und die Kosten würden nicht geringer, für die nur die Landbesitzer je nach Lage ihres Grundbesitzes in der Marsch aufkommen, bedauert er.

Dass die Kosten steigen werden, liegt an den zu erwartenden höheren Wassermengen. Das Wasser würde schneller kommen und einen größeren Druck ausüben, und die Auffangbecken werden schnell gefüllt sein, erklärt Sönnichsens Bedenken. Die Hoyer-Schleuse könne nicht mehr Wasser durchlassen als heute. Vor ihr würde sich bei hohem Niederschlag das Wasser stauen. Im Binnenland müsse dann mit Überschwemmungen gerechnet werden.

Das Foto zeugt von mangelnder Instandhaltung der Schleuse (Archivfoto).

Als Besitzer der Schleuse finanzieren die Landeigentümer in der Tonderner Marsch den Betrieb und auch die Instandhaltung der Schleuse, Baujahr 1859 bis 1861.

„Von anderer Stelle, sprich aus der Apenrader Kommune, kommt kein Geld. Es wäre vielleicht eine Lösung für die Zukunft, auch dort Geld für die Hoyer-Schleuse einzutreiben“, erklärt der Landwirt und Schafzüchter, der Kooginspektor der beiden Friedrichen-Köge ist.

Romantisch sieht es aus an der alten Schleuse (Archivfoto).

Denn über die Wiedau fließt Wasser aus dem Auensystem in den Kommunen Tondern (Tønder) und Apenrade (Aabenraa) durch die Hoyer-Schleuse und Wiedauschleuse und von dort ins Wattenmeer. So werden 100.000 Hektar entwässert.

Die Verschönerungsarbeiten, die im Sommer durchgeführt werden sollen, täuschen nicht darüber hinweg, dass auch die betriebstechnischen Teile der Schleuse bessere Zeiten gesehen haben.

Der Zahn der Zeit nagt an der Hoyer-Schleuse.

Über die mangelhafte Instandhaltung wettert Bernd Carstensen aus Hoyer schon jahrelang und hatte sogar Staatsministerin Mette Frederiksen ohne Erfolg eingeschaltet.