Blaulicht

Betrunkener Busfahrer baute in Tondern zwei Unfälle

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Ein Elektrobus von Sydtrafik steht am Busbahnhof in Tondern.
Der abgebildete Bus hat nichts mit den Unfällen zu tun (Archivfoto).

Die Passagiere, eine junge Fußgängerin und ein 17-jähriger Mopedfahrer kamen nicht ernster zu Schaden, als der 57-jährige Berufsfahrer seinen Bus nicht unter Kontrolle hatte. Der Alkoholtester der Polizei zeigte den Grund.

Alkohol am Steuer taugt gar nichts. Und schon gar nicht für Busfahrerinnen und -fahrer, für die ein absolutes Alkoholverbot gilt. Daran hielt sich ein 57-jähriger Berufskraftfahrer aus dem Raum Tondern nicht, als er am Dienstag gleich zwei Unfälle mit seinem Bus baute.

Passagiere wurden nicht verletzt. Nach Angaben der Polizei soll sich minimum eine Person im Bus aufgehalten haben. Auch das Leben einer jungen Fußgängerin und eines 17-jährigen Mopedfahrers brachte der Betrunkene mit seinem Fahrstil in Gefahr, ohne dass diese schwerer zu Schaden kamen.

Bus fuhr langsam

Der erste Unfall ereignete sich gegen 15 Uhr auf dem Ribe Landevej. Dort legte der Fahrer mit seinem Bus zunächst ein Verkehrsschild flach und rammte dann einen Baum. Der 57-Jährige fuhr unbeeindruckt weiter in Richtung Busbahnhof. Auf dem Busgelände konnte er einer 16-jährigen Fußgängerin aus dem Raum Tingleff nicht ausweichen. Sie wurde vorsorglich mit Verdacht auf Gehirnerschütterung ins Krankenhaus gebracht, soll sich aber nach Angaben der Polizei nicht verletzt haben, vermutlich dank des langsamen Tempos des Busses.

Nach ihr touchierte der Bus einen 17-jährigen Mopedfahrer aus dem Raum Bredebro. Auch er soll nach Angaben der Polizei keine schweren Verletzungen erlitten haben.

Polizei war zur Stelle

Als der Busfahrer dann noch einen Lichtmast gerammt hatte, stoppte er den Bus, stieg aus und wurde von einer benachrichtigten Polizeistreife gestoppt. Die Beamtinnen und Beamten schöpften Verdacht, dass der Busfahrer betrunken sein könnte. Ein Atemalkoholtest sprach eine deutliche Sprache. Ihm droht der Verlust seiner Fahrerlaubnis – für Bus und Pkw. „Die Busfahrt kann auch Konsequenzen für den Erhalt der Fahrerlaubnis für Personenwagen haben“, erklärt Polizeisprecher Chris Thorning Vesterdal am Mittwoch. Er forderte am Mittwoch mögliche Augenzeuginnen und -zeugen dazu auf, sich bei der Polizei unter der Rufnummer 114 zu melden.

Busfahrer gesteht Alko-Fahrt

„Der Busfahrer gesteht, dass er getrunken hat, leugnet aber, jemanden angefahren zu haben. Da wir nicht gesehen haben, wie er Bus gefahren ist, können wir ihn nur für zwei Stunden festnehmen. Wir müssen jetzt im Zuge der Ermittlungen beweisen können, dass er den Alkohol nicht nach der Busfahrt zu sich genommen hat. Daher sind weitere Zeugenaussagen für uns wichtig“, erklärt Thorning Vesterdal auf Anfrage.