Dienstjubiläum

Besser in Naturwissenschaften als beim Deutsch-Aufsatz

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Ein flotter, currygelber und nur 725 Kilogramm schwerer Lotus Elise wurde unter anderem bei Hydro/Benteler entwickelt. In den Sportwagen wurden auch Alu-Teile für die Gewichtsverringerung eingebaut. Heute steht er im Eingang von Olaf Jessens Firma.

Der Tonderaner Olaf Jessen kam durch ein Gespräch mit seiner Mutter zu seinem späteren Beruf. Am 24. März feiert er 40 Jahre in der Welt des Aluminiums.

Olaf Jessen drückte die Schulbank in der Ludwig-Andresen-Schule und wusste eigentlich nicht so recht, was er später machen sollte. In einem Gespräch mit seiner Mutter kam die Idee: Technischer Zeichner könnte er doch werden. Und so wurde es. Später ließ er sich an der Handwerkerschule in Sonderburg (Sønderborg) zum Bautechniker ausbilden. „Ich muss wohl gestehen, dass meine Stärken eher bei der Mathematik Chemie und Physik lagen als beim Deutsch-Aufsatz“, lacht er.

29 Jahre Hydro/11 Jahre Benteler

Als Bauzeichner und in leitenden Positionen innerhalb der Hydro-Firmen in Tondern und seit elf Jahren dann beim ehemaligen Hydro-Unternehmen Metall-Prozess-SpezialistenBenteler, ebenfalls Tondern, ist der fünffache Vater in der Welt des Alumiums beschäftigt gewesen. Am 24. März feiert er sein 40-jähriges Dienstjubiläum. In einigen Monaten will sich der 65-Jährige zur Ruhe setzen. Dann bleibt mehr Zeit, seinen Kindern unter die Arme zu greifen und die mittlerweile neun Enkel zu betreuen. Und Nummer 10 ist auf dem Weg, strahlt der stolze Opa, dessen Arbeitsplatz quasi ein Familienunternehmen für ihn und seinen Nachwuchs gewesen ist.

So haben nicht nur die Söhne Rasmus, Steffen und Jesper, die heute alle bei Hydro in Tondern beschäftigt sind, bei Benteler gearbeitet. Die älteste Tochter Marit hat dort ein Jahr vor ihrem Studienantritt an der CNC-Maschine gearbeitet. Die Tochter Esther machte sauber, bis sie aufgrund eines Knieschadens aufhören musste. In der gleichen Firma ist der Schwiegersohn Timo Rüdiger geblieben, der bei Benteler als Elektriker arbeitet.

Ich bin wohl nicht aus der Komfortzone herausgekommen. Hier gab es überall helfende Hände. Die hätten wir weder im Ausland noch anderswo in Dänemark gehabt.

Olaf Jessen, fünffacher Vater

Warum es Olaf Jessen in so großen, weltweit agierenden Unternehmen mit internationalen Karrieremöglichkeiten nie ins Ausland geführt hat, begründet er ganz ehrlich. „Ich bin wohl nicht aus der Komfortzone herausgekommen. Unsere Kinder kamen Schlag auf Schlag. In Tondern hatten wir meine Eltern und in Hoyer die Schwiegereltern. Überall waren helfende Hände. Die hätten wir weder im Ausland noch anderswo in Dänemark gehabt. Aber ich habe mich in der Firma immer weiter entwickeln können und Verantwortung in verschiedenen Abteilungen übernehmen dürfen.

Seit 11 Jahren ist die international tätige Benteler-Gruppe Olaf Jessens Arbeitsgeber.

„In all meinen Berufsjahren hat die Beherrschung der deutschen Sprache nur Vorteile gebracht, da unsere Kunden aus Deutschland kommen. Gleiches erleben meine drei Söhne, die heute alle bei Hydro beschäftigt sind“, berichtet der Hobbymeteorologe.

Mit dem Wohnmobil durch Dänemark

Olaf Jessens Werdegang

Er verlässt eine Branche, die sich im Umbruch befindet. „Es geht mit Vollgas voraus, auch wegen der Produktion von Elektroautos“, berichtet Jessen. Ihm sei es ein Anliegen, seine Arbeit bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses ordentlich abzugeben.

Und dann? Er und seine Freundin Lone haben den Traum, sich ein Wohnmobil zu kaufen. „Wir würden dann erst durch ganz Dänemark fahren und dann später ins Ausland. Meine Eltern besaßen ein Sommerhaus in Wemmingbund. Als Kinder kamen wir nicht weiter als dort hin“, so der künftige Rentner.