Deutsche Minderheit

BDN in Tondern: Zwischen Heavy Metal und Moselwein

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Die Weinprobe im Schützenhaus war ausverkauft.

Der Vorstand hatte am Wochenende viel zu tun. Zum Konzert in der Schule kamen sehr zur Freude der Veranstalter rund 80 Gäste. Knapp 70 Teilnehmende probierten Scholtes Tropfen aus Minheim. Damit war die Verkostung ausverkauft.

Der Vorstand des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN) Ortsverein Tondern hatte am vergangenen Wochenende viel zu tun. Am Freitag stieg in der Ludwig-Andresen-Schule das Konzert mit der Heavy-Metal-Band Skalnastal. Erstmals fand eine Veranstaltung mit diesem Musikprogramm in der Schulaula statt.

Das ließen sich sogar ältere Jahrgänge aus der deutschen Minderheit nicht nehmen und besuchten das Konzert. Um die 80 Gäste sollen es gewesen sein, „und damit sind wir sehr zufrieden“, meinte Schulleiterin Bonni Rathje-Ottenberg.

Dass diese deutsch-dänisch-norwegische Band in der LAS-Aula auftrat, ist einer Anregung von Vorstandsmitglied Karin Jepsen zu verdanken. Sie ist selbst leidenschaftlicher Heavy-Metal-Fan.

Die Band Skalnastal trat in der Ludwig-Andresen-Schule auf.
Die vier Musiker auf der Bühne in der LAS

„Und ich freute mich, dass keiner das Konzert vor seinem Ende verlassen hat. Denn sie waren richtig gut. Die Altersspanne im Publikum reichte von 3 bis 85 Jahre“, schwärmt sie.

Mit frischen Blümchen, Mirabellen- und Forsythienzweigen musste die Schulaula nicht dekoriert werden. Diese Pflanzen standen aber auf den Tischen im Schützenhaus, wo Christian und Hans-Peter Scholtes aus Minheim an der Mosel ihre neuen Weine vorstellten und auch über die wettermäßigen Herausforderungen erzählten, die den Weinbäuerinnen und -bauern 2024 das Leben erschwert haben.

Christian Scholtes arbeitet auf dem Weingut zusammen mit seinem Vater.

„Am 15. April wurde unsere Tochter Nora geboren. Das Jahr begann also erfreulich. Das sollte sich sieben Tage später ändern, als Frost viele der Triebe vernichtete. Normalerweise wirft ein Quadratmeter Rebfläche eine Flasche Wein ab. Im vergangenen Jahr reichte es so gerade für einen Probierschluck“, so der Juniorchef, der in diesem Jahr die Moderation von seinem Vater Hans-Peter im Rahmen des gleitenden Generationswechsels übernommen hatte. Während der Rebblüte herrschten mit kühlen Nachttemperaturen und mit viel Regen keine optimalen Bedingungen. Am härtesten war die Chardonnay-Traube betroffen. Auch Pilzbefall machte den Winzerinnen und Winzern zu schaffen.

Hans-Peter Scholtes „durfte“ den Gästen einschenken.

Doch das Vater-und-Sohn-Gespann hatte reichlich seiner Öko-Weine mit nach Tondern genommen. So gab es – angefangen mit einem Crémant – acht verschiedene Sorten zu probieren. Die neue Riesling-Auslese als Sondermischung konnte erstmals verkostet werden.

Christian Scholtes zeigt, welche Folgen ein Pilzbefall für die Rebstöcke hat, die wegen der Missbildung hart zurückgeschnitten werden müssen.

Familie Scholtes betreibt ihr Weingut seit über 300 Jahren und stellt seit mehr als zwei Jahrzehnten ihre Weine in Tondern vor.