Kultur

Apenrades leuchtende Gassen: Kunstwerke, Sicherheit und Instagram-Hotspots

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Eine der Lichtinstallationen

Besonders jetzt, in den dunklen Tagen, sind einige der Kunstwerke in den kleinen Seitengassen des Nordertorviertels gut zu sehen, denn es handelt sich um Lichtinstallationen. Sie erfüllen dabei gleich mehrere Zwecke.

Es gibt eine Reihe kleiner Gassen, die die Apenrader Fußgängerzone mit Parkplätzen und weiteren Straßen verbinden. Einige sind weniger als einen Meter breit. In der Dunkelheit nutzen Passantinnen und Passanten diese Durchlässe der Innenstadt nur ungern.

In den vergangenen Jahren hat sich dort allerdings einiges verändert, denn auf Beschluss des Stadtrates sind die Gassen baulich aufgewertet worden. Darüber hinaus waren Künstlerinnen und Künstler beauftragt worden, Installationen zu entwickeln, die die Durchgänge künstlerisch aufpeppen und für Beleuchtung sorgen.

Sicherheit und Kunst vereint

Einige der Werke sind Lichtinstallationen, die die Umgebung beleuchten. Durch die Skulpturen sind die Gassen sicherer geworden und bieten einen ungewöhnlichen Blick. Außer an der sogenannten Bulhuslippen am Ramsherred 16a: Die Lichtinstallation dort kann einen auch gruseln lassen. „Gargoyle“ lautet der Titel des Werkes der beiden Künstlerinnen Camilla Sørensen und Greta Christensen, die sich als Künstlerduo „Vinyl-terror & -horror“ bezeichnen.

Schattenwesen soll das Fürchten lehren

Sie haben die vorhandenen Abflussrohre in ihre Skulptur eingearbeitet. Zusammen mit weiteren Rohren und einer zielgerichteten Beleuchtung schaffen sie den Eindruck eines Schattenwesens, das sich an der Wand entlangschlängelt.

Das Wesen soll an Nosferatu aus dem gleichnamigen Stummfilmklassiker erinnern. Die Künstlerinnen wollen die Fantasie der Betrachtenden anregen und sie erleben lassen, wie plötzlich Dinge zu sehen und zu hören sind, ohne dass sie wirklich vorhanden sind.

Aus diesem Rohrwirrwarr wird in der Dunkelheit ein bekanntes Wesen.
In den Abend- und Nachtstunden entsteht aus dem Rohrkonstrukt ein schauerlich-schönes Schattenbild – Nosferatu.

Foto-Highlight und Wegweiser

Ein weiteres Werk bringt Licht in den Rebekkagang, zwischen Ramsherred und Skrænten. „Strømmen“ heißt die Installation des Künstlers Oskar Kolinader. Es erinnert an einen Wasserlauf, soll jedoch ebenfalls die Menschen symbolisieren, die durch die Gasse strömen, um in die Einkaufsstraße zu gelangen.

„Strømmen“ ist ein beliebtes Fotomotiv für die sozialen Medien, das besonders junge Menschen gern als Hintergrund wählen.

„Strømmen“ taucht die Treppe in blaues Licht. Es zeigt die Verbundenheit der Stadt zum Wasser.

Kleinste Lebewesen und technische Verbindung

„Archetyp“ ist ein weiteres Werk, das in der Dunkelheit einen Durchgang ins rechte Licht rückt. Rhoda Ting und Mikkel Dahlin Bojesen sind das Duo Studio „ThingHand“. In den fünf kreisförmigen Lichtkästen wimmeln Mikroben – passend zur Apotekerpassage, die sie beleuchten.

Die Kästen sind mit einem Netzwerk aus poliertem Stahl verbunden, das den unterirdischen Verbindungen von Pilzen nachempfunden ist. Es stellt die Verbindung zwischen dem Gewebe und dem Netzwerk des Internets dar.

Mikroben sind auf der runden, beleuchteten Fläche zu erkennen. Das Werk erstreckt sich über die ganze Länge der Passage, die ihren Namen der Apotheke zu verdanken hat, die ehemals im Gebäude war.

Musikalische Erinnerung aus Ton und Licht

Helene Nymann hat zusammen mit der Apenrader Orgelbauerei Marcussen & Søn das Werk „AabenraaOrgan“, ein interaktives Laut- und Lichtwerk, für den Jomfru Fannys Gang entwickelt. Beleuchtete Orgelpfeifen aus Kupfer schmücken die Wand. Ein Sensor erfasst die Vorbeigehenden und lässt nach einer bestimmten Anzahl den Refrain des Liedes „Give Peace a Chance“ von John Lennon erklingen.

Lokales Handwerk, historische Instrumente und heutige Technologie vereint die Künstlerin in ihrem Werk zu einer Erinnerung an den Ukrainekrieg. Sollte sich ein anderes aktuelles Thema anbieten, können bei „AabenraaOrgan“ auch Melodien anderer Musikerinnen oder Musiker abgespielt werden.

Kunst in Apenrade

In der Kommune Apenrade sind viele Kunstwerke im öffentlichen Raum zu finden.

Die künstlerische und bauliche Veränderung der Passagen im Nordertorviertel (Nørreportkvarter) dient der Aufwertung des Quartiers.

Die beleuchteten Orgelpfeifen sind an der Hauswand befestigt.