Gemeinwohl

Jan Grubichs großes Vermögen kommt älteren Mitmenschen zugute

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Jørgen Popp Petersen, Karen Marie Hansen und Karen Inger Refslund sowie einige der Pflegeheimbewohnerinnen und Bewohner schauten sich Gemäldegalerie an.

Der frühere Zahntechniker hinterlässt mehr als fünf Millionen Kronen. Er verbrachte die letzten Monate seines Lebens in Richtsens Pflegeheim in Tondern. Diese Einrichtung wird jetzt großzügig aus der gegründeten Stiftung zur Erinnerung an ihn bedacht.

Ein Herz für die Älteren – über den Tod hinaus: Mit einem Glas Sekt und warmen Erinnerungen gedachten Bewohnende und Personal des Richtsens Pflegeheims dem verstorbenen Jan Grubich. Der langjährige Zahntechniker und gebürtige Tonderaner hat sein gesamtes Vermögen von über fünf Millionen Kronen in einen Fonds eingebracht – aus Dankbarkeit und Liebe zu dem Ort, an dem er seinen Lebensabend verbrachte.

Sein letzter Wille: älteren Menschen das Leben ein Stück schöner machen. Der vermögende Grubich verlebte die letzten Monate seines Lebens im Pflegeheim, bevor er 2023 verstarb.

Grubich hinterließ keine Erben. Daher hat er nicht nur die nordschleswigsche Gemeinde, den Sozialdienst, das lokalhistorische Archiv, das Museum in Tondern sowie seine früheren Angestellten bedacht, sondern auch das Altenheim.

Welch ein Einstand

Sein Vermögen erreichte vor seinem Tod mit 5,270 Millionen Kronen ein stattliches Ausmaß, das jetzt das Stiftungskapital ausmacht. Von den Zinsen werden jährlich Zuwendungen ausgeschüttet, die den Seniorinnen und Senioren im Heim und älteren Mitmenschen das Leben schöner machen sollen. Ein Bewohner schlug vor, dass mehr Feste gefeiert werden sollten, erzählt die Heimleiterin Karen Inger Refslund. Das sei ein fantastischer Einstand für sie. Erst vor einem Monat übernahm sie die Leitung des Heims.

Sie als derzeitige Heimchefin, Anwältin Karen Marie Hansen (Vorsitzende) und Bürgermeister Jørgen Popp Petersen sind die ersten Vorstandsmitglieder der Stiftung. Diese Professionen müssen die späteren Mitglieder des Gremiums auch behalten, hat Jan Grubich bestimmt.

„Ich lernte Jan Grubich eigentlich erst 2016 kennen, als er sein Testament schreiben wollte. Er hielt immer sein Wort, war freundlich, loyal und witzig“, berichtete Karen Marie Hansen vom Kennenlernen.

Heinz (rechts) und Jan Grubich (links) mit ihren Angestellten

Es war sein Wunsch, seinen Fußabdruck in Tondern zum Wohle älterer Menschen zu hinterlassen. Mit dem Geld können Tastgärten, neue Hilfsmittel, ein Auto oder Ähnliches gekauft werden. Aber auch Menschen im Alter ab 65 Jahren aus der Kommune können in den Genuss kommen, wenn sie zusätzliche Hilfe und Pflege bedürfen, erklärte sie.

Jan Grubich vererbte dem Pflegeheim, das er von Kindesbeinen an kannte, auch viele seiner Gemälde, die jetzt den Eingangsbereich verschönern.

Jan und Heinz Grubich auf einer ihrer vielen Reisen in den sonnigen Süden

Aber warum kannte der ehemalige Schüler der Ludwig-Andresen-Schule schon als Kind das Altenheim am Plantagevej so gut? Sein Vater Heinz, der ebenfalls Zahntechniker war, hielt die Zähne der ganzen Bewohnerschaft im Pflegeheim in Schuss.

An seiner Seite hatte Grubich senior seinen Sohn, der die Taschen des Vaters trug. So lernte der Junior die Seniorenresidenz früh kennen und schätzen und wünschte daher auch, dort seinen Lebensabend zu verbringen, wo er am 3. Mai 2023 verstarb. Einen Tag nach seinem 66. Geburtstag.

Liebevoller Sohn

Auch Karen Marie Hansens Schwiegermutter lebt in Richtsens Pflegeheim.

Dass Jan Grubich ein großes Herz für ältere Menschen hatte, bewies auch seine Liebe und seine ungebrochene Fürsorge für die Eltern, die er bis zu ihrem Tod besuchte und umsorgte. Mit ihnen reiste er mehr als 25 Jahre nach Gran Canaria. Die Gäste aus Tondern wohnten immer im selben Hotel. Jan Grubich liebte Kreuzfahrten. Auch bei nachlassender Gesundheit wollte er noch gerne verreisen und schlug vor, dass einige der Angestellten des Pflegeheims ihn begleiten könnten. Daraus wurde nichts.

Die schönen Seiten des Lebens

Als Junggeselle und Einzelkind genoss er mit seinen Eltern Ruth und Heinz Grubich die schönen Seiten des Lebens. Viel hielt sich die kleine Familie, die sich fest zur deutschen Minderheit bekannte, auch im Sommerhaus in Loddenhoi (Loddenhøj) auf. Jan Grubich spielte Schach, sammelte Briefmarken und Postkarten von Tondern. Bis zum 1. Juni 2020 war er noch als Zahntechniker tätig. Corona führte zur Schließung der Praxis.

Durch den Verkauf des Hauses an der Mittelstraße, wo die Grubich-Klinik lag, seines Hauses an der Norderstraße und des Sommerhauses vor seinem Tod, vermehrte sich das Vermögen des Tonderanerns.

Jørgen Popp Petersen, der den Verstorbenen nicht persönlich kannte, bezeichnete den letzten Willen Grubichs als Lob und Anerkennung für die riesige Arbeit, die im Pflegeheim geleistet werde. „Wir können nichts anderes als begeistert sein, wenn einer unserer Bürger so etwas bestimmt und sein Vermögen nicht vermöbelt. Dafür bin ich sehr dankbar.“

Jørgen Popp Petersen im Gespräch mit Heimmitarbeiterin Anja Burgwald vor den Gemälden von Jan Grubich

Zur Feier des Tages waren alle Bewohnerinnen und Bewohner in den Aufenthaltsraum gekommen und stießen mit einem Glas Sekt an, während sie dem großzügigen Tonderaner gedachten.