Leserbrief

„Zum Achtzigsten von Helmuth Petersen“

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Ralf Marquardt lobt seinen ehemaligen Klassenlehrer, der ihn vor mehr als 55 Jahren an der Deutschen Schule Apenrade unterrichtet hat.

Hallo Herr Petersen,

alles Gute zum Achtzigsten! Wir müssen die Klasse gewesen sein, die Sie als Junglehrer 1968 an der deutschen Schule Apenrade als erste übernahmen: zum Beispiel Günther Busse, Hans-Leonhard Schlicker, Gert Braune, Fred Jacobsen, Anne Marie Wittmann, meine Wenigkeit … – um nur einige Namen zu nennen, an die Sie sich vielleicht erinnern. Da waren Sie ganze dreiundzwanzig! Aus heutiger Sicht ein völlig verrückter Gedanke. Aber wir waren halt Kinder. Und Sie erwachsen. Und unser Lehrer und damit eine Respektsperson – das gab es damals noch.

Und was für ein Lehrer! Wir alle mochten Sie! In den nächsten vier Jahren waren Sie unser Klassenlehrer. Jedes Jahr zum Schulanfang die bange Frage: Klappt es wieder? Bekommen wir wieder Herrn Petersen? Sie waren großartig. Sie erteilten uns unter anderem Dänischunterricht.

Da ich Verwandte in Kopenhagen und auch sonstige „Reichsdänen“ in der Familie hatte, war ich im „Rigsdansk“ schon immer recht gut. Trotzdem profitiere ich von Ihrem Unterricht noch heute! Die Präpositionen: „ bordet“, „Under stolen“. Und dann die Bücher von Finn Søeborg: „Bare det løber rundt“ und „Her går det godt“. Was haben wir gelacht!

Aber nicht nur das. Sie waren ja auch Sportlehrer. Und Fußball-„Halbprofi“ beim AaBK! Und ich erinnere noch gut an ein Aha-Erlebnis, als Sie draußen auf dem „Eng“ mit Ihrer Vollspanntechnik mal den Ball aufs Tor ballerten – mit einer Wucht, dass es mir den Atem raubte! Schlagartig war mir klar, dass ich das nie schaffen würde: „Das … kann nur der Profi!“

Herr Petersen, Sie sind aus meiner Sicht der beste und zugleich beliebteste Lehrer, den wir je hatten! Mit Mitte zwanzig! Aber vielleicht ja gerade deshalb! Und wohlgemerkt völlig ohne, dass es da zu irgendwelchen „kumpelhaften“ Anwandlungen gekommen wäre: Sie wurden selbstverständlich gesiezt! Mit Mitte zwanzig. Wir hatten Respekt, und Sie konnten uns „ungestört“ so vieles lehren und zeigen. Dafür an dieser Stelle und aus gegebenem Anlass nochmal ganz großen Dank! Und die besten Wünsche für Sie für das nächste Jahr(zehnt).

Ihr Ralf Marquardt
22159 Hamburg

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