Kommunalpolitik

Willkommen zurück: Wie die Kommune Apenrade ehemalige Bewohnende zurückholen möchte

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Kulturelle Veranstaltung wie Konzerte und Festivals könnten Angebote sein, um Menschen wieder in die Geburtsstadt zurückzuholen.

Trotz der Zugezogenen aus Deutschland ist der Trend in der Kommune Apenrade nicht zu übersehen: Die Zahl der Bürgerinnen und Bürger sinkt laufend. Die Prognosen sehen noch düsterer aus. Mit einer Initiative soll die Entwicklung gestoppt und sogar umgekehrt werden. Erste Weichen sind gestellt.

Eine Rückkehr sei ausgeschlossen. Das hat Katharina Kley, die ehemalige Junge-SPitzen-Vorsitzende und Apenrader Einwohnerin, bei einem Gespräch mit dem „Nordschleswiger“ gesagt. Die Stadt könne ihr nichts bieten, so die Zusammenfassung.

So wie ihr geht es offensichtlich vielen jungen Apenraderinnen und Apenradern, denn die Daten von der dänischen Statistikbehörde, Danmarks Statistik, zeigen deutlich, dass die Einwohnerzahl in der gesamten Kommune zurückgeht. Und das, obwohl in den vergangenen zwei Jahren ein fast als Boom zu bezeichnender Trend von deutschen Zuziehenden vermerkt wird.

Trotz Zuwanderer-Trend ein Bevölkerungsminus

Der Trend steht im Gegensatz dazu, dass sich die jungen Menschen mehrheitlich dafür entscheiden, ihre Ausbildung in anderen, meist größeren Städten, zu beginnen. Und sie kehren nicht zurück.

Personalmangel bei den Unternehmen

Einige Folgen: Es fehlen ausgebildete Arbeitskräfte, die Kaufkraft nimmt ab und die Ortschaften, primär im ländlichen Raum, überaltern. Vor allem die Unternehmen, von denen es hier viele gibt, die gut bezahlte Arbeitsplätze anbieten, sind an gut ausgebildeten Mitarbeitenden interessiert.

Den Kommunalpolitikerinnen und -politikern ist das bewusst. Sie wollen handeln. Jetzt hat sich deshalb jüngst der Ausschuss für nachhaltige Entwicklung (Udvalg for bærdygtig udvikling, UBU) mit der Herausforderung, der alle nordschleswigschen Kommunen gegenüberstehen, befasst.

Initiative: Frühere Apenraderinnen und Apenrader zurückholen

Ein Universum für Weggezogene (Univers for fraflytter) soll ein Teil der Lösung sein. Die Initiative hat das Ziel, junge Menschen, Familien mit Kindern und Singles in ihre frühere Heimat zurückzuholen, damit sie sich hier wieder niederlassen.

Wie soll das geschehen? Konkrete Pläne gibt es dazu bislang nicht. Nur so viel steht schon fest: Ratgebende sollen in einer ersten Phase Vorschläge entwickeln, wie die Weggezogenen angesprochen werden könnten. Werkzeuge sollen dafür gefunden werden.

Digital und vor Ort zeigen, was man hat

Weiterhin sollen digitale Plattformen und Veranstaltungen gefunden werden, die den Kontakt zu dieser Personengruppe ermöglichen. Über das digitale Universum soll die Kommunikation und die Vermarktung geschehen. Das Veranstaltungs-Universum soll sich durch Arrangements auszeichnen, die die Menschen dazu bringen, nach Apenrade zu kommen.

Ein Musterbeispiel für die Vermarktung der Stadt ist das Kongehøjfestival, das in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand und gut angenommen wurde – auch von Menschen, die außerhalb der Kommune leben.

Stärken zeigen

„Wir wollen diejenigen erreichen, die sich durch die Kindheit mit Apenrade verbunden fühlen. Sie sollen sehen, dass wir hier gute Jobs anbieten können, dass sie viele Möglichkeiten haben, sich in der Kommune niederzulassen“, erklärt Erwin Andresen, UBU-Ausschussmitglied der Schleswigschen Partei (SP).

Über das digitale Universum soll die Kommunikation und die Vermarktung passieren. Das Veranstaltungs-Universum soll sich durch Arrangements auszeichnen, die die Menschen dazu bringen, nach Apenrade zu kommen.

Noch ist man mit diesen Aktionen ganz am Anfang. Fest steht jedoch, dass die Aufgaben gemeinsam von der Kommunalverwaltung und dem kommunalen Wirtschaftsentwickler Business Aabenraa wahrgenommen werden.