Natur

Tierischer Auslöser: Der Bau eines Fahrradwegs gerät ins Stocken

Veröffentlicht Geändert
Der Radweg ist auf der rechten Straßenseite geplant. Im dortigen Wald gibt es jedoch viele Fledermäuse.

Die Einwohnerschaft in Wiesby muss sich weiterhin in Geduld üben, was das sichere Radfahren zum Bahnsteig angeht. Fledermäuse sind ausschlaggebend dafür, dass sich das Projekt verzögert. Den geschützten Säugetieren soll ein Umzug schmackhaft gemacht werden.

Die Vorarbeiten für einen Fahrradweg in Wiesby (Visby) südlich von Bredebro sind wegen eines unter Schutz stehenden Säugetiers auf Eis gelegt worden. „Es sind dort im Gehölz Hedegaardskoven Fledermäuse entdeckt worden. Und sogar acht verschiedene Arten“, erklärt der Vorsitzende des kommunalen Technischen Ausschusses, Poul Erik Kjær (Venstre).

In Wiesby gibt es zwischen dem Ort und dem etwa einen Kilometer weiter östlich entfernten Bahnsteig keinen Fahrradweg. Das von der Einwohnerschaft seit langer Zeit gewünschte Projekt entlang des Høybergvejs ist mit einer kommunalen Investition von 3,6 Millionen Kronen finanziell in trockenen Tüchern. Die Umsetzung zieht sich jetzt aber in die Länge.

„Nun soll versucht werden, die Fledermäuse zum Umziehen zu bewegen, indem der dahinterliegende Bereich für sie attraktiv gestaltet wird“, erläutert Kjær. Dies könnte unter anderem mit Nistkästen bewerkstelligt werden.

Lösung für aufgewühlte Vorgärten eingefädelt

Da so ein Umzug aber nicht von heute auf morgen erfolgen kann, wird erwartet, dass sich das Projekt um zwei Jahre verzögert. Im Zuge der Vorarbeiten waren ein dreireihiger Pflanzenschutzgürtel entlang eines Feldes und eine Hecke bei einem Bauernhof entfernt worden.

„Mit Rücksicht auf die Betroffenen hatten wir nach der Nachricht mit den Fledermäusen angedacht, das Projekt in zwei Etappen zu gliedern“, so der Ausschussvorsitzende, der die Verzögerung bedauert. Dies sei aber wegen der Umweltverträglichkeitsstudie nicht anders möglich.

Gemeinsam mit dem Landwirt habe man soeben eine gute und zügige Lösung für das aufgewühlte Gelände auf seinem Grundstück gefunden. „Der Streifen für den Radweg wird vor seinem Haus abgesteckt, und dann kann er wieder eine Hecke pflanzen“, erläutert Kjær.

Indes müssen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die zum Bahnsteig gehen oder radeln, um den Zug zur Schule, zu Ausbildungsstätten oder Arbeitsplätzen zu nehmen, sich vorerst weiter mit dem markierten Randstreifen entlang des Høybergvej begnügen.

Fledermaus-Problematik vorausschauend im Blick

Mit Blick auf weitere anvisierte Radweg-Projekte, sei die Verwaltung auch schon beauftragt worden, zu überprüfen, inwieweit es entlang des Dravedvejs südlich von Lügumkloster (Løgumkloster) und beim Hedebovej zwischen Scherrebek (Skærbæk) und Frifelt Fledermäuse gibt.

„Damit es da keine Verzögerungen gibt“, so Kjær. Das Geld für den Hedebovej ist bewilligt, während die Kommune Tondern für das Vorhaben bei Lügumkloster staatliche Mittel beantragt hat.

Fakten zu Fledermäusen

• Die Fledermaus (flagermus) ist das Säugetier mit den meisten Arten in Dänemark.
• Es sind 17 verschiedene Arten erfasst.
• Drei der Arten sind bedroht.
• Drei weitere Arten sind nahezu bedroht.
• Alle Fledermäuse stehen in Dänemark unter Schutz.
• Weltweit gibt es etwa 1.000 Fledermausarten.
• Die dänischen Fledermäuse gehören mit der „storflagermus“ zur Familie der Fledertiere.
• „Storflagermus” werden auch als Flughunde (flyvende hunde) bezeichnet.
• „Storflagermus” gibt es nicht in Dänemark.
• In Dänemark ernähren sich die Fledermäuse von Insekten wie Mücken, Käfern, Nachtschwärmern und Spinnen.
• Fledermäuse brüten in Kolonien.
• Sie wohnen in Löchern in Bäumen, auf dem Dachboden, in Höhlen in der Erde und Grotten.
• Sie halten sich gern an dunklen Stellen auf; ein schmaler Spalt von nur 20 Millimetern reicht ihnen für das Durchkommen.

Quelle: Danmarks Naturfredningsforening