Kommentar

„Panbo-Exit: Scheidung mit Ansage“

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Christian Panbo erhielt 2020 den Orden „Dannebrogsordenens Ridderkors“ vom damaligen Bürgermeister Thomas Andresen (V) überreicht.

Nach 23 Jahren saß Christian Panbo für die Sozialdemokratische Partei im Apenrader Stadtrat. Bis Mittwoch – da hat er bekannt gegeben, auszutreten. Die Entscheidung lag schon Jahre in der Luft.

Christian Panbo ist seit 23 Jahren Mitglied des Apenrader Stadtrates – für die sozialdemokratische Partei. Kürzlich hat er in einer E-Mail an seine Fraktion mitgeteilt, aus der Partei auszutreten.

Was im ersten Moment wie eine überraschende Nachricht klingt, ist beim genaueren Hinschauen keine große Überraschung mehr. Zu groß waren die Meinungsverschiedenheiten zwischen Panbo und seinen Genossinnen und Genossen.

Eigene Meinung – eigener Kopf

Der inzwischen 83-Jährige hat nämlich seinen eigenen Kopf – und seine eigene Meinung. So setzte er bei der jüngsten Stadtratssitzung gemeinsam mit einem anderen Mitglied des Gremiums einen Punkt auf die Tagesordnung, mit dem man schon abgeschlossen zu haben glaubte: Er forderte auf, die Bürgerinnen und Bürger zu fragen, ob mit einer Bebauung des viel diskutierten Nørreport-Gebiets weitergearbeitet werden sollte.

Die Entscheidung war deutlich: Mit sehr großer Mehrheit wurde der Vorschlag abgelehnt.

Frühere Uneinigkeit mit der Fraktion

Schon bei der Frage, ob die Spezialschule „Fjordskolen“ von Apenrade nach Krusau (Kruså) ziehen sollte, hatte sich Christian Panbo für den Standort in Apenrade ausgesprochen – und auch entgegen seiner Fraktion beibehalten. Schon damals, 2016, gab es Uneinigkeit zwischen ihm und den Apenrader Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten.

2023 wurde öffentlich bekannt, dass es Probleme in der sozialdemokratischen Partei gab. Die Kommunikation zwischen Christian Panbo und den anderen Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten des Kreises schien eisig. Eine Annäherung war schwierig, wie der damalige Kreisvorsitzende sagte.

Persönliche Differenzen?

Es kehrte jedoch wieder Ruhe ein – bis jetzt und vermeintlich. Die Streitigkeiten scheinen nicht gelöst. Panbo fühlt sich von seinen Parteifreundinnen und -freunden gemobbt, wie er schreibt. Er werde geplant schikaniert, seine Einwürfe und Vorschläge nicht gehört, so sein Vorwurf.

Auswirkung auf Wahlkampf

Der Partei tut der Austritt Panbos, der bei der jüngsten Kommunalwahl auf Platz fünf der sozialdemokratischen Stimmen lag, nicht gut. Man steht am Anfang des Wahlkampfes. Die Wahl findet am 18. November statt.

Ob sich Panbo und die Fraktion noch einmal zusammenraufen? Nach den Erfahrungen, die miteinander gemacht wurden, wohl kaum möglich. Christian Panbo wird jetzt wohl – neben Jan Køpke Christensen – als zweiter Parteiloser den Rest der Legislaturperiode im Apenrader Stadtrat verbringen.