Stadtentwicklung

Neues Wohnprojekt in Apenrade stockt: Was steckt hinter den Verzögerungen?

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Nur noch einige Schutthaufen lassen darauf schließen, dass auf dem Gelände am Posekær einmal eine Schule stand.

Seit bald fünf Jahren steht das Gelände am Posekær, von dem aus der Blick über die Apenrader Förde möglich ist, leer. Ein Investor hatte das Grundstück der früheren Fjordskole gekauft und wollte dort 39 Reihenhäuser bauen. Die Kommune steht im Kontakt mit den Projektentwicklern.

„Wir stehen in regelmäßigem Kontakt mit dem Projektentwickler“, schreibt Ditte Lundgaard Jakobsen, kommunale Direktorin für den Bereich Planung, Technik und Umwelt, auf Anfrage des „Nordschleswigers“.

Der Projektentwickler ist W1 Investments ApS mit Sitz in Frederiksberg. Das Unternehmen – damals noch mit Sitz in Hostrupskov – hatte ein Grundstück am Posekærvej 8 gekauft, um dort auf fast 20.000 Quadratmetern 39 Reihenhäuser zu bauen. Heute hat die Firma einen neuen Direktor und neue Inhaber.

Die Reihenhäuser, die W1 Investments dort geplant hat, sollen nachhaltig sein, mit Rücksicht auf die Natur gebaut werden. Es sollen Seniorenwohnungen, Singlewohnungen und auch Einfamilienhäuser entstehen – so die Pläne, die das Unternehmen 2020 dem Stadtrat präsentierte. Von einem neuen Stadtteil träumten die Investoren.

Der Blick vom Posekærvej 8 über den Apenrader Hafen

Der Stadtrat ist sich einig, dass neuer Wohnraum benötigt wird, und ließ sich von dem Projekt überzeugen. Der Grund ging an die Investoren.

Zuvor lag auf dem Grundstück die Fjordskole, die – unter vielen Protesten – nach Krusau (Kruså) umgesiedelt wurde. Das Schulgebäude ist inzwischen abgerissen. Einige Schuttreste liegen heute dort und werden langsam von Unkraut überwuchert.

Der Blick auf den Enstedter Hafen, heute Hafen Süd
So stellten sich die Projektmacher die Häuser vor (Illustration).

Von dem Gelände aus, das wenige Hundert Meter vom Apenrader Strand entfernt liegt, lässt sich der Blick weit über die Förde schweifen.

Bauen ist teuer geworden

Es gebe mehrere Bedingungen, die erst abgeklärt werden müssen, darunter die Bodenverhältnisse. Erst dann könne man mit dem konkreten Baugesuch weitergehen, schreibt Lundgaard Jakobsen weiter.

Ein weiterer Grund, weshalb die Projektentwickler abwarten, seien die gestiegenen Kosten für Baumaterial, sagt Helle Malene Kjølsen Olsen, Leiterin der Abteilung für Gewerbe und Nachhaltigkeit bei der Kommune. „Es ist teuer geworden, zu bauen. Das Projekt muss sich für die Investoren rechnen“, ergänzt sie.

W1 habe deshalb Fristverlängerung beantragt und genehmigt bekommen. Die Frist läuft Mitte 2026 aus.

Keine Antwort von Investoren

Doch: Was soll dort passieren? Bleibt es bei den ursprünglich vom Architektenbüro „Arkitema Architekts“ ausgearbeiteten Plänen? Wann geht der Bau los? W1 Investments hat auf mehrere Mail-Anfragen des „Nordschleswigers“ nicht geantwortet, ebenso nicht auf Telefonanrufe bei der zuständigen Projektleiterin, mit der die Kommune in Kontakt steht.

Enttäuschtes Stadtratsmitglied

Kurt Asmussen, Stadtratsmitglied der Schleswigschen Partei und Mitglied im Ausschuss für Planung, Technik und ländliche Räume, findet es traurig, dass am Posekær nach so langer Zeit nichts passiert sei. Wohnraum wird in Apenrade bitter benötigt, hatte er schon mehrfach bei anderen Gelegenheiten erwähnt.

„Wir haben derzeit nur ein großes Bauprojekt, das wir im Ausschuss behandeln“, berichtet er.

Ein letzter Gebäudeteil der früheren Fjordskole steht noch am Posekærvej.