Kommunalpolitik

Neue politische Heimat für die 2. Vizebürgermeisterin

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Barbara Krarup Hansen will nach Viborger Vorbild eine Dependance der Wohlfahrtsdemokraten in Tondern gründen.

Nach ihrem Austritt aus der Sozialdemokratie will Barbara Krarup Hansen 2025 für die „Wohlfahrtsdemokraten“ kandidieren. Ihr Fokus: soziale Gerechtigkeit, Naturschutz und ein besseres Miteinander.

Barbara Krarup Hansen, zweite Vizebürgermeisterin der Kommune Tondern und Vorsitzende des Sozialausschusses, tritt bei der Kommunalwahl 2025 als Kandidatin eines neuen politischen Bündnisses an: Sie hat sich dem politisch-kooperativen Netzwerk der Velfærdsdemokraterne (Deutsch: Wohlfahrtsdemokraten) angeschlossen. Die Gruppe wurde in der Kommune Viborg von früheren Sozialdemokratinnen gegründet – aus Unzufriedenheit mit dem innerparteilichen Klima.

„Nach einer intensiven Zeit bei der Sozialdemokratie habe ich entschieden, neue Wege zu gehen“, erklärt Barbara Krarup Hansen. Ausschlaggebend für ihren Parteiaustritt im Frühjahr war laut ihrer aktuellen Pressemitteilung ein aus ihrer Sicht „schlechtes Arbeitsklima“ innerhalb der Sozialdemokratie in der Kommune Tondern sowie die Entscheidung des Parteivorstands, sie nicht erneut zur Kommunalwahl aufzustellen, obwohl sie bei der Wahl 2021 mit 582 Stimmen das drittbeste Einzelergebnis erzielt hatte.

Die 50-Jährige betont, dass ihre Leidenschaft für die Kommunalpolitik ungebrochen sei: „Mein Herz schlägt weiterhin für das Gemeinwohl, für die Menschen und die Natur in der Kommune Tondern.“ Sie freue sich daher über das neue politische Zuhause bei den Wohlfahrtsdemokraten, das auf gemeinsamen Werten und gegenseitiger Unterstützung aufbaue.

Die Wohlfahrtsdemokraten sind als kommunalpolitisches Projekt in Viborg entstanden – ebenfalls gegründet von ehemaligen Sozialdemokratinnen, die sich aus ähnlichen Gründen von ihrer Partei gelöst hatten. Inzwischen bilden sie dort die drittgrößte Gruppe im Stadtrat.

Politische Schwerpunkte

Inhaltlich stimmt Barbara Krarup Hansen mit ihren neuen Partnerinnen und Partnern in zentralen Punkten überein:

  • Stärkung der wohnortnahen Daseinsvorsorge, insbesondere in der Altenpflege, der Behindertenhilfe und im Kinder- und Jugendbereich
  • Keine neuen Windkraft- oder großflächigen Solaranlagen im offenen Land – die grüne Transformation dürfe nicht zulasten der Lebensqualität in den ländlichen Räumen gehen
  • Mehr Gleichheit im Gesundheitswesen

Die Überschrift eines weiteren politischen Kernthemas lautet: Kein Hotelbau auf der Insel Röm (Rømø). Es geht ihr aber generell um den Schutz der Naturlandschaft.

Ein Infotreffen der Wohlfahrtsdemokraten in Tondern ist für den 13. August um 19 Uhr geplant.

Rückblick: Parteiaustritt mit Vorgeschichte

Barbara Krarup Hansens Austritt aus der Sozialdemokratie sorgte bereits im März für Aufmerksamkeit. Schon im Vorfeld hatte es immer wieder Differenzen zwischen ihr und der Fraktion gegeben – insbesondere in Fragen der Windenergieplanung und hinsichtlich des Hotelprojekts in Lakolk auf Röm, gegen das sie sich offen ausgesprochen hatte.

Fraktionssprecher Torben Struck zeigte sich damals wenig überrascht vom Schritt, sprach aber von einem „bedauerlichen Auseinandergehen“. Parteivorsitzender Henning Gad erklärte gegenüber der Zeitung „jv.dk“, es habe „grundlegend unterschiedliche Auffassungen über Zusammenarbeit“ gegeben. Die Partei habe empfohlen, Barbara Krarup Hansen nicht erneut zu nominieren.

Sie selbst sagte rückblickend, sie habe sich innerhalb der Partei alleingelassen gefühlt: „Die Gruppe war weder wertschätzend noch inklusiv.“

Mit dem Wechsel zu den Wohlfahrtsdemokraten kehrt sie nicht nur ihrer alten Partei, sondern auch dem bisherigen politischen Umfeld den Rücken. Sie will nun mit einem neuen Team und einer klaren Agenda in den Kommunalwahlkampf 2025 eintreten, wie aus ihrer Pressemitteilung hervorgeht.