Energie

Kassöer PTX-Anlage soll sich vergrößern – Pattburg vorerst auf Eis

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European Energy PtX-Chef Emil Vikjær-Andresen (M.) bei der offiziellen Eröffnung der Anlage bei Kassö im Mai dieses Jahres (Archivfoto)

Weil es Probleme mit der Strominfrastruktur gibt, ist das PTX-Projekt von European Energy in Pattburg vorerst in die Schublade gelegt worden. Das Betreiberunternehmen möchte nun jedoch in Kassö erweitern. Der zuständige Ausschuss hat dazu einen Beschluss gefasst.

Auf neun Hektar könnten etwa 180 Einfamilienhaus-Grundstücke entstehen. Um diese Fläche will European Energy die PtX-Anlage bei Kassö (Kassø) nach Osten und Süden erweitern.

Derzeit beansprucht die Anlage mit dem dazugehörigen Solarpark knapp sechs Hektar.

Die Pläne für das Vorhaben waren jüngst Tagesordnungspunkt im Ausschuss für Planung, Technik und ländliche Räume (PTL) – und der Ausschuss hat grünes Licht für das Vorhaben gegeben, wie aus dem Protokoll hervorgeht.

Geplante Verdreifachung der E-Methanol-Produktion

Wie berichtet wird, plant European Energy mit der räumlichen Erweiterung, die Produktion von sogenanntem E-Methanol auszubauen sowie Lagerflächen, Parkplätze und Arbeitsbereiche für die Mitarbeitenden zu schaffen. Außerdem ist vorgesehen, dort einen Speichertank für Fernwärme zu errichten.

Der Betreiber wolle die Produktion auf die dreifache Menge erhöhen, sagte PtX-Chef Emil Vikjær-Andersen von European Energy gegenüber „JydskeVestkysten“. Als Vorteil dafür sehe man den vorhandenen Stromanschluss und die bestehende Infrastruktur.

Padborg-Projekt verzögert sich – Kassö rückt nach vorn

Die Anbindung an das Stromnetz macht in Pattburg (Padborg) nämlich Probleme. Dort möchte European Energy ebenfalls eine PtX-Anlage bauen, die noch viel größer werden soll, als die Kassöer Anlage.

Diese Pläne verzögern sich jedoch. Deshalb werden die Erweiterungspläne für Kassö, die schon in der Schublade lagen, früher herausgeholt und umgesetzt.

„Das neue Projekt wird wahrscheinlich früher baureif als das in Pattburg“, so Vikjærk-Andresen.

Kommune soll neuen Flächennutzungsplan erarbeiten

Der Auftrag des PTL-Ausschusses an die Kommune ist klar: Es soll ein neuer Flächennutzungsplan erarbeitet werden, damit die PtX-Anlage erweitert werden kann. Das Gebiet soll in die Stadtzone überführt und Teil des bestehenden Rahmens für Schwergewerbe werden.

Gerade diese möglichen Einschränkungen für die Landwirtschaft veranlassten die beiden Venstre-Mitglieder des Ausschusses, Søren Frederiksen und Thomas Andresen, gegen die Einleitung des Planverfahrens zu stimmen. Ihre Begründung laut Protokoll der Sitzung: Mit dem neuen Lokalplan werde die Landwirtschaft aus dem Gebiet verdrängt.

Das Verfahren inklusive Bau der Anlage wird sich über Jahre hinziehen. Einen festen Zeitplan gibt es noch nicht.