Kommunalpolitik

Hochzeiten in Apenrade haben sich verdoppelt – ein Plus für den lokalen Handel

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Ein Hochzeitsauto wartet vor dem historischen Rathaus auf ein Brautpaar.

Das Apenrader Standesamt ist vor allem bei Paaren aus dem Ausland beliebt. Doch die Liebe macht nicht nur die Brautpaare glücklich: Sie beschert auch der lokalen Wirtschaft klingelnde Kassen und der Kommune einiges an Kopfzerbrechen.

Im alten Rathaus von Apenrade, wo das Standesamt seit Jahren seinen Sitz hat, liegt regelmäßig Romantik in der Luft. Woche für Woche geben sich hier rund 32 Paare das Jawort – ein Großteil (29) von ihnen aus dem Ausland, vor allem aus Deutschland.

Der Hochzeitstourismus ist nicht neu. Allerdings hat sich die Anzahl der Menschen, die im Grenzland heiraten, erhöht. Mehr als 1.500 Trauungen waren es 2024 allein in der Kommune Apenrade. Im Jahr zuvor waren es knapp die Hälfte.

Positive Entwicklung für Kaufleute vor Ort

Dem lokalen Einzelhandel, der Hotelbranche und der Gastronomie spülen die Hochzeiten ein zusätzliches Plus in die Kassen, denn die Paare kommen meist von weither und übernachten deshalb im Ort. Zudem bringen sie noch weitere Gäste mit. So gaben bei einer Umfrage der Kommune unter 134 Hochzeitspaaren aus dem Ausland an, dass sie 285 Gäste mitbrachten (Befragungszeitraum 21. August bis 8. Oktober 2023).

194 der Menschen blieben eine Nacht im Ort, 110 übernachteten zweimal und 37 verbrachten sogar eine Woche an der Förde. Insgesamt kamen so fast 1.000 Übernachtungen zusammen. Außerdem besuchten die Gäste die Restaurants vor Ort und kauften in den Geschäften ein.

Steigende Kosten für die Kommune

Die Betriebskosten des Standesamtes sind mit der steigenden Hochzeitsmenge jedoch höher geworden. Verwaltung, Standesbeamtinnen und -beamte und Geschenke für das Brautpaar schlagen dabei zu Buche.

Der zuständige Arbeitsmarktausschuss hat jetzt mit einer knappen Mehrheit beschlossen, 150.000 Kronen aus der Kasse für Serviceabgaben an den Finanzausschuss zu schicken, der damit die höheren Kosten decken soll. Die Brautgeschenke sollen bald entfallen, um Geld einzusparen.

Uneinigkeit im Ausschuss

Während Venstre und die Dänische Volkspartei sich für diese Lösung aussprachen, waren die beiden sozialdemokratischen Ausschussmitglieder und das konservative Mitglied dagegen. Sie wollten eine Summe von 250.000 zur Verfügung stellen, um das Heiratsangebot auf gleichem Serviceniveau zu halten.

Der Fall soll jetzt im Stadtrat diskutiert werden, so der Wunsch.