Politik

Hadersleben: Das alte Rathaus aus den 1970er-Jahren soll weg

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Die Tage des alten Rathauses aus den 1970er-Jahren scheinen gezählt.

Das Kommunalparlament hat den Bebauungsplan Gåskærgade gebilligt – mehrstöckige Wohnhäuser mit insgesamt 65 neuen Wohnungen sollen entstehen. Bis in den Februar ist der Bebauungsplan in der öffentlichen Anhörung.

Nach dem Umzug der kommunalen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 2021 ins neue Rathaus unweit der Förde suchten Politik und Verwaltung nach einer neuen Nutzungsmöglichkeit für das Areal in der Gåskærgade. Wie aus dem Sitzungsbericht hervorgeht, hatte das Kommunalparlament dann Ende April dieses Jahres beschlossen, für das Gebiet einen neuen Bebauungsplan zu erstellen.

Nun gibt es einen Vorschlag. „Es wurde viel Beton verbraucht im alten Rathaus von 1972. Wir hatten den Wunsch, das alte Gebäude ressourcenschonend zu nutzen und dort Wohnraum zu schaffen. Aber die Aufteilung der Räume ist leider sehr unpraktisch. Nun muss es doch abgerissen werden“, so Carsten Leth Schmidt (Schleswigsche Partei, SP), Vorsitzender des Ausschusses für Technik und Klima, der den Bebauungsplan dem Kommunalparlament vorstellte. Er bedauere den Verlust, das Rathaus an der Gåskærgade zeige anschaulich die Architektur der 1970er-Jahre.

Die Frage sei jetzt, wie die Lücke, die durch den Abriss entstehe, bestmöglich wieder geschlossen werden könne. Die geplanten neuen Häuser sind seinen Worten nach höher als im alten Bebauungsplan erlaubt. So muss es einen neuen geben sowie eine Änderung des Flächennutzungsplans.

Der neue Bebauungsplan sieht 65 neue Wohnungen in zwei 2,5- bis 4-stöckigen Wohnkomplexen vor – ein nördlicher Komplex, zum Radweg Banestien hin, und ein etwa U-förmiger Komplex an der Gåskærgade.

Wohnraumverdichtung

Carsten Leth Schmidt plädiert klar für eine Wohnraumverdichtung in der Stadt. Hadersleben brauche viele Menschen, die in der Stadt wohnen. Es gelte jedoch, respektvoll zur bestehenden Architektur zu bauen. Auch müsse der Schattenwurf der neuen Gebäude im Frühjahr und Herbst minimiert werden. Mit Blick auf die vorhandene Architektur spricht Leth Schmidt von „akzeptablen Vorschlägen“.

Benny Bonde gegen Bebauung

Benny Bonde (LA) stellte sich als einziges Mitglied des Kommunalparlaments gegen die Bebauungspläne. Er plädierte in der Aussprache für mehr Parkplätze und mehr Grün auf der Fläche, die nach dem Abriss des Rathauses entsteht. Nach den Worten von Leth Schmidt sind Parkplätze nicht das größte Problem in Hadersleben.

Es würden einige Parkplätze verloren gehen, so der Ausschussvorsitzende. Ein Parkhaus in der Nähe sieht er als denkbare Lösung an. Der Bebauungsplan ist seit dem 20. Dezember acht Wochen in der öffentlichen Anhörung bis zum 21. Februar.